Review: NORDLYS – Lichterglanz Finsternis

Es bewegt sich wieder etwas im schwarzmetalischen Untergrund! Nach dem Erscheinen des ersten Demos im Jahre 1995, einigen weiteren Kurzveröffentlichungen und einer Compilation (2008 als Pest), sowie einem Split Album (2016), sieht man das Nordlicht im Allgäu jetzt wieder leuchten! Am 27. Februar 2026 erscheint über das Label Solistitium Records das erste Studioalbum von Nordlys, das bezeichnenderweise den Titel „Lichterglanz Finsternis“ trägt. In dieses Werk wurden auch unvollendete Songs aus den Bandanfängen aufgenommen.

Los geht es mit dem Track Heimgang. Es erfolgt ein schwungvoller Beginn durch das Schlagzeug und der Saiteninstrumente. Growls setzten ein und erzählen die Geschichte,
vom letzten Schimmer am Horizont vor der Dämmerung, der eine unheimlichen Nacht einleitet. Bestien wachen auf und mächtige Kräfte werden in unseren Herzen wach. Sie zeigen uns den Weg des Lichtes, tief in der Dunkelheit.
Rhythmisch geht es im Soundbild weiter. Die Drums „machen Tempo“ und die Growls lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Gitarren wirken jetzt im Mid-Tempo zunächst voluminös. Später wird das Geschehen aggressiv. Danach treten die Saiteninstrumente in den Hintergrund und führen taktvoll weiter. Die Voices unterstützen und gehen in dunkle Gefilde. Im Anschluss bauen die Saiteninstrumente wieder Druck auf, beschleunigen das Tempo und bilden melodische Strukturen im Hintergrund aus. Die Growls erzählen „stoisch“ weiter. Es erfolgt ein ruhiger Ausklang des Songs mittels harmonischen Gritarrenanschlägen.

Das zweite Lied ist Wolf. Das Schlagzeug beginnt zusammen mit den Saiteninstrumenten temporeich. Dann setzen die Growls ein. Nach einer Tempoverlangsamung werden die Gitarren markant dunkel. Langsam schleichen die Riffs voran. Im Anschluss treibt das Schlagzeug und die Gitarren steuern helle, eingängige Töne hinzu. Später erfolgt ein Wechsel in langsame Gefilde. Die Voices wirken intensiv. Nach einem ruhigen, stimmungsvollen Part der Gitarren erfolgen druckvolle Riffs unter Schlagzeugeinfluss und „schön grausam“ klingenden Voices. Danach geht es in das Mid-Tempo. Dunkel betonte Saiteninstrumente verbinden sich mit ausdrucksvollen Growls.
Zum Ende hin, läuft das Schlagzeug in den Vollspeedmodus, die Voices wirken böse und drücken dabei Verzweiflung aus.
Im Text geht es um den Fenriswolf aus der nordischen Mythologie, der im Rahmen der Götterdämmerung Odin getötet hat. Hier wird ein Vergleich zur Welt gezogen. Einheitlich und vereint im Dunklen wird das Sein zerstört!

Weiter geht es mit dem Track Wilde Natur. Gitarrenanschläge entwickeln rhythmische Riffs. Taktvolle Schlagzeugbeats unterstützen die einsetzenden Growls. Das Soundbild geht unter massivem Gitarreneinfluss in den Tempomodus. Die Voices wirken böse. Im Verlauf wird die Spielgeschwindigkeit reduziert und die Growls wirken bedächtig. Danach geht das Schlagzeug in den Tempomodus und die Gitarren erscheinen progressiv. Zwischenzeitlich strahlen die Saiteninstrumente Dominanz aus und die Voices vermitteln einen „bösen Ausdruck.“ Zum Ende hin, tragen die Gitarren zu harmonischen Strukturen bei, während die Growls das Stück langsam und bedächtig zu Ende führen.
Die Lyrics behandeln hier das Leben im Einklang mit der Natur. Sonne, Feuer, Meer, so weit das Auge reicht. Schlangen, Adler und Raben, Wälder, Völker, Kulte, alles Wesen und Kräfte der Natur!
Auch das Sterben geschieht im Einklang mit der Natur!

Es folgt der Song Night! Das Schlagzeug und die Gitarren sorgen für einen temporeichen Beginn. Dann folgt eine Tempoverlangsamung und die Growls kommen bedächtig hinzu. Später geht das Schlagzeug wieder auf Vollspeed und die Gitarren folgen. Die Saiteninstrumente steuern später melodische Strukturen bei. Die Growls wirken furchterregend. Nach einem abermaligen Tempospiel erzeugen die Saiteninstrumente, unter dem Einfluss markanter Growls, einen melodischen Hintergrund. Im Mid-Tempo findet der Song sein Ende.
Das Stück handelt von einer nächtlichen Trauer, die das Herz des Protagonisten erfüllt. „Umarme mein Herz heute Nacht und führe es in deinen Schoß! Mit jeder Nacht wächst dieses Gefühl in mir, heißt es im Text.

Monument der Tränen ist das nächste Stück. Einem langsamen Beginn unter Schlagzeugbeats und mit Gitarrenbetonung folgen Growls. Das Ganze geht „auf Geschwindigkeit“. Die Gitarren wirken progressiv, während die Voices eine bedächtige, intensive Ausstrahlung entwickeln. Die Instrumente werden langsamer. Die Growls passen sich an. Später nimmt das Tempo rhythmisch zu, bevor es unter Gitarreneinfluss wieder etwas langsamer wird. Im Anschluss entwickelt das Soundbild Geschwindigkeit. Helle Gitarrenriffs kommen hinzu. Das Schlagzeug befindet sich im Old School Black Metal Modus und der Gesang wirkt prägnant. Zum Ende hin, wandert das Ganze unter ausgeprägtem Gitarrenspiel in ruhige Gefilde.
Die Lyrics beschreiben einen Mitternachtsstern, der als Wegweiser durch die Dunkelheit führt. Mit einem Funken Hoffnung, unter schweigenden Träumen im Seelenmeer, bewegt man sich suchend in der Vergangenheit. Voller Ehrfurcht und Mut erwachen die verlorenen Seelen. Es entsteht ein Monument unter Tränen. Was einst war, wird in neuer Form reinkarniert!

