CD Review: The Holeum – Sublime Emptiness

Das Überschreiten von Raum und Zeit, der Mensch als Materie in spiritueller Verbindung mit dem Universum, das Leben in einer immateriellen Welt von subatomaren Teilchen im Zusammenhang mit der dunklen Seite der Macht! Das alles sind Themen, die u. a. auf dem zweiten Longplayer der fünf spanischen Dark Metaler von The Holeum, der den bezeichnenden Titel „Sublime Emptiness“ trägt, verarbeitet werden.
Der Band ist es sehr gut gelungen, diese Thematik in Ihre dunkle Spielweise, die immer wieder durch doomige Passagen und schöne Melodien bereichert wird einzubinden und musikalisch in hervorragender Weise umzusetzen.

Das Schlagzeug startet im Mid-Tempo und die Gitarren tasten sich im Hintergrund langsam an das Geschehen heran! So beginnt Obsidiana, der Opener des Albums, der thematisch den Ausbruch eines Jahrtausend alten in der Dunkelheit verborgenen Vulkans umschreibt, der den Protagonisten
im Rahmen einer Allegorie zwischen Schmerz und Erlösung wanken lässt.
Nach dem ruhigen Beginn des Songs werden die Gitarren im Verlauf fetter und die Screams setzen passend zu Melodie und Text ein. Die tief gestimmten Gitarren bleiben mit ihren melodischen Einflüssen im Hintergrund und bringen dort das eine oder andere Riff hervor. Der Song bildet, den Lyrics angepasst, einen schleppenden Gitarrensound aus, der durch langsame Schlagzeug Unterstützung, sowie den teilweise aggressiven Scream Vocals des Sängers, die für kurze Zeit in den Clean Modus führen, geprägt wird.

Gitarrenriffs, die vom Schlagzeug begleitet in einen schleppenden Rhythmus übergehen, der einsetzende Bass, sowie wütenden Screams, bilden den Auftakt zum zweiten Song des Albums, der den Titel Geometric Dance trägt. Nach einem Rhythmuswechsel in langsamere Gefilde erfolgt eine Erzählung in Form eines Sprechgesanges der dann durch gezupfte Gitarren abgelöst wird.
Hohe Tonfolgen die durch die Gitarrenfraktion erzeugt werden, vermitteln dem Stück einen mystischen Rahmen, bei dem es um einen geometrischen Tanz im All geht, der vorspiegelt, das
wir nur Zuschauer eines Ganzen sind und den Eingang“ zur Höhle des Wissens“ nie finden werden.
Das Lied geht nun in einen temporeicheren Gitarrensound, zu dem zeitweise aggressiv wirkende Screams hinzukommen über. Abrupt findet das Stück dann sein Ende.

In dem nächsten Song, der den Titel Protoconciousness trägt, geht es, getreu der „dunklen Materie“ um den Tod als Quantenerfahrung ohne Wiederkehr und der Schaffung eines neuen virtuellen Körpers. Musikalisch beginnt der Song durch Schlagzeug und Gitarren im Mid-Tempo. Progressive Töne, die der eigenen Vorstellung nach an neuronale Schwingungen erinnern könnten, werden im Anschluss hinzugefügt Die Gitarren sind im Hintergrund nun für die melodischen Komponenten zuständig. Der Gesang wird später durch einen progressiv wirkenden musikalischen Part abgelöst, der immer wieder auch doomige Einflüsse zulässt. Gegen Ende des Songs entwickelt sich der im tiefen „Doomkeller“ befindliche Sound durch entsprechende Riff Untermalungen in höher liegenden Frequenzen. Unterstützender Cleangesang kommt hinzu.

Mit Drake Equation geht es weiter. Dunkle Gitarren und der gezupfte Bass werden durch die Flüsterstimme des Sängers ergänzt. Mit viel Ausdruck interpretieren die Screams in Verbindung mit der Gitarrenfraktion die Geschichte von der Drake Gleichung. Durch den Verlust der Anziehungskraft von Alpha-Centauri ist der Fall in die intergalaktische Einsamkeit in die wir dann hineingeboren werden und künftig leben vorgegeben.
Der bassbetonte Song erzeugt dementsprechend eine dunkle und geheimnisvolle Stimmung.
Screams, die zwischen Aggressivität und Schwermut wechseln, dazu die Gitarren, die ihr Tempo ständig der Thematik des Stückes anpassen, sowie ruhige, teils basslastige, gefühlvolle Klänge vermitteln dem Stück eine ganz besondere Ausstrahlungskraft.

