Wer eine Sehnsucht nach dem traditionellem US Black Metal mit einer oft dunklen Ausstrahlung verspürt, der sollte sich mal in das am 06. März 2026 über Solistitium Records erscheinende Aldheorte Album hineinhören. Ursprüngliche, schnörkellose, schwarzmetalische Old School Klänge werden den Hörern gnadenlos „vor die Brust gedrückt“. Manchmal unterliegen diese rauen Töne hier aber auch einer melodischen Einflussnahme, die dem Tonträger phasenweise eine atmosphärische Struktur und damit eine Diversifizierung verleiht. The Wild Divine beginnt
mit dem Titel Vanity. Die Saiteninstrumente fangen aggressiv an. Gleichermaßen geraten einsetzende, dominante Screams in den Old School Black Metal Modus und hierbei unter Schlagzeugfeuer“! Später wechselt das Klangbild in ruhige Sphären und die Screams erzählen die Geschichte
von der letzten guten, unschuldigen Seele, die keine Last trägt. Sie erwartet keinen Ruhm und keine Ehre, denn eine solche Ehre könnte niemals existieren. Die Menschheit schreitet trotz jeder Charakterschwäche und fehlgeleiteten Handlung bis zu dem Punkt voran, an dem die Geschichte niemanden mehr verschont.
Musikalisch gehen die Gitarren und das Schlagzeug in den mittleren Geschwindigkeitsbereich, bevor die Drums wieder Druck machen. Die Screams wirken sehr markant. Nach einer Zeit führt das Schlagzeug die Saiteninstrumente rhythmisch im Mid-Tempo weiter, bevor die Spielgeschwindigkeit wieder zunimmt und die Screams aggressiv werden. Old School Black Metal!
Der nächste Song ist der Titeltrack The Wild Divine. Auch hier geht das Schlagzeug gleich in den Black Metal Modus und nimmt die Saiteninstrumente mit. Die Screams kommen mit durchsetztem Hall in das Spiel und klingen „schön fürchterlich“. Zwischendurch erzeugen die Gitarren Druck. Das Soundbild geht „auf Vollspeed“. Bei dem Schlagzeug glühen vermutlich schon die Felle! Die Screams sind inzwischen aggressiv und böse. Später reduzieren die Instrumente etwas die Geschwindigkeit, währen die Voices dominant bleiben. Unter dem Einfluss von hellen Akkorden der Gitarre wird zum Ende hin nochmals „Vollgas“ gegeben!
In den Lyrics geht es um die wilde Göttlichkeit, die dort regiert, wo anständige Menschen sich nicht hinwagen, wo aus einer Verzückung aus Fleisch, irdische Sünde hervorgebracht wird. Es werden da, wo die schwachen protestierten und die Starken feiern, wilde Riten praktiziert. Die Sonne verachtet, was der Mond geschaffen hat!
Weiter geht es mit Ouroboros, der Schlange die ihren eigenen Schwanz verschlingt und sich dadurch selbst ernährt! Hier geht es um die eigenen Fehler, die einem dauerhaft vorgehalten werden. Im Text heißt es: „Die Gefühllosen und auch die Gerechten werden nach Blut verlangen und ihre verdorrten Herzen können sich freuen“.
Musikalisch umgesetzt werden die Lyrics zunächst durch das ruhige und melodische Anschlagen der Gitarren. Dann geht es in das Mid-Tempo, ohne jedoch den melodischen Einfluss zu verlieren. Im Anschluss werden „keine Gefangenen“ mehr gemacht und das Soundbild verlagert sich in den Old School Black Metal Modus. Die Gitarren spielen progressiv dazu, die Screams klingen schön hässlich und dominant. Später erfolgt eine Tempoverlangsamung und die Saiteninstrumente rücken in den Vordergrund. Zunächst spielen sie progressiv und gehen dann in melodische Sphären über. Die Voices sind hallbesetzt und vermitteln einen leidenden Ausdruck.
Es folgt jetzt Building Shrines To Vermin. In mittlerer Geschwindigkeit beginnen die Gitarren und das Schlagzeug begleitet rhythmisch. Dann kommen „schön hässlich“ klingende Screams mit Halleffekt in das Spiel. In der Folge wird es wieder „schwarzmetalisch traditionell“! Später schieben sich die Saiteninstrumente temporeich, aber auch rhythmisch in den Vordergrund. Danach treibt das Schlagzeug mächtig an und die Voices gehen zunächst in brutal, wirkende Growls über, bevor „hässliche Screams“ wieder übernehmen. Plötzlich wird das Klangbild ganz ruhig. Es folgen kurze, eingängige Gitarrenzupfer. Zum Ende hin erscheinen dominante Screams. Dies geschieht unter melodischem Gitarreneinfluss und vermittelt ein atmosphärisches Soundbild.
