Review: SEEDS OF TORMENT – Those who feed the maw

Bereits im Jahr 2023 trafen die beiden Musiker Marcel Schiborr und Daniel Funke (Sänger bei Suffersystem) im Rahmen eines Gastbeitrages, in dem Marcel Schiborr vier Songs mittels seiner Leadgitarre für das Suffersystem Album beisteuerte, aufeinander. Aus dieser Begegnung heraus entwickelte sich die Idee, die Band SEEDS OF TORMENT zu gründen. Nachdem Marcel Schiborr schon einige unveröffentlichte, düstere, todesmetalische Songs geschrieben und aufgenommen hatte, fehlte nur noch ein „Vocalist mit der passenden Stimmlage!“ Diesen Part übernahm dann Daniel Funke. Dem SEEDS OF TORMENT Debütalbum, das den Titel Those who feed the maw trägt und bereits im März 2025 digital und später auch als Tape veröffentlicht wurde, stand nun nichts mehr im Wege. Im August 2026 erschien über Black Blood Records der Tonträger dann auch noch als Digipak-CD.

Der erste Song des Albums ist Incanation Of The Damned. Es geht gleich im Vollspeedmodus los. Das Schlagzeug „jagt“ die Saiteninstrumente und die Screams passen sich dem Tempo entsprechend an. Die Gitarren drücken, teilweise auch progressiv dazwischen und gewinnen, genau wie die Vocals, im Verlauf an Aggressivität. Die Drums befinden sich inzwischen im „Geschwindigkeitsrausch“. Die Gitarre steuert zeitweise helle Tonfolgen bei und die Screams wirken dominant. Im Anschluss wandern die Saiteninstrumente in einen „gefühlt“ dunklen Abgrund! Später erzeugt die Gitarre Druck und die markanten Vocals
erzählen die Geschichte von der Beschwörungsformel der Verdammten, einem Zauberspruch, mit dem der Herrscher über das Dunkle Göttliche, die bösen Mächte aus den Tiefen, hervorbringt.
Diese Mächte bringen Tod und Chaos. Dämonen kriechen aus den Spalten feuriger Gruben. Der Himmel färbt sich rot und der Boden beginnt zu beben. Der Zauberspruch der Verdammten bringt der Welt Finsternis und Angst. Die Schreckensherrschaft naht.

Es folgt Cause Of Anguish. Druckvolle Saiteninstrumente beginnen. Das Schlagzeug kommt taktvoll in das Spiel. Die Screams passen sich an. Dunkel, todesmetalisch und druckvoll geht es weiter. Die Vocals berichten
von einer geflügelten Gottheit, die hoch in den Lüften schwebend Dämonen herbeizaubert, die Macht über Zeit und Raum sowie über Leben und Tod ausüben. Mit jedem Atemzug fordern sie eine Seele ein und laben sich an Angst und Schmerz. Sie verbreiten Lügen von Macht, Reichtum und Furchtlosigkeit. Ihr Gelächter hallt durch die Nacht. Es besteht keine Hoffnung mehr, kein Leben, nur Tod, das ist das Ende!
Die Gitarre spielt jetzt progressive Töne. Danach führt das Schlagzeug die Saiteninstrumente in ein dunkles Spektrum. Die Voices erzählen unermüdlich die Geschichte. Die Drums geben dabei im Hintergrund „Dauerfeuer“! Später endet der Song mit ruhigen Gitarrenanschlägen.

Stück Nummer drei ist The Conjuring. Böse Screams, ein Schlagzeug im Vollspeedmodus und Gitarrensaiten die zu glühen scheinen, beginnen den Song. Dann klopft das Schlagzeug solo, bevor die dunkel erscheinenden Voices weitermachen. Sie werden durch progressive Gitarrenklänge im Hintergrund unterstützt. Später spielt die Gitarre helle, solistische Tonfolgen dazwischen und führt das Stück zu Ende.
Die Lyrics erzählen eine Geschichte voller Leid. Der Teufel breitet seine Flügel aus und beschwört einen tiefgreifenden Pakt, geschlossen mit Dämonen. Es werden Opfer auf unheiligem Boden erbracht. In dieser finsteren Symphonie zieht der Teufel seine Parade ab. Verlassene Seelen flehen um Gnade! Hütet euch vor dem Zauberspruch!

