Am 25. Oktober 2025 hatten Asphagor im Rahmen einer Releaseparty dem schwarzmetalischen Publikum im Veranstaltungszentrum Komma in Wörgl ihr neues Album „The Aphotic Vortex“ vorgestellt, dass am 24. Oktober 2025 an den „Start gegangen“ ist. Höchste Zeit also, einige Sätze zu diesem Tonträger zu verlieren!
Vorab sei schon einmal erwähnt, dass das Werk neben dem musikalischen, „Asphagorischen Wiedererkennungswert“, einige interessante Ausflüge in die Tontiefen des metalischen Abgrundes beinhaltet, die u.a. eine spannende Reise durch den Tonträger versprechen.
Los geht es mit Procession, einem kurzen Vorspann. Es sind Hintergrundgeräusche, etwa wie ein Pferdewiehern, sowie Stimmen zu hören, die eine dunkle Atmosphäre erzeugen und zu dem Song
Gates Of Manifested Hell weiterführen. Er beginnt mit dem Schlagzeug und den Saiteninstrumenten, die im Mid-Tempo starten. Dann verlangsamt sich die Geschwindigkeit etwas und die Screams begeben sich intensiv in den Vordergrund. Eine Gitarre spielt einen gefühlvollen Part ein und geht im Anschluss in den Doomkeller. Die Screams wirken böse und die Saiteninstrumente lockern das dunkle Klangbild etwas auf. Im Anschluss vermitteln die Voices Verzweiflung und die Gitarren bilden Volumen aus. Die Drums begleiten temporeich. Der Gesang ist aggressiv todesmetalisch! Eine Gitarre spielt jetzt helle Akkorde dazu. Später geht es instrumental abermals in eine Doomphase, die das Stück zu Ende führt.
Analog zu diesen „Tönen“ geht es im Text um den Marsch einer Reihe Gefangener zu dem letzten Ruheplatz. Sie werden ihrer gerechten Strafe zugeführt. In der Dunkelheit drängen diese gebrochenen Geister durch die Tore der manifestierten Hölle und betreten das Reich des nie endenden Schmerzes.
In dem Zwischenspiel Nostromo erfolgt, mittels der musikalischen Darstellung von Wellenbewegungen, hellen Synthesizerklängen sowie einer Flüsterstimme im Rahmen einer knarzenden Türe, die gespenstische Überleitung zu dem Stück
Rites Of Embarkation. Die Saiteninstrumente erzeugen hier zu Beginn einen dunklen und spannungsgeladenen Ausdruck. Danach bilden die Gitarren unter einem treibenden Schlagzeug Druck aus. „Schön dreckig“ dargebrachte Screams erzählen die Geschichte
von den Riten der Einschiffung, die uns von aller Glückseligkeit befreien. Es geht unter unerbittlichen Stürmen tief in das unheimliche Meer. Gequälte Seelen ohne Namen verlieren jede Sehnsucht nach Güte und jede Hoffnung auf Erleichterung. Erfüllt von Angst beugen sich die Gedanken in die endgültige Unterwerfung in das vorbestimmte Ende.
Musikalisch geht es im Mid-Tempo weiter. Eine Gitarre „grätscht“ atonal dazwischen und im Anschluss wird es im Rahmen ruhiger, gefühlvoller Gitarrenanschläge melodisch. Danach geht es wieder in die musikalischen Tiefen. Es wird eine dunkle Atmosphäre erzeugt, die durch einen gespenstisch, wirkenden Cleangesang verstärkt wird. Später geht das Schlagzeug auf Tempo, bevor ruhige Gitarrenanschläge den Song zu Ende führen.
Im Text zu Path Of Devotion Pt. I geht es um den Weg zur Hingabe. Die Grausamkeit sticht in See heißt es im Text. Sie wird jedoch in die Irre geführt. Ziel ist das Ende!