Der Text handelt von heiligen Schreinen die für Ungeziefer gebaut werden. Wie Ratten winden wir uns zu einer fleischgewordenen Pest, heiß es im Text. Wir würgen in der Dunkelheit und erbrechen Paranoia. Wir heiligen das Elend und ein Heiligenschein bildet sich über den Betroffenen, um die Schande zu verbergen und die Verfehlungen zu mildern. Die Empathie verrottet vor unseren Augen!
Jetzt kommt Prayers To Fallen Gods an die Reihe. Eine Sologitarre beginnt das Stück in gemäßigtem Tempo. Das Schlagzeug entwickelt danach Geschwindigkeit und es ergibt sich ein atmosphärisches Klangbild. Dann erzählen die Screams die Geschichte von
den Gebeten an die gefallenen Götter. Vor einem verwitterten Schrein flüstert der Protagonist mit dem Messer in der Hand den Göttern zu. Die Wunde beginnt zu bluten, die Tränen seiner gefallenen Götter sind für all das, was er verloren hat. Sie fallen für ein neues Leben, der Boden erwacht!
Die Gitarren wirken massiv ein und treiben die Screams voran. Im Verlauf entwickelt sich das Klangbild atmosphärisch und das Schlagzeug klopft unermüdlich. Nach einem kurzen Tempowechsel wird „das Ganze“ wieder aggressiv! Die Gitarren bilden helle Riffs aus und die Voices erzählen die Geschichte konsequent weiter.
Mit Hesperus kommt ein Stück an die Reihe, in dem es um das Suchen nach einer verzweifelten Sehnsucht im Herzen geht.
Musikalisch beginnt der Track mit gefühlvollen Gitarrenanschlägen die dann im Mid-Tempo unter atmosphärische Einflüsse geraten. Im Anschluss gewinnt das Schlagzeug „an Fahrt“ und die einsetzenden Screams vermitteln einen bösen Ausdruck. Das Schlagzeug klopft, die Gitarren wirken harmonisch und die Voices lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Später wird es im Klangbild dunkel und basslastig. Es entwickeln sich angenehme, leicht melodische Tonfolgen. Zum Ende hin, gehen die Drums in den Vollspeed, während die Gitarren, zusammen mit den Voices, abermals melodische Strukturen beisteuern.
Der finale Song ist The Offering. Die Gitarren kommen mit etwas Basslast im Mid-Temp in das Spiel. „Dreckig wirkende Screams“ werden hinzugefügt. Es entwickelt sich eine melodisch anhaftende Soundstruktur. Im gemäßigten Tempo geht es dunkel und unter im Ausdruck leidenden Screams weiter, nicht ohne jedoch die harmonische Sphäre im Hintergrund zu verlieren. Die Gitarren erzeugen im weiteren Verlauf ansprechende melodische Riffs. Danach klopft das Schlagzeug im Eiltempo dazu, und die Screams wirken dominant. Zum Ende hin geht es mit gemäßigter Geschwindigkeit melodisch voran und die Gitarren steuern interessant strukturierte Riffs bei.
Der Text handelt von einer blassen, süßen Gestalt, die in Mondlicht gehüllt sich dem Protagonisten, der unter den Kronen krummer Eichen liegt, nähert. Sie hinterlässt keine Spuren auf dem Boden. Ihr Anmut fesselt ihn. Er folgt ihr. Der Wald verschlingt den Himmel über ihm. Seine Augen flackern auf, er spürt den Biss von Eisen. Das Opfer ist dargebracht, der Ritus ungebrochen.
Fazit:
Wie schon eingangs erwähnt, handelt es sich bei dem Aldheorte Album um ein tief im US Black Metal verwurzeltes Werk, dass die Band durch kreative Einflüsse gelungen ergänzt hat. Knallharte, in Hochgeschwindigkeit ausgeführte Beats des Schlagzeugs, messerscharfe, aber auch ruhige gefühlvolle, teils melodische Gitarrenriffs, dunkle und atmosphärisch ausgestaltete Passagen durch die Gitarren und nicht zuletzt dominante, nach textlicher Ausgestaltung variierende Screams machen das Album, zu dem was es ist, nämlich ein spannendes Werk!
Für Freunde der tiefen, schwarzmetalischen Klänge sollte dieses Longplayer im Plattenschrank enthalten sein. Erhältlich ist der Tonträger als Vinylausgabe, als CD oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen.
| Band | Aldheorte |
| Album | The Wild Divine |
| Titel | 1. Vanity 4:39 2. The Wild Divine 5:15 3. Ouroboros 5:09 4. Building Shrines To Vermin 5:06 5. Prayers To Fallen Gods 5:29 6. Hesperus 5:37 7. The Offering 5:52 |
| Label | Solistitium Records |
| Genre | Black Metal |
| Studioalbum | Nr. 2 |
| Veröffentlicht | 06. März 2026 |
| Herkunft | USA - Kalifornien / Los Angeles |
| Gründung | 2023 |
| Members | Udun: Gesang, Gitarren, Bass, Drum Programming Rhynn: Gitarren, Drum Programming |
Verfasst im März 2026
von Roland Hesse