Der folgende Track ist Totenweihe. Die Gitarren leiten den Song ein und führen zusammen mit dem Schlagzeug und aggressiv klingenden Growls weiter. Die Saiteninstrumente werden im Verlauf druckvoll und die Growls berichten
von einem Protagonisten, der den Wunsch nach der dunklen Seite seiner Seele hat, um endlich gemeinsam mit ihr glücklich zu sein. Die Totenweihe ist hier das Bollwerk der Seele.
Weiter geht es mit einem Tempowechsel in langsame Gefilde, der durch die Saiteninstrumente erfolgt. Das Schlagzeug geht in den Black Metal Modus. Die Voices „bleiben konsequent dabei“. Mit rhythmischen Taktfolgen endet der Track.

Mit Disobey The One geht es weiter. Das Stück beginnt im Old School Black Metal Modus. Nach einer Tempoverlangsamung werden die Growls intensiv. Das Schlagzeug befindet sich dann wieder „auf Vollspeed“. Nach einer weiteren Temporeduzierung werden die Gitarren progressiv. Das Soundbild geht in ruhige Gefilde. Die Growls wirken böse und intensiv. Später geht es wieder in den Vollspeed Modus. Böse Voices wandern im Anschluss wieder in gemäßigte Bereiche, die durch die Gitarren angeführt werden. Nach einigen weiteren Tempovariationen und teils progressivem Gitarrenspiel endet das Stück durch aggressiv erscheinende Voices.
Die Lyrics handeln von dem „sich öffnen“ in der Ewigkeit. Der Eine führt aus dem Herzen heraus, bekennt euch zur Nichtigkeit, heißt es im Text. Wild, schön, frei, verändert euch mit der Zeit!
Seelen keuchen vor dieser Wildnis, die Nacht drängt in den Himmel, damit der Eine herrscht!

Der finale Song ist Northern Lights. Nach einem ruhigen Beginn führt das Schlagzeug die Saiteninstrumente, die dunkel wirken. Die Growls erscheinen gespenstisch und böse. Taktvoll und harmonisch geht es im Mid-Tempo weiter, bevor das Soundbild, angeführt durch die Gitarren, in ruhige Bereiche wandert.
Clear Vocals und Growls wechseln jetzt. Danach geht es unter aggressiven Voices in den Black Metal Modus. Nach einer Tempoverlangsamung durch die Gitarren, wandert das Soundbild unter melodischem Einfluss in dunkle, doomige Gefilde. Langsame, bedächtige Voices kommen ausdrucksvoll in das Spiel. Die Saiteninstrumente „arbeiten“ im „Doomkeller“ weiter. Zum Ende hin wird es“ in der Hölle“ etwas atmosphärisch. Ruhige Gitarrenanschläge beenden den Song.
Im Text ist die Rede von dem lebendigen Moment, der in der Zeit aufgebaut wurde und alleine in der Dunkelheit bis zum Morgengrauen kämpft. Die Dunkelheit durchdringt Hölle und Himmel, die Nordlichter weisen den Weg. Es ist der Moment des Lebens! Ich gehe alleine, dorthin wo die Weisheit leuchtet!

Fazit:
Das Nordlys Album „Lichterglanz Finsternis“, das am 27. Februar 2026 über Solistitium Records erscheint, ist ein Werk, das musikalisch wohltuend, grundsätzlich an den Black Metal der 90er Jahre angelehnt ist. In diesen sind, sehr stimmig, verschiedene progressive, melodische und auch Einflüsse aus anderen Metal Genres assimiliert. Gerade auch deshalb ist ein Tonträger entstanden, in dem der geneigte Hörer einige spielerische Nuancen finden kann, die das Werk zu einem gefälligen Hörerlebnis machen. Alles in allem bleibt jedoch die schwarzmetalische Basis erhalten.
Bezüglich der Lyrics sei beispielhaft auf den Song Northern Lights hingewiesen. Hier sind aggressive Voices, Old School Black Metal Passagen, tiefe Ausflüge in den Doomkeller, aber auch harmonische, sowie melodische Hintergrundklänge zu hören, die je nach den textlichen Gegebenheiten ausgestaltet sind.
Die Songs sind gut durchstrukturiert und bauen aufeinander auf, sodass jeder Track sehr hörenswert ist. Der Tonträger ist als Vinyl, CD oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen erhältlich.

BandNORDLYS
AlbumLichterglanz Finsternis
Titel1. Heimgang 5:53
2. Wolf 4:59
3. Wilde Natur 5:42
4. Night! 4:50
5. Monument Der Tränen 7:05
6. Totenweihe 4:05
7. Disobey The One 3:58
8. Northern Lights 6:39
LabelSolistitium Records
GenreBlack Metal
StudioalbumNr. 1
Veröffentlicht27. Febr. 2026
HerkunftDeutschland: Bayern / Memmingen
Gründung1994
MembersA.-: Gesang, Gitarre, Synthesizer
Kriya. Bass
Torstein: Schlagzeug

Verfasst im Februar 2026
von Roland Hesse

 

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