CD Review: WATAIN – Trident Wolf Eclipse

Watain dürfte es, durch die Schaffung ihres 2013er Albums; „The Wild Hunt;“, bewusst oder unbewusst gelungen sein, auch diejenigen in ihren Bann zu ziehen, die dem Schwarzmetal nicht
so zugeneigt sind. Tracks wie beispielsweise The Wild Hunt oder They Rode On, die man durchaus als „hymnisch“ bezeichnen kann, haben bei vielen Genrefremden möglicherweise für ein behagliches Hörgefühl gesorgt.

Spätestens seit der Veröffentlichung des 2018er Albums der Band, „Trident Wolf Eclipse“ könnte sämtliche Sympathie der „Fremdgenregemeinschaft“ wohl wieder „verspielt“ sein und mit dem Hörgefühl ist das auch so eine Sache. Es geht wieder back to the roots, respektive zu den Alben Sworn The Dark, Casus Luciferi und Rabit Death´s Curse zurück. Aus Watain ist wieder Watain geworden!
Insgesamt ist zwar die Rauheit, das Ungeschliffene der ersten drei Alben, zu Gunsten einer makellosen Produktion gewichen, der Sound ist jedoch wieder ursprungsnah geworden.

Nuclear Alchemy, der Opener, gibt gleich mal die Richtung vor. Nach einem brachialem Beginn, folgt ein rhythmischer Übergang unter dem Einsatz hoher Schlagzeugfrequenzen, verbunden mit
einem fetten Gitarrensound.
Sacred Damnation hält das Tempo seines Vorgängertracks. Die Screams des Frontmanns erscheinen jedoch noch aggressiver. Exakt platzierte Riffs zwischen den groovigen Elementen bei entsprechendem Tempowechsel erzeugen eine dem Text nach, entsprechende dunkle Atmosphäre.
Eine etwas andere Wirkung erzielt dann Teufelsreich. Der Song ist etwas basslastig unterlegt und durch schleppende Screams geprägt. Nach dem furiosen Auftakt, tut dem Album dieser verhältnismäßig langsame, jedoch brachial wirkender Track ganz gut.
Furor Diabolicus und A Throne Below sind von Herrn Danielsson mit Trommelfeuer, aggressiven Vocals, sowie einem fetten Gitarrensound bedacht worden.
Bei A Throne Below wechselt im Laufe des Songs die Stimmung nach einer kurzen „Gitarrenaufhellung“ wieder in tiefe unergründliche höllische Gefilde die durch begleitende Gitarrenriffs und einen etwas hervorgehobenen Bass thematisch ausdrucksvoll zur Geltung kommt.
Ultra (Pandemoniac) beginnt mit einem Schlagzeuggewitter. Im Anschluss mischt sich Erik Danielsson mit seinen hier besonders markant, weil etwas verzerrt wirkenden Screams in das Geschehen ein. Bass, pfeifende Gitarren und ein eingängiger Rhythmus runden den Song ab.
Gegen Ende des Tracks kann man einige Töne des Gastsängers Attila Csihar von Mayhem hören. Vielleicht ergibt sich ja auch eine Gastrolle bei einem Livekonzert!
Bei dem vorletzten Stück, Towards The Sanctuary, sind die Screams ebenfalls auf interessante Weise verzerrt, sodass sie noch aggressiver zum Ausdruck kommen.
Der offizielle Schlußtrack, The Fire Of Powers, sowie die Zugabe, Antikristis Mirakel, die auf dem Diggi Pack enthalten ist, sind nach Meinung des Verfassers dieses Berichtes die Highlights des Albums.
Bei beiden Songs wird bedingt durch den schleppenden Gesang mit entsprechender Gitarrenbegleitung, eine düstere Stimmung erzeugt, die wohl auch die Hölle zufrieren lassen könnte.

Trident Wolf Eclipse weist vielleicht mit Ausnahme des letzten Tracks und der Zugabe, die leider nur auf der Digipack enthalten ist, keine Ausnahmesongs aus, jedoch macht es Spaß, jedes Stück aufmerksam zu hören und das mehrmals.
Insgesamt handelt es sich hier um ein grundsolides, qualitativ gutes Watain Album, das den Ursprungssound der Band wieder aufgedeckt hat, wenngleich für die Nichtpuristen das Vorgängeralbum durchaus hörenswert war. Eine Band zeichnet sich eben auch durch ein gewisses Maß an Flexibilität in der Produktion aus, ohne dabei ihre Wiedererkennungsmerkmale zu verlieren. Wie Watain eben!
Etwas negativ fällt die Spieldauer der CD auf. Das reguläre Album läuft gerade mal eine gute halbe Stunde.
Nichtsdestotrotz kann bei den baldigen Liveauftritten zum Album Trident Wolf Eclipse; wieder mit Schweineblut gespritzt werden. Metalheads bis zur zehnten Reihe, Vorsicht!

BandWatain
AlbumTrident Wolf Eclipse
Titel1. Nuclear Alchemy 3:08
2. Sacred Damnation 4:41
3.Teufelsreich 4:27
4. Furor Diabolicus 4:43
5. A Throne Below 4:10
6. Ultra (Pandemoniac) 4:01
7. Towards The Sanctuary 4:54
8. The Fire Of Power 4:38
Appendix: (Digi)
Antikrists Mirakel 7:25
LabelCentury Media
GenreBlack Metal
StudioalbumNr. 6
Veröffentlicht5. Jan. 2018
HerkunftSchweden
Gründung1998
MembersE (Erik Danielsson) Gesang
P (Pelle Forsberg) Gitarre
H (Hakan Jonsson) Schlagzeug
Liveunterstützung:
Set (Davide „Set Teitan“ Totaro) Gitarre
A (Alvaro Lillo) Bass

Verfasst im Januar 2018
von Roland Hesse

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