Weiter geht es mit Winged Divinity. Die Saiteninstrumente beginnen druckvoll im Mid-Tempo. Böse und dominant treten die Screams in Erscheinung. Die Gitarre unterstützt die Vocals im Hintergrund.
In dem Text geht es um die Ursache des Leids und den Bringer des Schmerzes. „Ich werde deine Träume heimsuchen und dich in einen schrecklichen Wahnsinn treiben. Ich werde dein Herz brechen und deine Seele zerreißen. Meine Berührung ist Gift, mein Kuss der Tod. Keine Erleichterung ist in Sicht! „Ich bin die Ursache des Leids, der Teufel, den du nicht besiegen kannst, du gehörst mir“, heißt es im Text!
Dunkel und gitarrenbetont geht es langsam weiter. Die Voices wirken aussagekräftig. Im Anschluss gibt das Schlagzeug „Vollgas“. Die Screams erscheinen aggressiv. Plötzlich erfolgt eine Tempoverlangsamung und ein ruhiges Bassspiel. Die Voices gehen in den Erzählmodus. Die Gitarre schlägt kurz ruhige Töne an. Danach entwickeln die Instrumente zusammen mit den Screams Geschwindigkeit und in diesem Zusammenhang Aggressivität. Im Anschluss geht es wieder in ruhige Sphären, jedoch bleiben die Saiteninstrumente druckvoll. Die Gitarre begleitet mit hellen Tonfolgen die böse wirkenden Screams. Betont basslastig und leicht melodisch angehaucht, geht das Stück seinem Ende zu.

Insane Veiled Slavery ist der nächste Track. Gitarrenbetont unter Schlagzeugbegleitung geht es los.
Aussagekräftige Screams kommen hinzu.
Es geht hier um eine Knechtschaft durch den Glauben. Der Verstand wird in die Irre geführt. Der Glaube schmiedet böse Ketten und fesselt die ruhelosen Seelen daran. Ein Symbol der Täuschung!
Der Verfall der Menschheit durch das Gebot des Glaubens ist verbunden mit dem Wahnsinn. Löse die Ketten, schlafe nicht länger, die Welt leidet! Im Griff des Wahnsinns siehst du es nicht!
Die Seiteninstrumente führen drückend weiter. Die Screams werden dominant und die Gitarren unterstützen progressiv. Das Schlagzeug führt im Hintergrund und überlässt das Geschehen den mit einem leichten orientalischen Einfluss versehenen Saiteninstrumenten.

Embrace The Curse ist der folgende Titel. Das Schlagzeug beginnt im Mid-Tempo, während unterdessen eine Sprechstimme erscheint. Die Screams beginnen ruhig. Die Gitarre fügt sich druckvoll in das Geschehen ein. Dann vermitteln die Voices einen schönen, schauderhaften Eindruck. Die Saiteninstrumente drücken markant weiter. Die Screams wirken jetzt dunkel. Diese Sphäre wird durch das Schlagzeug und progressive Gitarren im Hintergrund unterstützt. Später erscheint das Soundbild weiterhin druckvoll und die Screams erzählen von
einem Fluch, in dem die Seelen den höllischen Begierden übergeben werden und das Böse dabei siegt. Unter dem Mond, wo die Dämonen spielen und purpurrote Flüsse fließen, bleibt man für immer gefesselt. Unreine Seelen flüstern in der Nacht. Keine Hoffnung ist zu finden. Im Reich der Schatten, wo die Dunkelheit herrscht, bleibt der Fluch bestehen.
Das Schlagzeug befindet sich im Mid-Tempo. Rhythmische Gitarren halten sich im Hintergrund auf und unterstützen die schön, „dreckig“ wirkenden Voices. Eine Sprechstimme und die Saiteninstrumente bringen den Song zu Ende.

