Führt man sich die am 23. Januar 2026 erscheinende EP von Guyod, die den Titel „Death Throes Of A Drowning God“ trägt zu Gemüte, kann man feststellen, dass die schwarzmetalischen Death-Doomer, unter allegorischer Betrachtungsweise, von den dunklen Tiefen des Abgrundes, in Richtung Gipfel des Erfolges unterwegs sind!
In den vier Tracks des Mini-Albums, tauchen die Grazer zunächst jedoch, wie auch schon im Rahmen ihrer 2023 veröffentlichten LP, in abgrundtiefe, dunkle Gefilde ein. Unter Todes- und schwarzmetalischer, doombehafteter, musikalischer Begleitung, wird dieses Mal vom Untergang der Menschheit im doppelten Sinne berichtet. Es geht um eine schicksalshafte Reise in die Tiefen des Meeres.
Demzufolge beginnt der Tonträger mit Windgeräuschen und einem schnarrenden Dauerton, der zu dem Song
A Thousend Invisible Eyes führt. Hier geht es instrumental, zunächst ruhig und bedächtig in den Doomkeller. Böse, dunkle Vocals kommen hinzu und werden durch langsam ausgespielte, dominante Gitarrenriffs unterstützt, bevor sich Screams in das Geschehen einmischen. Im Verlauf geht das Schlagzeug in den Tempomodus und die Saiteninstrumente folgen. Die Vocals lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und erzählen
von dem Ertrinken des Protagonisten. Die Lungen füllen sich, das Herz schlägt wild, die Augen starren dorthin wo der Himmel einst war. Es geht hinab in Richtung Grund, gebunden durch dämonische Kräfte aus tiefster Dunkelheit. Tausend unsichtbare Augen durchbohren seine verwundete Seele. Im Test heißt es: „Endlich ist das Licht verschwunden. Ich verschmelze mit der Leere!“
Musikalisch spiegeln tiefe Growls im Wechsel mit Screams das Geschehen aus den Abgründen des Ozeans wider. Gemäß den Textvorgaben geht es wieder in die Doomtiefe. Nachdem der Boden erreicht zu sein scheint, geht das Geschehen in den Tempomodus. Aggressive Screams, die durch das Schlagzeug getrieben werden, verbinden sich mit Growls. Die Saiteninstrumente bleiben „auf Geschwindigkeit“, während die Screams in Verbindung mit atmosphärischen Gitarreneinflüssen und einer später einsetzenden Flüsterstimme den Song zu seinem Ende bringen.
Durch einen Dauerton, der an Windgeräusche in einer Röhre erinnert, geht es mittels eines Vorspanns zum nächsten Song, der
Behind Walls Of Ice ist. Das Schlagzeug beginnt rhythmisch im Mid-Tempo. Es folgen verzweifelt klingende Screams, die durch progressive Gitarren begleitet werden. Nach dem Einsetzen einer Sprechstimme, bilden tiefe Growls eine dunkle Grundstimmung in dem Song. Helle Gitarrenriffs, lockern das Geschehen zwischenzeitlich auf. Das Schlagzeug führt weiter. Dann erfolgt ein Tempowechsel und es setzt eine Doomphase ein, an der selbst Hades im tiefen Untergrund seine Freude hätte. Danach kommen aggressiv wirkende Vocals zum Zuge, die durch Schlagzeugbeats und dunkle Saiteninstrumente, im Rahmen einer „Wanderung durch das Doomtal“ abgelöst werden. Dann baut sich ein Spannungsbogen auf, der durch verzweifelte Rufe einer Cleanstimme verstärkt wird. Die Gitarren ziehen das Geschehen im Verlauf wieder nach unten. Später geht es, geführt durch das Schlagzeug und die Gitarren in den Tempomodus. Böse Screams erscheinen aus der Tiefe! Sprechgesang führt den Song zu Ende.
Die Lyrics handeln von Mauern aus Eis. Die Vernichtung ist nahe. Versunken unter den Wellen erwartet die Menschheit ein eisiges Grab. Stellt Euch Eurem Untergang in den Wellen der Zerstörung heißt es im Text! Schar der Gläubigen, empfangt die Todesanzeige. Das wundersame Reich kommt Schritt für Schritt heran. „Erblicke die Herrlichkeit von unberührtem Boden! Der Durchgang dieser Tore wird jedoch für immer verwehrt bleiben. Die Menschlichkeit muss sich der Natur unterordnen!
Es erfolgt ein weiteres Zwischenspiel, bei dem atonale Töne zu dem Track
Vortex Of Infinite Despair überführen. Ein temporeiches Schlagzeug treibt die Gitarren an. Aggressive Vocals fügen sich ein. Sie erzählen
vom Untergang der Menschheit. Während das Wasser steigt, umarme die Verdammnis! Es soll Bitterkeit und Hass über die Schänder der Hoffnung kommen! Das Gemälde der Evolution wird ausgelöscht. Massiver Druck und Sturzfluten drücken nach unten. Wenn wir weinen, bleiben unsere Rufe ungehört. Panik ist in unsere Augen geschrieben! Ende!
