CD Review: Alpgeist – Woid Mythen

Aus dem dunklen Untergrund des Bayerischen Waldes kommt eine Band hervor, die den Namen Alpgeist trägt und dem interessierten Schwarzmetal Volk ihr Erstlingswerk „Woid Mythen“
zu Gehör bringt. Protagonisten dieser Demo EP sind Krámpn, der ja bekanntermaßen auch bei Drudensang für die Vocals zuständig ist und nun den Alpgeistern seine Stimme verleiht, sowie Grond, der das Schlagzeug bedient und Grant, der für die Gitarren und den Bass verantwortlich ist.

Der Erste, von den drei auf dem Silberling enthalten Songs trägt den Titel Teufelsfelsen der Donau.
Der Sage nach bestieg der Teufel die Spitze dieses Felsens, von wo aus er dem frommen Volke das Böse lehren wollte. So die Leute seine Worte beherzigten, versprach er ihnen Reichtum und Glück.
Er wurde allerdings erkannt und durchschaut, sodass niemand auf ihn hörte. Vor Wut warf er einen Felsbrocken in die Donau und stampfte so mächtig auf, dass sein Fußabdruck noch heute zu sehen ist!
Die musikalische Umsetzung im Stile des atmosphärischen Black Metals erfolgt mittels einer Gitarreneinspielung, die dann durch gleichmäßige, rhythmische Schlagzeug Beats und einsetzenden bösartig wirkenden Screams ergänzt wird. Die Vocals von Krámpn werden durch eine zweite Gitarre melodisch überlagert, sodass der Song an Aggressivität verliert und in der Folge in ruhige, schöne Gefilde wechselt, nicht jedoch ohne seine raue, etwas mystisch implizierte Ausdrucksform, entsprechend der Thematik zu verlassen. Ein sehr gelungener Auftakt!

Der zweite Track ist Moor in der Todtenau! Die Sage berichtet von einer kleinen Stadt, die vor langer Zeit im Moor versunken sei. Ab und zu soll man noch die Musik und die Gesänge der damaligen Bewohner hören, die vor dem Betreten des Moores warnen. Bei Zuwiderhandlung wird man untergehen wie diese Stadt! Auch hier beginnen die Gitarren im Mid-Tempo. Sie erzeugen einen Spannungsbogen, der durch die Vocals des Sängers verstärkt und in eine gespenstisch anmutende, musikalische Struktur mündet. Die Aussagekraft der Screams, die im Hintergrund einen Hall erzeugen, werden durch die begleitenden Gitarren ausdrucksvoll betont.
Nach einer kurzen, instrumentalen Passage geht das Stück, beladen voller dunkler Elemente weiter und findet dann abrupt sein Ende.

Der Dritte und letzte Song dieser EP lautet im Woid dahoam! Schnelle Schlagzeugfrequenzen mit Gitarrenbegleitung sowie einsetzende „dreckige“ Screams verbreiten eine dunkle schreckensvolle Atmosphäre, nach dem Motto „Die Nacht ist dunkl und koid, bei uns im Woid“!
In der Folge überlagern die Gitarren das Geschehen mit einer wunderbaren Melodie, die an die wie es im Text heißt -„Tausnd schimmande Stern, die am Himme glänzn so fern“- erinnert.
Die Black Metal Elemente werden in diesem Track immer wieder durch eine einprägsame Hookline ergänzt, was dem Song einen zwar rauen, jedoch mit viel Melodie versetzten Charakter verleiht!

Insgesamt handelt es sich um eine sehr gute und ansprechende EP die Lust auf mehr macht!
Die Thematik der einzelnen Songs, ist nach Meinung des Verfassers dieser Worte, musikalisch authentisch wiedergegeben. Die atmosphärische Gestaltung im Rahmen der Grundstrukturen des Black Metals wurde sehr individuell ausgeprägt, sodass die Songs aufgrund der diversen melodischen Einflüsse auch für die Metal Fraktion außerhalb des Black Metals absolut hörenswert sein dürfte!
Die Scheibe ist auf eine Stückzahl von 300 limitiert und kann über das Label von Black Blood Records bezogen werden!

BandAlpgeist
AlbumWoid Mythen
Titel1. Teufelsfelsen der Donau 5:14
2. Moor in der Todtenau 5:18
3. Im Woid dahoam 5:25
LabelBlack Blood Records
GenreAtmosphärischer Black Metal
Studioalbum1. Demo - EP
Veröffentlicht12. Juli. 2019
HerkunftDeutschland / Bayerischer Wald
Gründung2017
MembersGesang: Krámpn
Gitarren, Bass,
Keyboard: Grant
Schlagzeug: Grond

Verfasst im September 2019
von Roland Hesse

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