Nach einer Schlagzeug- und Gitarreneinleitung setzen wütende Screams ein, die anschließend in den Cleangesang übergehen. Das Ganze wird wieder durch eine dunkle, stark bassbetonte Gitarrenfraktion begleitet. So beginnt Fractal Visions! In diesem Song geht es um das Licht der Sterne, ihre schwerelosen Bewegungen im Strudel der Galaxien und die Erhebung des Wesens in ihr Spektrum.
Der ausdrucksvoll gestaltete Song entwickelt sich zunächst im Mid-Tempo und geht anschließend beginnend durch die langsam gezupfte Gitarren in schöne, ruhige Klänge über, die überraschender Weise durch Töne eines Blasinstrumentes untermalt werden, was dem Stück ein „gewisses Etwas“
vermittelt!
Plötzlich reißen die aggressiv einsetzenden Scrams des Sängers, die geneigte Hörerschaft kurzfristig aus der ruhigen Phase heraus, bevor der Song unterstützt durch das Schlagzeug, wieder in melancholischer Weise zum Ende geführt wird.

Der letzte Song des Albums, von dem es auch ein Video gibt, ist Metempsicosis!
Es handelt sich um einen tief dunklen Track, der durch die Gitarren und den Bass im mittleren Tempobereich, sehr rhythmisch und zunächst doombehaftet vorgetragen wird.
Die inzwischen einsetzenden Screams werden durch die Gitarrenfraktion druckvoll unterstützt, bevor der Gesang für den Refrain mehrmals in den Cleanbereich wechselt und die Instrumente dabei jeweils einen melodiösen Klangteppich auslegen.
Zum Abschluss des Liedes taucht man wieder in eine Doomwelle ein, bevor der Bass diese glättet und melodiöse Strukturen in Verbindung mit klagenden Screams hinzukommen.
Textlich geht es um ein dunkles, feuchtes, schimmliges Gewölbe, das von Statuen und Figuren bewacht wird, die Angst und Schrecken verbreiten. Erinnerungen an Tod und vermauerte Seelen kommen, verbunden mit dem Wunsch in dem Protagonisten auf, die andere Seite der Leere, in einem Gefühl von Zärtlichkeit zu erreichen.

Das Holeum ist mit der dunklen Materie verwandt, die die schwarzen Löcher im Universum bildet.
Die starke Gravitation zieht alles in ihren Bann. So in etwa könnte man das Album -Sublime Emptiness- umschreiben. Langsame, auch teils doomgeschwängerte Passagen wechseln sich mit aggressiv oder klagend wirkenden Scream Vocals ab, die wiederum meist in schöne melodische Klangbilder münden. Obsidiana und Geometric Dance wirken auf den Hörer bedingt durch den schleppenden Verlauf eher mystisch. Protoconciousness zeichnet sich durch die Doomeinflüsse aber auch durch die wunderbaren melodischen Komponenten aus, die immer wieder durch progressive Parts unterbrochen werden. Dadurch kommt sicher „keine Langeweile“ auf!
Drake Equation ist ein bassbetonter Song der einen zum Zuhören zwingt. Fractal Visions, schwankt zwischen ruhigen musikalischen Komponenten, in die auch genialer weise Blasinstrumente eingebaut wurden. Auch die aggressiven Parts kommen hier nicht zu kurz.
Der letzte Song „Metempsicosis“, besitzt allein schon durch seine Hookline einen Ohrwurmcharakter und bildet den krönenden Abschluss eines hervorragend gelungenen Albums, das für Liebhaber dieser Spielrichtung auf jeden Fall in den Plattenschrank gehört!
Musik und Texte des Werkes sind sehr gut aufeinander abgestimmt und verstärken dadurch die Aussagekraft der einzelnen Songs.

Der Tonträger erscheint über das Label Lifeforce Records und ist als CD, limitiertes Doppelvinyl und auch in digitaler Form erhältlich.

BandThe Holeum
AlbumSublime Emptiness
Titel1. Obsidiana
2. Geometric Dance
3.Protoconciousness
4. Drake Equation
5. Fractal Visions
6. Metempsicosis
(Gesamtlaufzeit: 43min.)
LabelLifeforce Records
GenreDark/Doom Metal
StudioalbumNr. 2
Veröffentlicht23. August 2019
HerkunftAlicante/Spanien
Gründung2014
MembersPablo Egido ( Gesang)
Luis Albaladejo (Gitarre)
Julián Velasco (Gitarre)
Paco Porcel (Bass)
Miguel A. Fernández (Schlagzeug)

Verfasst im August 2019
von Roland Hesse

 

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