Das Soundbild wirkt jetzt dunkel. Nach einer Tempoverlangsamung geht es in musikalisch tiefe Strukturen. Dann wechseln sich aggressive Screams mit tiefen Growls ab. Es herrscht eine dunkle Atmosphäre im Mid-Tempo. Nach der Wanderung durch das Doomtal bilden die Gitarren progressive Töne aus. Das Soundbild bleibt dunkel und tiefgründig. Helle Gitarrenriffs lockern das Geschehen etwas auf. Tiefe Vocals in Verbindung mit Screams führen wieder in eine Doomphase, die durch schnelles Gitarrenspiel aufgelöst wird. Es folgen Tempowechsel und komplexe Riffs. Rhythmisch, taktvoll geht es unter Schlagzeugführung weiter. „Schön dreckige“ Growls übernehmen, bevor sich progressive Gitarren einmischen. Mit einem Schrei der Verzweiflung geht das Stück zu Ende.
Der Finale Song ist Hestia Drowning. Das Stück beginnt mit einer Schlagzeugeinleitung. Gitarrenanschläge und die Drums führen in eine dunkle Atmosphäre. Plötzlich kommen aggressive Growls hinzu, die später unter rhythmischem Instrumentaleinfluss in Screams, übergehen. Gitarrenriffs vermitteln eine atmosphärische Stimmung. Gespenstisch wirkende Growls werden von riff-betonten, dunklen Saiteninstrumenten unterstützt. Später geht das Soundbild „auf Tempo“ und mündet im Anschluss in eine Doomphase. Es finden Bassfolgen, unter bösen, tiefen Growls statt. Gitarrenanschläge werden jetzt durch Schlagzeugbeats unterstützt und es folgt eine ruhige, atmosphärisch getragene Phase im Rahmen einer tiefen Basslast. Die Gitarren halten sich im Hintergrund auf und gehen zum Ende hin auf Tempo. Das Schlagzeug übernimmt noch mal kurz taktvoll.
Zum Abschluss des Tonträgers stürzen gemäß den Lyrics die Protagonisten im Sturzflug in den Abgrund. Die Flut steigt, der Rauch trübt den Himmel, hochgehaltene Idole fallen ebenso. Es entstehen vertraute Ängste, während uralte Instinkte bleiben. Gesetze der Logik werden missachtet! Es verbleibt noch der Blick auf die Überreste. Säubernde Wellen überrollen die Menschheit, lösen Erinnerungen auf und zerstören alles!
Das Outro beendet die EP mit einem Dauerton, der Wellenbewegungen simuliert.
Fazit:
„Death Throes Of A Drowning God“ ist ein Werk, das Soundbild und Lyrics bemerkenswert verbindet. Die Handlungen werden in gelungener Weise in schwarzmetalische, todesmetalische und in doombehaftete, musikalische Klangbilder eingebaut.
Verstärkt wird das Ganze durch den geschickten Wechsel zwischen Screams, Growls und an entsprechenden Stellen auch durch den Einsatz der Cleanstimme. Aufmerksamkeit erzeugen auch die teils wuchtigen, teils progressiven Gitarrenriffs, vor allem aber die ausgeprägten tiefdunklen, eingängigen Doomphasen. Insgesamt beinhaltet der Tonträger dadurch ein breites, vorwiegend dunkles Klangspektrum, das Aggressivität, Erhabenheit, Verzweiflung, aber auch Hoffnung widerspiegelt.
Alles in allem wird die Metalwelt durch dieses Werk in jedem Fall bereichert und die Metalheads sollten sich dies EP zu eigen machen. Erhältlich ist der Tonträger als CD, als Tape und wenn es sein muss auch zum Herunterladen.
| Band | Guyod |
| Album | "Death Throes Of A Drowning God" |
| Titel | 1. Signal 00347 1:32 2. A Thousand Invisible Eyes 5:57 3. Signal 05575 0:29 4. Behind Walls Of Ice 6:24 5. Signal 14721 0:37 6. Vortex Of Infinite Despair 6:11 7. Hestia Drowning 6:57 8. Signal 79357 0:48 |
| Label | grazil Records |
| Genre | Doom / Death Metal mit Black Metal Einflüssen |
| EP | Nr. 1 |
| Veröffentlicht | 23. Jan. 2026 |
| Herkunft | Österreich: Steiermark / Graz |
| Gründung | 2020 |
| Members | Ojin: Gesang Dohrn: Gitarre - Backing Vocals Daikakuji : Bass Rehoboth: Schlagzeug |
Verfasst im Januar 2026
von Roland Hesse



