Mascharat, die Masken aus Mailand starten mit Ihrem neuen Konzeptalbum „Ars Aurea Mortis“, dass am 31. Januar 2026 zur Veröffentlichung ansteht, in die philosophische Welt der Alchemie und der Esoterik. Auch die Ars Goetia, mit ihren Beschreibungen der 72 Dämonen, wird in dem Werk thematisiert. Die gesamte Handlung ist vordergründig, wie auch schon im Debütalbum aus dem Jahr 2017, in die Tradition der venezianischen Karnevalsmasken eingebunden. Die Maske steht diesmal in dem allegorischen Zusammenhang zwischen der Verwandlung von Menschen und Materie. Auch die Umwandlung von diversen Metallen in Gold, die durch einen Dialog zwischen den Initiierten und der Maske stattfindet, spielt in den Lyrics zu dem Album eine Rolle.
Die Texte der einzelnen Tracks bewegen sich musikalisch im Rahmen von schwarzmetalischen Strukturen.
Los geht es mit dem Intro. Gitarrenanschläge werden im Mid-Tempo ausgeführt und erzeugen einen dramatisch ausgeprägten Spannungsbogen, der zu dem Titel
Re Mida führt. Die Gitarren kommen hier stringent in das Spiel. Danach folgt das Schlagzeug, das sofort in den Old School Black Metal Modus wandert. Markant ausgeführte Screams erzählen die Geschichte von
König Midas mit seinen Eselsohren! In der Morgendämmerung schneidet ein Klang die Luft am Horizont. Das Gold der Vernunft und Weisheit verwandelt die Stille in Klarheit. Schwefeldämpfe steigen auf. Voranschreitend, verwandelt die Wut und die Gier heimlich die Materie. In den sieben Räumen hallt der Lauf der Zeit wider!
Inzwischen hat sich ein gespenstisch wirkendes Soundbild entwickelt, für das die Voices und die Saiteninstrumente verantwortlich sind. Später geht das Ganze in ruhige Gitarrenanschläge über, die dann in Begleitung rhythmischer Schlagzeugbeats in das Mid-Tempo wechseln. Aggressive Screams werden durch die Gitarren unterstützt und wirken dominant. Helle Gitarrenriffs ergänzen die inzwischen wieder gespenstisch wirkenden Voices. Im Anschluss gehen die Drums in den Black Metal Modus. Insgesamt bildet sich ein „furchterregendes“, dunkel ausgeprägtes, musikalisches Spektrum heraus.
Langsam und bedächtig geht der Song dann seinem Ende zu.
Es folgt nun Nigredo. Die Saiteninstrumente gehen mit den Drums und böse wirkenden Screams in den Tempomodus. Die Voices sind jetzt halldurchsetzt. Nach einem Tempowechsel stehen Gitarrenriffs im Vordergrund. Es entwickelt sich ein atmosphärisches Soundbild. Dann wird es langsam und es folgen einige Gitarrenanschläge. Der Gesang wirkt tiefgründig und erzählt unter langsamer, atonaler, instrumentaler Begleitung
von der Materie, die einen neuen Willen ausformt und die Gier des Individuums im Schlamm erstickt. Das Fleisch verfault und teilt sich. „Wie riss mich der üble Irrtum hinweg!“ Die Flamme lodert und verschlingt sich tief im Inneren der Erde selbst.
Instrumental befindet sich das Soundbild jetzt wieder im Old School Black Metal Modus. „Dreckig“ ausgeprägte Screams, die eine dunkle Wirkung ausstrahlen kommen hinzu. Es folgen auflockernde Gitarrenriffs unter Beibehaltung der bösen Voices. Dann geht das Schlagzeug nochmal auf „Speed“, während der Song später langsam und getragen, ausklingt.
Der nächste Track ist Albedo. Die Gitarren leiten im Mid-Tempo den Song ein und bilden im Verlauf Druck aus. „Böse und hässlich“ dargebrachte Screams kommen hinzu und berichten
von dem sich lösen aus dem Unendlichen, dem leblosen, zurück in das Leben! Das Silber fließt und nährt die Flamme des Sterns, der den Tag erhellt. Krähen steigen in die Luft und zerfleischen die dunkle Materie. Rückwärts geht der Tanz voran! Die Schöpfung geht über die physische Welt hinaus.
Die Saiteninstrumente bringen helle Tonfolgen ein. Die Drums gehen später in den Old School Black Metal Modus. Die Gitarrenriffs erzeugen in Verbindung mit den Screams eine ruhige, jedoch druckvolle Atmosphäre. Diese zieht sich „gnadenlos“ durch den weiteren Songverlauf. Später gehen die Voices in ein schleppendes Mid-Tempo über und bleiben dabei sehr markant im Soundbild. Es entsteht eine gespenstische Sphäre. Langsam und dunkel findet auch der Ausklang des Stückes statt.