Der Song beginnt durch gleichmäßige Beats der Drums. Dunkle Gitarren werden hinzugefügt und bauen einen Spannungsbogen auf, der durch eine „anklagende“Cleanstimme, im Wechsel mit bösen Growls verstärkt wird und zu dem Song
Path Of Devotion Pt. II führt. Er beginnt mit einer rhythmischen Einleitung durch das Schlagzeug. In der Folge setzten die Saiteninstrumente ein, die im Verlauf todesmetalisch, druckvoll werden. Die Screams treten mit bösem Ausdruck dominant auf. Das Schlagzeug geht in den Black Metal Modus und treibt zusammen mit den druckvollen Gitarren die Voices an. Temporeich geht es weiter. Eine Gitarre spielt sich in den Vordergrund und setzt danach zu einem progressiven Solo an. Dann erfolgt ein Tempowechsel. Es finden langsame Gitarrenanschläge statt. Später geht es in das Mid-Tempo und die Leadgitarre erzeugt helle und zum Ende hin einige dunkle Tonfolgen.
Die Lyrics behandeln die Metamorphose des ungeschützten Selbst, dem Abwerfen der Dekadenz und dem Entfliehen von widerwärtigen Anziehungskräften. „Flieht aus der Kontrolle in Richtung der reinen tugendhaften Taten“. Die Existenz wird von einer obsessiven Hingabe gereinigt, die gleichbedeutend mit Gleichheit ist.
Tehom ist der Vorspann zum nächsten Lied. Atonale Töne gehen in Donnergrollen und Gewitter über. Die Gitarren begleiten mit hellen Akkorden. Danach erfolgt eine tiefdunkle Überleitung zum nächsten Song,
der Into The Storm ist. Er beginnt mit einer dunklen Phase. Langsam, bedächtig und unter dem Einfluss heller Gitarrenanschläge, schleppt sich das Soundbild voran. Danach kommen die Saiteninstrumente progressiv in das Spiel. Die Screams setzen dominant ein und werden durch das Schlagzeug und die Gitarren rhythmisch im Mid-Tempo begleitet. Die Voices werden danach aggressiv, die Gitarren schieben sich nach vorne und das Schlagzeug geht in den Black Metal Modus. Im Anschluss spielen die Gitarren interessante Riffs und die Screams erzeugen eine aggressive todesmetalische und dunkle Stimmung. Das Schlagzeug bleibt im Vollspeedmodus und die Gitarren drücken dazu.
Im Text geht es um ein Schiff, einem schwimmenden Gefängnis, dass von Schimmel und Ratten befallen ist. Es herrscht ein unerträglicher Gestank. Zerschmetterte Glieder, Knochen und Schreie! Die Protagonisten flehen den Tod, den einzigen Beschützer herbei. Stille in der Dunkelheit, oh welche Glückseligkeit, aber keine ist zu haben, heißt es im Text.
Arrival ist wieder ein ruhiges Zwischenspiel. Man hört einen Pulsschlag, es folgt zunächst ein harmonisches, und später ein atonal einwirkendes instrumentales Prélude, welches zum nächsten Stück,
Conditio Inhumana führt. Taktvoll mit Volumen und unter Schlagzeugführung beginnen die Saiteninstrumente den Song im Mid-Tempo. „Schöne, dreckige Voices“ kommen zum Vorschein. Später tritt eine Gitarre mit hellen, progressiven Tonfolgen in das Geschehen ein. Das Soundbild wird druckvoll und die todesmetalischen Screams erzählen dominant von
Einer unvorstellbaren Traurigkeit. Der Verstand klammert sich an Fragmente und schwindet dahin. Keine Chance auf Bewährung oder Rehabilitation! Die Seele wird ausgelöscht!
Jede Erkenntnis wird verweigert, die Unendlichkeit mit der absoluten Abwesenheit genährt. Es ist eine Art sich zur Ruhe zu betten!