Der vorletzte Track des Albums ist Deliverance. Druckvolle Saiteninstrumente kommen ins Spiel und unterstützen rhythmisch die Screams. Das Schlagzeug treibt an. Die Gitarren halten mit. Die Voices entwickeln Aggressivität und erzählen im Mid-Tempo von
einem Abstieg in die Dunkelheit zu den unbekannten Schatten. Ohne Erlösung, treibt der Protagonist unter qualvollem Leiden in die Leere seiner Einsamkeit. Der Geist beginnt zu verblassen und es findet jeden Tag ein Kampf mit den Dämonen statt. Es siegt nur die Verzweiflung. Im Reich der Dunkelheit ist er gefesselt und eingesperrt. Er erliegt im ewigen Schlaf.
Die Gitarren unterbrechen kurz und führen die Screams dann weiter. Später gehen die Drums „auf Tempo“ und die Gitarren treiben ihren Vocalisten voran. Druckvolle Saiteninstrumente in Verbindung mit der progressiv wirkenden Gitarre unterstützen die Screams. Zum Ende hin klopft das Schlagzeug noch mal „kräftig dazu.“

Der finale Song ist The Invocation Rite. Langsame Gitarrenanschläge begleiten den femalen Gesangshintergrund und eine Sprechstimme erzählt ruhig von
einem Beschwörungsritus unter dem dunklen Schleier des Mondes. Hier entfesseln Kräfte einen
ungerechten Pakt, doch während sie in den Abgrund eintauchen, erkennen sie den tödlichen Kuss der Dämonen. In der Finsternis gibt es kein Entkommen. In den Schatten verweilen sie für immer, verurteilt zu ewigem Bann. Ihre Seelen zittern in tiefer Nacht. In den Tiefen des Reiches der Unterwelt finden die Beschwörer ewigen Untergang.
Die Gitarren erzeugen im langsamen Tempo leichten Druck. Ruhig, bedächtig und sehr dunkel geht es mit Gitarrenanschlägen weiter. Später werden die Screams markant. Instrumental entwickelt das Soundbild atmosphärische Strukturen. Im Verlauf wird das ruhige, komplexe Spiel der Saiteninstrumente etwas beschleunigt. Die Voices, bleiben bis zum Schluss dominant.
Fazit:
Das SEEDS OF TORMENT Album, das der Hörerschaft im August 2026 über Black Blood Records nun auch als Silberling zur Verfügung gestellt wurde, lässt beim Durchdringen der Gehörgänge sicherlich keine lange Weile aufkommen.
Die beiden Protagonisten von SEEDS OF TORMENT haben ihr Album „Those who feed the maw“
wechselweise mit aggressiven, mit dunklen, mit schleppenden, aber auch mit atmosphärisch wirkenden Tonfolgen ausgestattet. Auch komplexe Riffs, oft verbunden mit einem progressiven Zwischenspiel der Gitarre sind hervorzuheben. Hinzu kommen die immer wieder mit Spannung zu erwartenden Tempowechsel, bei denen man nicht weiß, wann sie im todesmetalischen Klangbild zum Vorschein kommen.
Die Screams sind der Dramaturgie nach, entsprechend mit dem Sound verbunden. Die eher schwarzmetalischen Texte spiegeln die musikalische Reise in dunkle, abgrundtiefe Gefilde wider. Die Voices nehmen sich Anleihen aus dem Death, manchmal aber auch aus dem Black Metal Genre.
Sei´s drum, insgesamt beinhaltet das Werk seinen bandeigenen Charakter.
Das Album sollte sich nach Einschätzung des Verfassers dieser Zeilen auf jeden Fall im eigenen Plattenschrank wiederfinden.
Empfehlenswert ist es, das Werk, das es als Digipak-CD, als MC oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen gibt, mehrmals intensiv zu hören. Man kann immer wieder neue Nuancen für sich entdecken.

BandSEEDS OF TORMENT
AlbumThose who feed the maw
Titel1. Incantation Of The Damned 4:17
2. Cause Of Anguish 3:53
3. The Conjuring 3:08
4. Winged Divinity 6:34
5. Insane Veiled Slavery 4:13
6. Embrace The Curse 4:27
7. Deliverance 4:27
8. The Invocation Rite 5:35
LabelBlack Blood Records
GenreDeath Metal mit Black Metal Einflüssen
StudioalbumNr. 1
Veröffentlicht28. März 2025
HerkunftDeutschland: NRW -Gelsenkirchen / Hattingen
Gründung2023
MembersMarcel Schiborr - Alle Instrumente (Musik)
Daniel Funke - Geang (Texte)

Verfasst im September 2026
von Roland Hesse

 

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