Review: AVERTAT – “Dead End Life“

Zurück zu den Wurzeln und dem damit verbundenen abtauchen in die Tiefen des todesmetalischen, doombehafteten Metal Untergrunds, ist gleichermaßen die Entstehung von Avertat! Verantwortlich für diese „Geburt“ ist der in 2024 bei Décembre Noir ausgeschiedene Sebastian Görlach, der am 24. April 2024 über Lifeforce Records sein Debütalbum “Dead End Life“ an den Start bringt. Mit dabei ist Enrico Langguth, der mit seiner ausdrucksstarken Cleanstimme die Antipode zu den tiefen Death Growls des Masterminds bildet.
In den Lyrics geht es um Gewalt, Hass sowie um die dunklen Auswüchse des menschlichen Daseins.

Der Tonträger beginnt mit dem Track Your Hate. Nach einigen, zu Beginn gesetzten Schlagzeugbeats, geht es progressiv im Mid-Tempo weiter. Im Verlauf gewinnt das Soundbild an Dynamik und Tiefe. Dunkle Growls setzen ein. Danach übernimmt die Cleanstimme die Führung und wird abermals von bösen Growls abgelöst. Später erzeugen die Saiteninstrumente Druck, der im Anschluss durch den Cleangesang in milde Sphären geleitet wird. Im Wechsel zwischen, Growls und Clean Vocals, die durch das Schlagzeug und die Gitarren taktvoll begleitet werden, geht es voran. Nach einer kurzen Temposteigerung der Drums wird das Soundbild dunkel. Im Verlauf bilden die Gitarren atmosphärische Tonfolgen aus und die Cleanvocals vermitteln eine entspannte Atmosphäre. Danach mischen sich abermals tiefdunkel, wirkende Growls ein. Zusammen mit den Gitarren und der Cleanstimme kommen zum Ende hin, harmonische Einflüsse zur Geltung.
In dem Text des Songs wird erzählt, wie ein Kind angstvoll und traumatisch Schläge erdulden muss.
Statt der Hoffnung auf Liebe bilden sich deshalb nur Wut und Hassgefühle aus. Es entsteht der dringende Wunsch nach genug Kraft, um Stille auf die Lippen des Peinigers zu legen. Gleichzeitig wird die Frage gestellt, wann der Tyrann aufhört zu leben.

Der zweite Titel lautet [7]. Hier geht es um Selbstjustiz nach einem Gewaltakt. „Auf der Suche nach ihrem Lächeln, suche ich immer nach ihrer Hand. Meine Augen wollen nicht mehr sehen, sie tun so weh, weil sie nichts verstehen“, heißt es im Text! In der Frage nach Recht und Gerechtigkeit ohne das Recht zu brechen wächst der Mut zur Selbstjustiz. Es gibt dem Protagonisten die Freiheit, allerdings nur für den Moment zurück!
Musikalisch umgesetzt wird die Handlung durch den Synthesizer mit ruhigen, gefühlvollen Tonfolgen. Plötzlich, wie aus dem Nichts haben die Gitarren einen „mächtigen Auftritt“. Cleanvocals kommen hinzu und wechseln sich mit tiefen, Growls ab. Nach einer kurzen Unterbrechung führen die Gitarren im Zusammenhang mit den dunklen Voices druckvoll im Mid-Tempo. Es folgen atmosphärische Einflüsse der Saiteninstrumente. Die Cleanstimme macht weiter. Danach geht es in eine langsame, „doomgeschwängerte“ Phase, die von den Cleanvocals begleitete wird. Zum Ende hin wird der Gitarrensound atmosphärisch und die Growls wechseln sich nochmals mit der Cleanstimme ab.

Song Nummer drei ist Call to Death. Wenn der Sturm abebbt und das Leben verblasst, werde ich unter deiner Flagge Frieden finden, heißt es im Text. Lass mich den Stein werfen und die Wahrheit verschleiern, die Liebe der Mütter spüren und die Unschuld aufsaugen. Auf meinem Feld der Ehre werde ich den Graben ausheben. Ich werde den Friedhof neu erblühen lassen und mir ein Denkmal setzen!
Das Schlagzeug und die Gitarren beginnen das Stück atmosphärisch und werden durch tiefe Deathgrowls unterstützt. Die Saiteninstrumente wirken markant und dunkel. Das Schlagzeug treibt das Geschehen an und die hellen Gitarren erzielen eine progressive Wirkung. Sie bilden den Kontrast zu den tiefen Growls. Im Mid-Tempo geht es mit dem progressiven Gitarrensound und bösen Death Growls weiter. Im Anschluss bringen die Gitarren helle Tonfolgen hervor, die durch einen Sprechgesang im Hintergrund begleitet werden. Druckvolle Saiteninstrumente führen den Song zu Ende.

Weiter geht es mit My Blood. Hier fangen der Synthesizer und die Gitarren langsam an. Dann wird es ziemlich dunkel im Klangbild! Das Schlagzeug und die Saiteninstrumente gehen in das Mid-Tempo. Die Gitarren erzeugen im Verlauf melodische Einflüsse. Hinzu kommt jetzt die einfühlsame Cleanstimme, die durch dunkle, bedächtig, ausgeführte Growls abgelöst wird. Alles schleppt sich langsam, todesmetalisch voran. Die leidend wirkende Cleanstimme ergänzt jetzt den progressiven Sound. Böse Growls kommen immer wieder dazwischen und unterstützen das dunkel wirkende, schleppende Gitarrenspiel. Danach geht es wieder in die progressive Richtung. Zunächst übt das Schlagzeug und die Cleanstimme Dominanz aus. Später leiten die Growls das Ganze „gefühlt“ in den musikalischen Untergrund, bevor im Anschluss die Taktzahl der Drumbeats wieder gesteigert wird. Die Gitarren übernehmen in Verbindung mit den Cleanvocals bis zum Ende hin die Führung.
Hier geht es um den Wunsch eines Vaters, dass sein Kind in seine „Fußstapfen“ tritt und genau so wird wie er. Der Song endet mit den Worten: „Du wirst leuchten, wo ich mein Licht verlor, du wirst mein Leben wieder neu leben“.

The Sea ist der vorletzte Song des Albums. Das Schlagzeug und die Saiteninstrumente gehen gleich „auf Tempo“. Die Cleanstimme kommt hinzu. Die Growls setzen ein, während die Drums im Tempomodus sind. Eine Sprecheinlage und melancholisch, wirkende Growls führen weiter. Die Gitarren erzeugen Atmosphäre und wandern langsam in den Doomkeller. Dann kommen Schlagzeugbeats kurz zum Vorschein und im Anschluss geht es mit Doomeinfluss weiter.
Helle Gitarrentöne lockern, zusammen mit den Cleanvocals das Geschehen jetzt auf. Danach geht das Schlagzeug in den „Speedmodus“ und die Cleanvocals wechseln sich, mit den tiefen Deathgrowls ab. Die Gitarren schieben sich zum Ende hin nach vorne und unterstützen die Deathgrowls melodisch.
Die Lyrics erzählen von dem Faden des Lebens, der bei dem Protagonisten sehr geradlinig verläuft.
In dem kryptisch dargestellten Text, wird als Metapher eine Fahrt auf dem Meer dargestellt, die auf einem Boot beginnt, dass durch die Wellen wie von Geisterhand beweget wird. Die Spuren führen nicht mehr zurück. Trotz des Windes stehen die Beine fest, der Nebel durchnässt die Kleidung, hinter dem Rücken verschwindet das Land. Kalt und voller Zweifel geht es weiter, ohne etwas zu ändern oder zu verstehen!

Das finale Stück ist Last Request, ein Lied voller Schwermut! Der Protagonist hat keine Sehnsucht mehr nach dem Morgenlicht. Alle Uhren scheinen stehen zu bleiben. Der Körper liegt still auf einem weißen Laken. Ein ruheloser Geist im Inneren erscheint leblos, von allen falsch eingeschätzt. Am Schluss des Stücks erfolgt die Bitte: „Bevor du mich in die Nacht entlässt, schalte mein Licht aus! Lass mich nicht allein.
Musikalisch umgesetzt wir der Text durch einige kurze Beats des Schlagzeuges. Dann übernehmen die Gitarren im Mid-Tempo. Eine Sprechstimme setzt ein und wird von der Cleanstimme abgelöst. Das Soundbild vermittelt hier eine melodisch, doombehaftete Stimmung, die durch helles Gitarrenspiel begleitet wird. Growls mischen sich in das „spannende Klangbild“ ein. Dann wird es im Tempo langsam und die Drums setzten markante Beats. Die Cleanvocals und die Growls werden durch atmosphärische Gitarren ergänzt. Die doomgeschwängerten Deathgrowls geraten später unter hellen Gitarreneinfluss und die Cleanvoices tragen zu einer harmonischen musikalischen, Struktur bei. Dunkle Gitarren und abgrundtiefe Voices führen das Stück weiter. Sprechgesang begleitet im Anschluss das Geschehen. Dann erfolgen wieder böse Growls.

Fazit:
Es ist für die Metalwelt erfreulich, dass Sebastian Görlach (vormals Décembre Noir) mit AVERTAT einen Neustart begonnen hat. Mit dem Debütalbum “Dead End Life“, hat er ein dunkles Werk erschaffen, das den Death Metal mit Doomeinflüssen, gelungen verbindet. Der teils melancholisch, teils schwermütig ausgestaltete Text, wird mit den Deathgrowls, aber auch mit den hellen, aufgelockerten Phasen, die meist in Verbindung mit der Cleanstimme dargestellt werden, verbunden. Das Klangbild kommt durch den atmosphärischen, druckvollen und oft auch tiefdunklen Gitarrensound in Zusammenhang mit dem intensiven Schlagzeugspiel, gelungen zur Geltung. Immer wieder, tauchen bösartig wirkende, bemerkenswert ausgeprägte Deathvocals in abgrundtiefe Doomphasen ein. Sie vermitteln dem Hörer, ein durch Schwermut geprägtes Klangbild. Dieser düstere Eindruck wird oftmals durch melodisch, atmosphärische Töne wieder aufgelöst. Dazwischen setzt das progressive Gitarrenspiel begleitende Akzente.
Alles in allem sollte dieses beachtenswerte Werk in den Plattenschrank eingestellt werden. Am 29. Mai 2026 erscheint der Tonträger in Form eines CD Digipaks. Ab dem 24. April 2026 gibt es das Album digital.

BandAVERTAT
Album“Dead End Life“
Titel1. Your Hate 6:31
2. [7] 7:04
3. Call to Death 5:27
4. My Blood 8:16
5. The Sea 5:17
6. Last Request 6:22
LabelLifeforce Records
GenreDeath Doom Metal
StudioalbumNr. 1
Veröffentlicht24. April 2026
HerkunftDeutschland: Thüringen
Gründung2026
MembersSebastian Görlach: Gesang (Growls) und alle Instrumente
Enrico Langguth: Gesang (Clean Vocals)

Verfasst im April 2026
von Roland Hesse

 

 

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