Review: Blodørn – Det Finnes Ingen Trone

Wer Lust auf schwarzmetalische Klänge aus Norwegen hat, die an den Black Metal der 90er Jahre erinnern, der sollte mal in das dritte Studioalbum von Blodørn hineinhören. In Det Finnes Ingen Trone geht es in die dunklen, musikalischen Abgründe „hinunter“, die inhaltlich Themen der nordischen Mythologie und des Wikingertums verarbeiten. Die Texte sind in norwegischer Sprache gehalten.

Los geht es mit dem Titelsong „Det Finnes Ingen Trone“. Hier nehmen die Saiteninstrumente gleich „Fahrt auf“ und das Schlagzeug geht in den Old School Black Metal Modus. Nach einer Tempoanpassung in das Mid-Tempo, setzen „schön, schrecklich“ klingende Screams ein und es wird dabei rhythmisch. Danach gehen die Drums in den Speedmodus und die Gitarren halten mit. Später wechselt das Soundbild in langsamere Gefilde. Die Saiteninstrumente wirken druckvoll und die Screams erscheinen weiter „dreckig“ im Ausdruck. Die Drums führen rhythmisch. Nach einer temporeichen Passage geht das Ganze in langsame, doomige Sphären über, die vordergründig durch die Gitarren geprägt sind. Eine Cleanstimme fügt sich ein und erzählt langsam die Geschichte. Einige markante Gitarrenriffs leiten das Spielgeschehen wieder in den Tempobereich. Das Schlagzeug „klopft“ im Black Metal Modus, während eine Gitarre zwischenzeitlich helle Tonfolgen erzeugt. Die Gitarre bringt den Song langsam zu Ende.
Der Text behandelt den Kampf der Wikinger gegen den Einfluss der christlichen Könige. Es gibt keinen Thron und keine Eroberung des Landes. Sie werden gefangen genommen. Es wird brutal und es gibt keine Gnade. Im Text heißt es weiter: „Nimm deine Religion und verschwinde von hier, du kannst nicht in unsere Gedanken eindringen, es gibt keinen Thron“!

Der zweite Track ist Knokkelklang. Er handelt von einem Kampf des Protagonisten gegen eine kleine Armee. Mittels einer Axt und dem Ausnützen des Windes geht es weit über das offene Gebirge. Viele Männer werden herausgelockt und im Rahmen der Kämpfe kann man das Klirren der Knochen hören.
Musikalisch wird das Thema mittels des Schlagzeuges und den Seiteninstrumenten umgesetzt. Alles befindet sich im Vollspeedmodus! Dreckige Voices spiegeln den Text wider. Es geht im Eiltempo weiter. Das Soundbild wird rhythmisch und die Gitarren riffbetont. Sie spielen in hellen Klangfolgen dazwischen. Das Schlagzeug geht in den Black Metal Modus und die Voices erzählen die Geschichte mit bösem Ausdruck. Später wird das Tempo in langsame Bereiche geführt und eine Gitarre erzeugt versöhnliche Töne, während sich das Soundbild instrumental „voranschleppt“. Im Anschluss kommen ausdrucksvolle, böse Voices hinzu und „alles geht wieder auf Tempo“! Mit einer hohen Spielgeschwindigkeit geht es dem Ende zu.

Das nächste Stück ist Blodslit For Lit. Dunkel und voluminös beginnen hier die Saiteninstrumente. „Schön, hässliche“ Screams kommen hinzu, während sich die Instrumente im Tempomodus befinden. Nach einer rhythmischen Phase gehen die Drums in den Black Metal Modus und danach wieder in gemäßigte Bereiche. Das Soundbild schleppt sich in Verbindung mit einer Clean Stimme voran. Eine Gitarre spielt helle Tonfolgen ein. Danach geht es in den Speed Modus. Später wird es druckvoll und die Screams erscheinen böse. Zum Ende hin lässt das Tempo nach und die Saiteninstrumente bringen gefällige Klänge ein.
Die Lyrics handeln von Kämpfern, die sich nach der Schlacht in der Tiefe des Waldes erholen. „Nach dem Kampf müssen wir uns gut erholen und das Bier aus den Krügen trinken“, heißt es im Text. „Ich werde dich dann wieder im Kampf sehen, zeige keine Angst“! Blut, Schweiß und Tränen für wenig Geld!

Weiter geht es mit Kast Din Krone. Das temporeiche Schlagzeug beginnt, die Saiteninstrumente steigen ein und die Screams wirken dunkel und „dreckig“. Die Gitarren führen im Anschluss das Soundbild in ruhige, etwas doomige Bereiche. Danach erfolgt wieder eine Tempoaufnahme. Die Drums gehen in den Old School Black Metal Modus und die Screams sind aggressiv. Die Gitarren spielen sich in den Vordergrund. Die Voices erzählen unter einer druckvollen Gitarrenarbeit
von der
Aufforderung an den Feind, seine Krone wegzuwerfen, da schon so viele Männer verloren wurden. „Ich zerstöre deinen Thron, wirf deine Krone weg“, heißt es im Text. Deine Macht schwindet, dies ist das Land der Wikinger, niemand sieht dich, du bist nicht mehr!

