Review: The Holeum – Ensis

In ihrem am 20. März 2026 über Lifeforce Records erscheinenden neuen Longplayer setzen die „Death-Doomer“ von The Holeum ihre kosmische Reise, die bereits in den zwei Vorgängeralben begann, nun in dem Ensis Werk fort. Musikalisch wird die dunkle Materie durch intensive Doomphasen, ein manchmal aggressiv gestaltetes, teils melancholisch unterwandertes sowie experimentell entwickeltes Klangbild wiedergegeben.
Die Entdeckungsreisen nach den Schwarzen Löchern beginnt mit dem Track

The Fermi Paradox. Der Song fängt mit Gitarrenanschlägen, die ruhig und unter Schlagzeugbegleitung fortgesetzt werden an. Plötzlich setzten böse, furchterregende Death Growls ein, während das Soundbild in das Mid-Tempo wandert. Später erfolgen ruhig ausgeführte Gitarrenanschläge unter melodischem Einfluss im Hintergrund. Danach geht es mit aggressiv ausgeführten Vocals weiter. Im Anschluss wird das Klangbild dunkel, die Gitarren entwickeln sich progressiv. Die Cleanstimme erzählt unter Schlagzeug und Gitarrenbegleitung im Mid-Tempo. Danach kommen die Saiteninstrumente aus dem Hintergrund hervor und unterstützen die schmerzvoll, klingenden Growls im Mid-Tempo.
In den Lyrics wird die Frage nach Lebewesen in der unermesslichen Schwärze des Weltraums gestellt. Sind wir die Einzigen? Sind wir ein Oxymoron? Wir blicken in den Weltraum und suchen nach Licht. Wir sind Staub im Wind, vergänglich und schwach, verdammt zur Einsamkeit!

Der nächste Track ist Cosmic Void Spheres. Die Voices und die Saiteninstrumente kommen aggressiv in das Spiel. Eine Gitarre führt das Geschehen melodiös und ruhig weiter, bevor sich böse Growls einmischen. Eine Cleanstimme kommt hinzu, es folgt eine Tempoanpassung und langsame Beats des Schlagzeugs führen unter melodischem Einfluss weiter. Im Verlauf wird das Soundbild mittels der Gitarren sehr bedächtig und entwickelt einen intensiven melodischen Einfluss. Dann gehen die Saiteninstrumente in das Mid-Tempo und die Growls übergeben im Rahmen eines Melodienteppichs an die Cleanstimme.
Im Text geht es um die kosmischen, leeren Sphären, die in der Lage sind uns zu täuschen. Als wäre es nur ein Traum in der Nacht gehen sie wieder fort und lassen uns allein. Unser Leben ist wie eine Kugel, die in der Nichtigkeit treibt. Wir sind wie tote Sterne in einer trostlosen Gravitation. Nur die kosmischen Kugeln werden in der ewigen Nacht schweben.

Weiter geht es mit Macrocosm + Microcosm. Die Gitarre schlägt zu Beginn an und bildet melodische Strukturen aus. Im Anschluss erzeugen die Saiteninstrumente während einer ruhigen Gangart etwas mehr Druck. Das Schlagzeug gibt die Taktfolgen vor und die hinzukommenden Growls wirken furchterregend. Helle Riffs der Gitarren lockern das Geschehen unter Melodieneinfluss auf. Die Cleanstimme führt den Song gefühlvoll weiter. Später wird ein Melodienteppich aufgebaut, der durch die dominanten Death Growls „unterwandert“ wird. Danach übernimmt die Cleanstimme wieder gefühlvoll. In der Folge fügen die Gitarren eingängige, melodische Riffs hinzu. Langsam und bedächtig geht es weiter. Eine Sprechstimme berichtet kurz. Zum Songabschluss erzeugen die Saiteninstrumente, zusammen mit den Growls, innerhalb der getragen wirkenden, doomgeschwängerten Atmosphäre Volumen.
In dem Song dreht es sich um die Realität, die in Stücke fällt. Makrokosmus und Mikrokosmos, zwei Welten werden eins und lösen sich in Vergessenheit auf. Alles wirkt chaotisch, es gibt keinen Frieden, keine Ruhe in der Dunkelheit. Ähnlich wie in der Quantenphysik ist alles ungewohnt und nichts linear. Alles ist ungewiss und unvorhersehbar, ein leeres und einsames Universum, ein ewiger Fall in den Abgrund.

Es folgt jetzt Spontaneous Synchronization. Hier geht es um die Quantensynchronisation der Seele in der zwei Atome in einem Molekül unser Schicksal miteinander verflechten. In einem Quantenleuchtfeuer verbinden sich unsere Gedanken im Einklang, als wären sie durch die Seele vereint. Über die Quantensynchronität bewegen wir uns auf der existenziellen Reise vorwärts, um für die Ewigkeit verbunden zu sein, zumindest so lange bis unsere Körper zerfallen.
Musikalisch umgesetzt wird der Text durch das Schlagzeug und die Saiteninstrumente, die im Mid-Tempo beginnen. Im Anschluss drücken die Gitarren und die Voices wirken böse. Dann erfolgt ein Wechsel in ruhige Gitarrenanschläge. Danach geht es wieder druckvoll weiter. Die Growls berichten aggressiv. Die Saiteninstrumente begleiten mit Volumen und erscheinen teilweise progressiv im Hintergrund. Später kommt es zu einem Wechsel in ruhige Sphären, die melodisch unterlegt werden. Eine Cleanstimme wirkt harmonisch. Im Anschluss entwickeln die Saiteninstrumente nochmals Druck. Aggressive Growls führen das Stück unter progressivem Gitarreneinfluss zu Ende.

