Review: SPECTR3 – A Procession Of The Dead

Das Geschehen trug sich in Katalonien zu! Man schrieb das Jahr 2004. Zu dieser Zeit formierte sich gerade aus den Ruinen der Band Argar die Formation von SPECT3. Nach Veröffentlichung der ersten Split Platte, dauerte es bis zum Jahr 2018, bis die Truppe ihren ersten Longplayer veröffentlichte. Getreu dem Motto, „gut Ding will Weile haben“, erscheint nun am 7. August 2026 das zweite Werk der fünf Schwarmetaler aus Barcelona! „A Procession Of The Dead“ ist der Titel des „traditionellen, dunklen Höllenwerkes“. Es wird der Metalwelt über das Label Solistitium Records zur Verfügung gestellt.

Der erste Song des Longplayers ist Torax. Tiefe Töne, helle Glockenschläge im Rahmen eines soundtechnisch gespenstisch gestalteten Hintergrundes, leiten das Geschehen ein. Nach dieser mystischen Phase geht es in eine schwarzmetalische Struktur der traditionellen Art. Die fermalen, zunächst qualvoll erscheinenden Screams der Frontfrau, werden durch die treibenden Gitarren unterstützt. Später erscheinen die Voices aggressiver und das Schlagzeug, sowie die Gitarren begleiten rhythmisch. Danach spielen die Saiteninstrumente harmonische Tonfolgen im Hintergrund. Eine Gitarre erzeugt ein schauderlich-schön wirkendes Soundbild, das durch die bösen Screams verstärkt wird. Gleichförmig, intensiv schwarzmetalisch, geht es dem Songende zu.
In den Lyrics dreht es sich um eine Kälte, die die Knochen gefrieren lässt. Eine Krankenschwester, in Weiß gekleidet, die einen schwarzen Umhang trägt, erscheint plötzlich und wirkt bedrohlich. Sie bringt den Tod! Wer wird der nächste sein? Leute niemals die Glocken und bitte nie um Hilfe! Es gibt keinen Ausweg!

In dem zweiten Stück, Phantom Drummer Of Tedworth, wird von seltsamen, unsichtbaren Trommeln erzählt, die bedingt durch ihre hohlen Klänge kein Lebewesen ertragen kann. In einer kalten Winternacht wird der Pfarrer gerufen, um gegen das Böse zu kämpfen. Die Töne verstummen zunächst, kommen dann jedoch mit mächtiger Kraft zurück und die Herrschaft eines Gespenstes betreibt sein Unwesen.
Musikalisch umgesetzt wird der Text durch die Saiteninstrumente, die rhythmisch im Mid-Tempo beginnen. Das Schlagzeug führt und die Screams setzten dreckig wirkend und taktvoll ein. Mit Druck geht es weiter. Die Vocals erzählen intensiv die Geschichte. Später übernehmen die Gitarren und vermitteln einen melodischen Ausdruck, während die Drums rhythmisch bleiben. Im Rahmen eines traditionell, schwarzmetalischen Klangspektrums bekommen die erhaben wirkenden Voices wieder ihren Part.
Zum Ende hin, schiebt sich eine Gitarre in den Vordergrund, ohne jedoch die strukturelle Gestaltung des Songs zu beeinträchtigen.

Weiter geht es mit dem Titelsong, A Procession Of The Dead! Rhythmisch beginnen das Schlagzeug und die Saiteninstrumente. Dann gehen die Drums „auf Tempo“ und aggressive Screams kommen hinzu. Das Ganze mündet in eine druckvolle, progressive Gitarrenphase, die später atmosphärische Strukturen entwickelt. Im Anschluss wird es ruhiger, teilweise fließen atonale Töne ein. Mystisch wirkende Clean Voices kommen hinzu und erzielen gemäß dem Text eine schauderhafte Wirkung.
Es handelt sich hier um den Zug der Toten der durch die Straßen und Wälder wandert. Wenn man ihn jemals sieht, ist man verflucht und wird sterben. Man ist verdammt, jede Nacht herumzuirren und den Verfluchten zu folgen.

Das nächste Lied ist A Forest In Hell. Massiv, temporeich beginnen die Gitarren und das Schlagzeug! Die Screams erzählen, „dreckig wirkend“,
die Geschichte von dem Weg in die Stadt des Leids und des ewigen Schmerzes, der zu den verlorenen Seelen führt. Es handelt sich um die Geheimnisse der Natur, den siebten Kreis der Hölle, wo die bösen Mächte wohnen. Feuer regnet dort herab und es fließt Blut in den Flüssen. Es ist der verwunschene Wald der blutenden Bäume, die Heimat der Gotteslästerer!
Im Song geht es rhythmisch, taktvoll im Old School Black Metal Modus weiter. Die Gitarren „sägen“, das Schlagzeug ist temporeich dabei. Später erfolgt eine melodische Einspielung der Saiteninstrumente. Der Gesang wirkt dominant und das Schlagzeug geht später auf „Tempo“.
Die Gitarren halten mit. Die Vocals werden immer böser!

Der Song Valse Spectrorum ist durch Synthesizer, respektive Orgelklänge geprägt, die zu dem Track

Blood Rituals In The House Of The Dead weiterführen. Im Mid-Tempo geht es dunkel und basslastig unter Schlagzeugbegleitung los. Aus der Tiefe erscheinen dann die Screams. Die Gitarren wirken mystisch. Die Drums werden rhythmisch und die Voices wirken inzwischen rau. Innerhalb der schwarzmetalischen Sphären vermitteln die Screams abermals eine schauderhafte Wirkung. Taktvoll geht es im Mid-Tempo voran. Zum Ende hin wird es ruhig und melodisch.
Die Lyrics berichten von dem Haus der Toten, das mitten in den wilden Wäldern steht, dort wo sich niemand hin wagt. Es war früher eine Villa des Reichtums. Heute werden dort schwarze Messen gefeiert und blasphemische Zeremonien abgehalten. Ein Gespenst wandert umher.