Es folgt nun das Lied Svarte Djuv, Kast Dem Ned. Das Keyboard erzeugt kurz Orgeltöne, danach erfolgt Gitarrendruck. Das rhythmische Schlagzeug und dreckig wirkende Voices kommen hinzu. Dies geschieht im Mid-Tempo. Später kommen die Gitarren nach vorne und begleiten die Screams, die später in Clean Voices übergehen, dominant. Instrumental, rhythmisch geht es weiter. Danach erzeugen die Saiteninstrumente mächtig Druck aus dem Hintergrund, während die Screams, unter massivem Gitarreneinfluss ihre Geschichte von
den schwarzen Dämonen erzählen, die in die schwarze Dämonenwelt hinuntergeworfen werden.
Zerstörtes Vertrauen, deshalb keine Gnade! Der Mond scheint hell, es ist ein tödlicher Plan.
Sie fallen hinunter und landen mit einem dumpfen Schlag. Zum schwarzen Teufel mit ihnen!

Grav Din Egen Grav ist der vorletzte Song.
Grabe dein eigenes Grab! In dunkler Nacht, bei hellem Mond, in kaltem Schnee, ist es dein letzter Tag. Du musst selbst die Schaufel in die Hand nehmen. Ich hebe die Axt und schlage zu, heißt es im Text.
Die Saiteninstrumente und die Drums beginnen im Mid-Tempo. Böse Screams erzählen die Geschichte. Das Soundbild wird jetzt rhythmisch. Cleanvocals wechseln sich kurz mit Screams ab. Die Gitarren führen gefällig weiter. Dann kommen wieder die Screams hinzu. Die Saiteninstrumente prägen inzwischen das Geschehen. Screams und treibende Gitarren führen den Song zu Ende.

Das finale Stück ist Vandrar Av Rang. Es beginnt mit einem instrumentalen, temporeichen Beginn. Das Schlagzeug treibt voran und böse wirkende Screams setzen ein. Die Drums werden zunächst rhythmisch und gehen dann in den Vollspeedmodus. Die Gitarren halten mit. Später wird es ruhig und die Gitarren steuern schöne, ausgespielte Riffs bei. Danach wird wieder „Vollgas“ gegeben! Die Voices wirken böse und das Klangbild befindet sich im Black Metal Modus. Zum Ende hin übernimmt die Clean Stimme und führt den Song langsam folkloristisch zu Ende.
Die Lyrics handeln von einem Wanderer der seinen Weg in endloser Wut durch die stürmische Nacht sucht. Er wandert durch die Kälte mit festem Schritt. Die letzte Steigung ist hart. Erschöpft kämpft er sich langsam zum Gipfel des Tals.

Fazit:
Böse und schmutzig erscheinende Screams, ein Schlagzeug im Hochgeschwindigkeitsmodus und ein gnadenlos intensiver Gitarrensound, alles verwoben in schwarzmetalische Strukturen, angelehnt an den norwegischen Black Metal Sound der 90er Jahre! Dies alles, wird durch auflockernde Gitarrenriffs und Geschwindigkeitsanpassungen, die bis hinein in den Doomkeller münden ergänzt, sodass ein traditionelles, aber auch ein bandspezifisches Klangbild entsteht. Textlich behandeln die Songs das Wikingerzeitalter.
In etwa dieser „Art und Weise“, kommt das am 27. Februar 2026, über Solistitium Records erscheinende Blodørn Album mit dem bezeichnenden Titel Det Finnes Ingen Trone (Es gibt keinen Thron) auf die interessierte Hörerschaft zu. Die Freunde der dunklen Klänge, sollten sich dieses Werk mal zu Gemüte führen. Erhältlich ist das Album als CD, als Vinyl Scheibe oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen.

BandBlodørn
AlbumDet Finnes Ingen Trone
Titel1. Det Finnes Ingen Trone 6:29
2. Knokkelklang 6:01
3. Blodslit For Lit 6:12
4. Kast Din Krone 5:33
5. Svarte Djuv, Kast Dem Ned 4:46
6. Grav Din Egen Grav 3:51
7. Vandrar Av Rang 6:43
LabelSolistitium Records
GenreBlack Metal
StudioalbumNr. 3
Veröffentlicht27. Februar 2026
HerkunftNorwegen - Sauda/Rogaland
Gründung2017
MembersArild Hodne: Gesang, Gitarre
Svein Terje Sovang: Gesang, Drums, Keyboards
Jan Thore Ørnes: Bass, Keyboards

Verfasst im Februar 2026
von Roland Hesse

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