Hyperdimensional Physics ist der nächste Track. Druckvoll beginnen die Saiteninstrumente. Das Schlagzeug befindet sich im Tempomodus. Im Verlauf wird das Soundbild dann bedächtig und die einsetzenden Growls wirken leidend. Die Gitarren schieben sich in den Vordergrund und gehen in ein voluminöses Klangbild mit bösen Growls über. Das Spieltempo wird im Anschluss reduziert. Später kommt eine erzählende Cleanstimme hinzu. Danach geht es tief in den Doomkeller! Die Growls wirken „unterirdisch ansprechend“! Langsam schleppt sich alles voran. Zum Ende hin bilden die Gitarren einen melodischen Einfluss aus und die Cleanvocals führen den Song zu Ende.
Im Text treffen dort, wo die Vernunft in einen endlosen Albtraum verschwindet, Chaos und Dunkelheit auf der hyperdimensionalen Ebene aufeinander. Es scheint kein Konzept zu geben und das Leben wird zur Hölle. Trotz des Leidens lehnen wir diese Verführung durch die Hölle nicht ab. Es liegt ein Gestank von Tod und Hoffnungslosigkeit in der Luft. Unser Leben wird zur Sinnlosigkeit reduziert.

Jetzt kommt Esoteric Futuristic Visions an die Reihe. Im Mid-Tempo beginnt das Schlagzeug und die Death Growls berichten von esoterischen und futuristischen Visionen. Dunkelheit und Rätsel durchdringen den Kosmos. Theosophie und Kosmismus stehen Seite an Seite miteinander verbunden. Die verschlungene Sprache der Sterne erinnert uns an Dinge die unser Verständnis übersteigen. Wir sind Marionetten im kosmischen Theater. Unser Leben ist ein ewiger Kreislauf, von Geburt bis zum Tod in diesem dunklen, unheimlichen Universum.
Musikalisch gehen die Gitarren in eine Doomphase. Das Schlagzeug wird rhythmisch und die Voices erzählen die Geschichte. Die Saiteninstrumente werden wieder druckvoll und doombehaftet. Dann lockert heller Gitarreneinfluss das Geschehen auf, bevor es wieder in doomige Gefilde geht. Später werden die Gitarren progressiv und die Vocals aggressiv.

Das finale Stück ist Geometric Congruence Vortex. Nach einem ruhigen, instrumentalen Beginn
folgt unter Schlagzeug und Gitarrenbegleitung ein Übergang in das Mid-Tempo. Eine Computerstimme erscheint. Im Anschluss wird das Soundbild unter Führung von Growls aggressiver. Danach „kommt“ wieder die Computerstimme in Aktion und im Mid-Tempo geht es rhythmisch weiter. Das Schlagzeug begleitet im Anschluss die aggressiven Voices. Im Hintergrund besteht ein atmosphärischer Gitarreneinfluss.
Die Lyrics handeln von einem geometrischen Kongruenzwirbel, deren Linien sich im Innersten kreuzen und miteinander verschmelzen. Die Ordnung verschwindet, der Verstand ist verwirrt und der Raum ist verzerrt. In einem geometrischen Chaos wird die Logik außer Kraft gesetzt. Jedoch gibt es in dieser Verwirrung auch eine harmonische Konsequenz, die dazu aufruft, sich mit dem Geheimen zu vereinen.

Fazit:
The Holeum und die Verbindung mit der dunklen Materie und den Schwarzen Löchern! Diese Vorstellung erscheint in dem neuen Album Ensis, das am 20. März 2026 über Lifeforce Records veröffentlicht wird, sehr authentisch. Der textliche Inhalt des Werkes geht in die Tiefe.
Demzufolge ist es sehr gut gelungen, diese Thematik in eine intensive Ausgestaltung der musikalischen Klanglandschaft zu integrieren. Hierzu wird, je nach den dramaturgischen Erfordernissen, ein Genrespektrum eingesetzt, das im Death, Doom, aber auch im progressiven und melodischen Bereich des Metals wiederzufinden ist. Auch sind hier einige experimentelle Klänge zu hören. Insgesamt ergibt sich dadurch eine Bandbreite zwischen aggressiven, schwermütigen, melodischen sowie todesmetalischen Klängen. Hervorzuheben ist in jedem Fall der Einsatz von schönen Doomwalzen, die, die Hörer musikalisch in die Weiten des Universums führen sollen. Mit Ensis hat das spanische Quintett ein Werk geschaffen, das im allegorischen Sinne auf der einen Seite die Dunkelheit des Weltalls und auf der anderen Seite die Stahlkraft der einzelnen Sterne in ihrem Klangbild widerspiegelt. Ein mehrmaliges, intensives Hören der einzelnen Tracks ist hier sehr zu empfehlen. Dieses Album sollte man sein Eigen nennen! Erhältlich ist der Tonträger als Vinylausgabe, CD und wenn es sein muss auch zum Herunterladen.

BandThe Holeum
AlbumEnsis
Titel1. The Fermi Paradox 5:36
2. Cosmic Void Spheres 6:19
3. Macrocosm + Microcosm 7:43
4. Spontaneous Synchronization 5:23
5. Hyperdimensional Physics 5:16
6. Esoteric Futuristic Visions 4:31
7. Geometric Congruence Vortex 5:46
LabelLifeforce Records
GenreDark / Death / Doom Metal
StudioalbumNr. 3
Veröffentlicht20. März 2026
HerkunftSpanien - Murcia / Elche / Valencia
Gründung2014
MembersPablo Egido: Gesang, Drones
Luis Albadalejo: Gitarre
Julián Velasco: Gitarre
Paco Porcel: Bass
Miguel A. Fernández: Schlagzeug

Verfasst im Februar 2026
von Roland Hesse

 

 

 

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