Weiter geht es mit dem Song Citrinitas. Die Gitarren sausen hier gleich durch den Äther. „Böse“, „dreckig“ wirkende Screams kommen zum Vorschein. Heller Gitarreneinfluss lockert das dunkle Geschehen auf. Die Voices klingen wie tief aus der Hölle kommend. Temporeich führt das Schlagzeug. Nach einer Tempoanpassung erzeugen die Saiteninstrumente im Rahmen einer dunklen musikalischen Struktur eine melodische Komponente. Das Schlagzeug bleibt im schnellen Spiel, und die Voices wirken weiter „erschreckend“. Danach wechselt das Soundbild in gemäßigte Klänge. Die Voices werden durch ein ruhiges Gitarrenspiel, mit melodischem Einfluss begleitet. Später wird es im Mid-Tempo aggressiv. Furchterregende Screams geraten in einen dunklen, instrumentalen Einfluss. Das Klangbild geht in den Old School Black Metal Modus. Zum Ende hin, findet ein dunkler, ruhiger Ausklang statt.
Die Lyrics handeln von einem ewigen Leuchten. Im Text heißt es: „Steige herab, verzaubere die himmlischen Sphären und befehle deinen Willen“! Das Biest schmückt sich mit Lichtstreifen.
Blass, ist der Marsch der Vesper, die Morgendämmerung fängt Feuer. Blut bedeckt die Türen der Sublimation!
Nun kommt Rubedo an die Reihe. Die Gitarren treten temporeich und riff-betont auf. Die Voices erzählen mit „dreckig“ wirkendem Ausdruck die Geschichte
von der goldenen, untergehenden Sonne. Aus verborgenen Kammern verbreitet die Dämmerung die Schatten des Todes. Non serviam, befiehlt Azoth, heißt es im Text! Dem Kreuz und dem Schwert, non serviam!
Musikalisch werden die Saiteninstrumente durch das Schlagzeug getrieben. Dann kommen „fürchterlich“, wirkende Screams hinzu. Helle Gitarrentöne mildern das böswillig wirkende Soundbild ab. Die Drums gehen in den Black Metal Modus. Später übernehmen wieder die Saiteninstrumente druckvoll, mit dunkler Ausstrahlung! Die Screams „grätschen“ dazwischen, während die Gitarren den Song aggressiv zu Ende führen.
Lapis ist das vorletzte Lied. Massiver Gitarrensound setzt im Mid-Tempo ein. Das Schlagzeug geht in den Speed Modus. „Dreckig“ klingende Screams erzählen die Geschichte. Die Gitarren fügen harmonisch, die passende Riffs hinzu. Dann erfolgt ein Tempowechsel in ruhige Gefilde. Das Schlagzeug führt kurz an. Anschließend werden die Vocals intensiv. Es folgt eine rhythmische, instrumentale Weiterführung. Die Screams klingen im Anschluss grausam. Danach mischen sich die Voices wieder dunkel und „leidend“, wirkend ein. Ein langsamer Ausklang beendet das Stück.
Im Text heißt es: „Jenseits des Kreises, jenseits der Schwelle wende deine Schritte, strecke deine Hand aus, lausche der Stimme, die aus der Zeit kommt“. „Schweigen ist Gold“!
Mit dem Outro, in dem die Gitarre langsam gezupft, ruhige Akkorde vermittelt, endet das Stück.
Fazit:
Genau wie bei dem Debütalbum von Mascharat aus dem Jahr 2017, ist es auch bei dem Ars Aurea Mortis Werk wieder empfehlenswert, die kryptisch dargestellten Texte zu ergründen, die den authentischen Bezug zur Musik bilden. Es geht hier im Rahmen des Konzeptalbums schwerpunktmäßig um die Verkleidung durch die Maske, die wie in der Einleitung bereits ausgeführt, einen Zusammenhang mit der Verwandlung des Menschen und der Materie in Bezug auf philosophische Gesichtspunkte abbildet. Je nach Dramaturgie, ist das Soundbild mal aggressiv, mal progressiv oder auch harmonisch, in jedem Fall aber oft, mit einem dunklen Ausdruck dargestellt. Entsprechend authentisch wirken auch die Screams.
Dieses Album stellt in jedem Fall eine Bereicherung für den Plattenschrank dar! Erhältlich ist der Tonträger als CD oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen.
| Band | Mascharat |
| Album | Ars Aurea Mortis |
| Titel | 1. Intro 2:11 2. Re Mida 6:10 3. Nigredo 6:38 4. Albedo 7:01 5. Citrinitas 6:45 6. Rubedo 4:55 7. Lapis 5:29 8. Outro 1:55 |
| Label | Remparts Productions |
| Genre | Black Metal |
| Studioalbum | Nr. 2 |
| Veröffentlicht | 31. Januar 2026 |
| Herkunft | Italien -Mailand |
| Gründung | 2010 |
| Members | Hellequin:Gesang, Gitarre Grímr: Gitarre Stilleben : Bass, Effekte Cutirons: Drums |
Verfasst im Januar 2026
von Roland Hesse