Der folgende Track ist The Restless Spirit Of The Screaming Woods. Gitarren beginnen mit hellen Tonfolgen. Danach entwickelt das Soundbild Volumen und geht auf Tempo. Dominante Screams kommen hinzu und werden in der Folge aggressiv. Druckvoll machen die Saiteninstrumente, unterstützt durch das Schlagzeug weiter. Eine Gitarre fügt atonale Töne ein. Die Voices kommen dominant zur Geltung. Progressive Gitarren führen den Track zu Ende.
Im Text wird der Wald behandelt, den man nicht fürchten braucht. „So lange du ihm dienst, wird er auch dir dienen!“ Der ruhelose Geist des schreienden Waldes sucht das ultimative Opfer, um die gequälten Seelen zu besänftigen und fremde Geister in eine andere Welt zu locken.

Es kommt nun Saducismus Triumphatus an die Reihe. Die Saiteninstrumente erscheinen gefällig im Mid Tempo. Die Drums begleiten taktvoll und die Screams kommen wütend hinzu. Instrumental druckvoll stampft das höllenartige Soundbild voran. Im Anschluss geht es in das Mid-Tempo. Zunächst dominieren jetzt die Saiteninstrumente, bevor sich der „dreckige“ Gesang in den Vordergrund schiebt. Später erzeugen die Gitarren melodische Komponenten und schleppen sich, begleitet durch das Schlagzeug, sowie der „schmutzig wirkenden“ Voices, voran. Zum Ende hin, geht es in den Tempomodus. Das Schlagzeug und die Saiteninstrumente führen den Track bis zu seinem Ende.
Der Text handelt von einem Protagonisten der als böser Geist, durch einen Nekromanten beschwört, zurückkehrt, um die Lebenden zu quälen.

Into The Mausoleum ist nochmals ein Zwischenspiel. Ruhige Anschläge des Synthesizers führen zu dem finalen Song des Albums.

Es ist Goddesses Of Vengeance. Druckvolle, langsam ausgeführte Schlagzeugbeats, münden in ein ruhiges, voluminöses Spiel der Saiteninstrumente. Das Klangbild erzielt eine schauderhafte Wirkung. Es entstehen Töne, „die tief aus dem Mausoleum kommen könnten“. Aus dem Untergrund erscheinen später dunkle Clean Vocals und steuern angsteinflößende Klänge bei. Langsam gespielte Gitarren sorgen für ein Soundbild mit mystischem Ausdruck. Der Resonanzbogen erscheint gespannt! Die Saiteninstrumente schleichen sich etwas atonal im Mid-Tempo weiter. Die Voices wirken schauerlich. Eine Sprechstimme, die eine düstere Stimmung vermittelt erscheint. Die Gitarren verbreiten weiter einen tiefdunklen Eindruck. Gespenstisch erfolgt auch der Songausklang und löst den Spannungsbogen auf.
In dem Stück geht es um die Göttinnen der Rache, also den Erinnyen. Die drei Schwestern verfolgen Eidbrecher und diejenigen die das Göttliche verletzen. Es sind die Herrinnen der schwarzen Magie!
Fazit:
Dunkel und mystisch wirken die Klänge, die aus dem am 07. August 2026 über Solistitium Records erscheinenden SPECTR3 Albums „A Procession Of The Dead“ in die Ohren der Hörer dringen werden. Die Katalanen aus Barcelona beleben den Untergrund mit Ihrem neuen Album, dass mittels den traditionell gespielten, schwarzmetalischen Tönen, an so manches Werk aus den 90er Jahren erinnert. Immer wieder jedoch finden gut gesetzte Tempowechsel statt, die für eine Dynamik im Klangbild sorgen. Auch an harmonischen Einflüssen, die, die rauen Black Metal Strukturen etwas entkräften, fehlt es nicht. Gemäß der Textgestaltung baut sich oftmals ein Spannungsbogen auf, der eine Symbiose mit der Musik entstehen lässt. Die Stimme der Frontfrau wirkt spannend und wird flexibel eingesetzt. Die Gitarren führen bei dem Tonträger durch das Programm und erscheinen erfreulicherweise sehr dominant. A Procession Of The Death ist nach Auffassung des Schreibers dieser Zeilen ein absolut hörenswertes Album, das die schwarmetalische Tonträgersammlung durchaus bereichern dürfte. Erhältlich ist das Werk als CD, als Vinylausgabe oder wenn es sein muss auch zum Herunterladen.

BandSPECTR3
AlbumA Procession Of The Dead
Titel1. Torax 5:30
2. Phantom Drummer Of Tedwork 4:50
3. A Procession Of The Dead 6:14
4. A Forest In Hell 4:18
5. Valse Spectrorum 1:48
6. Blood Rituals In The House Of The Dead 4:58
7. The Restless Spirit Of The Screaming Woods 2:34
8. Saducismus Triumphatus 4:59
9. Into The Mausoleum 1:20
10. Goddesses Of Vengeance 5:57
LabelSolistitium Records
GenreBlack Metal
StudioalbumNr. 2
Veröffentlicht07. Aug. 2026
HerkunftSpanien - Katalonien - Barcelona
Gründung2004
MembersLilith Necrobitch:Gesang
Gangreal: Gitarre, Bass
Shunh Oath: Gitarre, Bass
Black´et:: Drums
Varg The Mighty: Synthesizer

Verfasst im Juni 2026
von Roland Hesse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert