Review: TEETH OF LAMB – Deathward

Am 27. März 2026 brachte das Trio von TEETH OF LAMB ihr aktuelles Album „Deathward“ an den Start. 6 Jahre lang ließ sich die Truppe aus Amberg/Nürnberg Zeit um dem Metalvolk ihr Werk, das genreübergreifend primär eine schnelle, vor allem durch das Schlagzeug und die Gitarre in Verbindung mit den Screams getriebene, oft progressive Spielweise bevorzugt, zu präsentieren.
In dem Booklet, das dem Silberling beiliegt, wird ausdrücklich erwähnt, dass die musikalische Darbietung erfreulicherweise ohne digitale Amps, ohne E-Drums und ohne Keyboards stattfindet!

Den Auftakt des Albums bildet der Song Disobey, der mittels eines progressiven Gitarrenspiels im Mid-Tempo stattfindet. Im Verlauf des Stückes legen die Gitarre und das Schlagzeug zu und nach der zweiminütigen Einleitung geht es zum

Zweiten Track Hellhounds über. Hier treiben die Drums gleich zu Beginn das Geschehen an. Nach kurzer Zeit „grätscht“ die Gitarre dazwischen und schiebt sich dabei in den Vordergrund. „Schön dreckig“ ausgeführte Screams erzählen
von den Höllenhunden, die den Glauben an den Krieg verloren haben. Sie bereuen es, dass sie mit dem Leben vieler spielen. Versunken im Ozean des Todes, werden sie niemals mehr zurückkehren. Der Fährmann ist gekommen und ruft die zum Tode verurteilten heißt es im Text.
Das Schlagzeug treibt die Saiteninstrumente voran. Diese wirken im Verlauf druckvoll und aggressiv. Später spielt die Gitarre einen Solopart, bei dessen Geschwindigkeit die „Gefahr einer Verknotung der Finger“ besteht. Danach treibt das Schlagzeug wieder druckvoll an und die Gitarre übernimmt mit hellen Tonfolgen. Die Voices wirken dominant. Im Anschluss geht das Soundbild in rhythmische Strukturen über. Bevor es zum Ende des Songs noch mal ein Schlagzeugfeuer gibt, bricht die Gitarre wieder zu einem temporeichen, spannenden Solo aus. Dynamisch, rhythmisch und etwas folkloristisch geht das Lied zu Ende.

This Rope Is Not Mine ist der folgende Song. Das Schlagzeug beginnt schwungvoll. Die Gitarre „funkt immer wieder dazwischen“. Dann gehen die Drums in den Tempomodus und treiben dabei die Screams an. Im Verlauf entwickelt das Klangbild im Hintergrund harmonische Züge. Die Gitarren unterbrechen das Ganze. Nach einem kurzen Druck der Saiteninstrumente geht es dann in eine melodisch angehauchte Spielweise über, um kurze Zeit Später etwas atonal zu wirken. Die Screams übernehmen im Anschluss wieder und werden bis zum Songende durch die Instrumente temporeich unterstützt.
Die Lyrics handeln von dem Protagonisten, der sich innerlich verloren fühlt. In Schwarz gekleidet wandert er durch die Nacht und wartet auf Erlösung. Er trifft einen Engel, der ihn aus der Hölle holen will, aber dieses Seil gehörte ihm nicht. Bis an das Ende der Zeit wird er seinen Krieg im Inneren mit sich selbst führen müssen. Die Dunkelheit bricht herein und die Schatten kriechen voran.

Mit Beerholder geht es weiter. Eine leicht orientalische angehauchte Melodie beginnt das Stück. Dunkle, zunächst progressiv wirkende Gitarren führen weiter. „Dreckige“ Screams mischen sich im Verlauf ein. Die Saiteninstrumente unterstützen den Gesang mittels atonaler Tonfolgen. Im Anschluss bringt die Gitarre in Verbindung mit dem Schlagzeug ein tiefgründiges, interessantes Solo hervor, das später spielerisch geschickt aufgelöst wird. Die Screams kommen danach dominant in das Spiel. Progressiv, druckvoll und sphärisch geht es weiter. Das Lied endet wieder mit einem leicht orientalischen Touch.
In dem Stück geht es um den zu erwartenden Tod. Oh Dunkelheit mein kalter Freund, wo werde ich morgen sein? Wenn mein Atem durch die Tür kriecht, ist das letzte Sandkorn für dich gefallen. Es gibt kein Entkommen. Ich habe es satt in diesem unsterblichen Spiel der Bierträger zu sein heißt es vielleicht etwas humorvoll im Text. Vergänglichkeit, die bittere Süße des Lebens!

Es folgt Deathward, der Titelsong des Albums! Im Tempomodus geht es gleich los! Das Schlagzeug treibt die aggressiven Screams voran. Die Gitarre kommt mit hellen Tonfolgen temporeich solistisch in das Spiel. Später unterstützen die Saiteninstrumente tiefdunkel die bösartig wirkenden Voices. Das Schlagzeug führt und die Gitarre bildet abermals einen komplexen Soloeinfluss aus.
Die Screams mischen sich zum Ende hin nochmals in die progressiven musikalischen Strukturen ein.
In den Lyrics geht es um den Protagonisten, der seinem Tod entgegensieht. Der Galgenpfahl wartet! In meinen Augen sehe ich den Henker genauso, wie ich sie ermordet habe. Ich riss sie bis auf die Knochen auseinander! Ihr Fleisch war jung und ich trank ihr Blut. Dem Tod entgegen!

Der nächste Track ist One Last Kiss. Die Gitarre beginnt harmonisch strukturiert im Mid-Tempo. Das Schlagzeug kommt mit Geschwindigkeit hinzu.
Die Screams erzählen dominant von dem Wunsch des Protagonisten, der am Galgenpfahl steht, seiner Mutter seine Hand und sein Herz zu reichen. Sein letzter Atemzug, sein letzter Kuss! Die Lyrics enden mit den Worten:“ Mutter, Mutter, was habe ich getan? Lass mich lieben und lass mich einfach sterben!
Instrumental wird es nun leicht melodisch, während die Voices böse wirken. Das Schlagzeug feuert Salven ab! Die Gitarre begleitet wieder mit flinken Fingern. Danach geht das Soundbild in harmonische sowie gleichermaßen wieder in leicht melodische Strukturen über. Die Drums beenden den Song mit einigen langsamen Beats.

Mit Othrogoth kommt der vorletzte Song an die Reihe. Er beginnt mit dunkel eingespielten Gitarren. Screams flüstern dazwischen. Die Gitarre bildet helle Töne aus. Schleppend geht es dann, unterstützt, durch langsam „getragene“ Voices weiter. Die Gitarre begleitet harmonisch. Der Gesang gewinnt im Verlauf an Vehemenz, während das Soundbild druckvoller und leicht orientalisch angehaucht wirkt. Das Schlagzeug befindet sich inzwischen im Tempomodus, bevor die Spielgeschwindigkeit zum Ende hin in ruhige Gefilde wandert.
Im Text geht es um einen stummen Schrei eines sterbenden Baumes. Jahrelang sind seine Äste zum Himmel gewachsen, doch nun schützt ihn keine Rinde mehr. Giftige Luft, Wind, der durch die Haut brennt, niemand kümmert sich darum. Berennende Erde, Ausbeutung, Gier und Neid, diese Lasten drücken ihn zu Boden! Vom Samen zum Baum ist er groß geworden. Die Menschheit zwingt ihn zu Boden!

Der finale Song ist Maith. Hier beenden Gitarrenanschläge das Album mit langsamen, angenehmen Klängen.

Fazit:
Der Tonträger vermittelt den Hörern ein Klangbild, das genreübergreifend in der Breite der Metalgemeinschaft Anklang finden sollte. Ein immer wieder treibendes Schlagzeug und vordergründig die Gitarre bilden eine Dominanz im Soundbild. Es sind sehr ansprechende, komplexe, solistische Gitarrenläufe eingebaut, die das Album mitunter prägen. Passend hierzu kommen die Screams zur Geltung und erzeugen gerade im Hinblick auf die Textgestaltung, in der es kryptisch verklausuliert u.a. wohl um den letzten Weg eines zum Tode verurteilten geht Aufmerksamkeit. Die Lyrics sind je nach Themenhintergrund in aggressive Passagen, aber auch in depressiv wirkende langsame Akkorde eingebunden, die durch eine dunkel gestimmte Spielweise wieder gegeben wird. Einzelne Abschnitte sind melodisch unterwandert, gehen dann jedoch meistens wieder in die progressive Richtung. Alles in allem handelt es sich nach Ansicht des Schreibers dieser Zeilen um ein spannendes, hörenswertes Album! Der Tonträger ist als CD, MC oder in einer Vinylausgabe erhältlich, wenn es sein muss auch zum Herunterladen.

BandTEETH OF LAMB
AlbumDeathward
Titel1. Disobey 1:47
2. Hellhounds 5:31
3. This Rope Is Not Mine 4:10
4. Beerholder 6:00
5. Deathward 3:54
6. One Last Kiss 3:20
7. Othrogoth 4:31
8. Maith 1:28
LabelKernkraftritter Records
GenreProgressiv / Death Metal
StudioalbumNr. 2
Veröffentlicht27. März 2026
HerkunftDeutschland: Bayern - Nürnberg/Amberg
Gründung2016
MembersWolf J: Gesang, Gitarre
Piepsi Panic: Bass
Chris Herdegen: Drums

Verfasst im August 2026
von Roland Hesse

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