Musikalisch geht das Schlagzeug dann in den Old School Black Metal Modus, während die Gitarren Dominanz ausstrahlen und die Screams böse wirken. Später werden die Gitarren zunächst progressiv und vermitteln im Anschluss eine atmosphärische Komponente. Die Drums bringen zusammen mit den Gitarren den Song zu Ende.
Dissolution ist der finale Track. Es geht hier um die Auflösung von Leben und Zeit des Protagonisten und seinen Fall in die eigene Bedeutungslosigkeit. Entblößt vom Selbst mit einer Hülle wurde er geschaffen, sein Tod und seine Geschichte wird den Schleier lüften.
Musikalisch umgesetzt wird der Text zu Beginn des Stücks durch wuchtige Schlagzeugbeats unter Gitarrenbegleitung. Die Saiteninstrumente führen im Anschluss bedächtig unter atmosphärischem Einfluss weiter. Danach wird das Schlagzeug dominant und die Cleanstimme erzählt die Geschichte unter instrumentaler Begleitung im Mid-Tempo. Später wird die Spielgeschwindigkeit langsam und Gitarrenanschläge führen den Song zu seinem Ende.
Fazit:
Abwechslungsreich, eingängig und gut durchdacht! Genau diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich das The Aphotic Vortex Album von Asphagor zu Gemüte führt. Wie auch in den Vorgänger Alben ist es den Tirolern wieder sehr gut gelungen, die Black und Death Metal Passagen miteinander so zu harmonisieren, dass die Songs eine eingängige Wirkung auf die Hörer erzielen.
Schnelle, aggressive Parts, werden mit progressiven und atmosphärischen Strukturen so verbunden, das in den einzelnen Tracks ein Spannungsbogen entsteht, der auch die textliche Ausgestaltung der Stücke berücksichtigt. Auch die etwas versteckt, melodisch eingebauten Bestandteile sorgen für eine gewisse Auflockerung des Soundbildes. Außer Frage steht die Vocale Begleitung der Songs, die eingängig und souverän im Ausdruck geschieht. Von Screams, über Growls bis hin zur Cleanstimme ist alles vorhanden was manches Metal Herz erfreut. Auch das anpassungsfähige Schlagzeugspiel und die flexible Gitarrenarbeit sei hier erwähnt. Besonders hervorzuheben ist bei diesem Tonträger jedoch die „Dunkle Seite der Töne“! Gezielt und ansprechend sind hier langsame, doomig wirkende Passagen eingebaut, die dem Werk ein „gewisses etwas“ verleihen!
Zu erwähnen wären noch die kurzen Intros die den meisten Songs vorangestellt wurden. Diese tragen zweifelsohne zur Auflockerung des Gesamtwerkes bei.
Erhältlich ist der Tonträger, an dem man kaum vorbeikommt, als Vinylausgabe, als CD oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen.
| Band | Asphagor |
| Album | The Aphotic Vortex |
| Titel | 1. Procession 1:21 2. Gates Of Manifested Hell 5:10 3. Nostromo 1:27 4. Rites Of Embarkation 4:42 5. Path To Devotion Pt. I 1:29 6. Path To Devotion Pt.II 4:51 7. Tehom 1:47 8. Into The Storm 4:57 9. Arrival 1:40 10. Conditio Inhumana 5:08 11. Dissolution 4:48 |
| Label | Immortal Frost Productions |
| Genre | Black Metal / Death Metal |
| Studioalbum | Nr. 5 |
| Veröffentlicht | 24. Oktober 2025 |
| Herkunft | Österrreich - Tirol / Angerberg |
| Gründung | 2007 |
| Members | Morgoth: Gesang Hybreos: Gitarre M. Zanesco: Gitarre, Backing Vocals M.E. Sargoth: Schlagzeug, Gitarre P.P. Lps: Bass, Synthesizer |
Verfasst im Februar 2026
von Roland Hesse



