CD Review: Hexengrab – Oderint Dum Metuant

Taucht man in die Tiefen des schwarzmetalischen Untergrundes ab, so kann man (ein) Hexengrab finden.
Es handelt sich hierbei um das Ein-Mann-Projekt von Eugen Kohl, der sich hinter dem Synonym Tsorn verbirgt und sämtliche Instrumente bedient, sowie für die Vocals und die Lyrics zuständig ist.
Neben seinen vielen weiteren genrebezogenen Projekten, wie beispielsweise Delens Humanitas, Crypt Witch, Dark Fields, Sinister Downfall, Death Carrier, Donarhall, Nihilisticon oder Urschmerz, hat sich der Mastermind bei Hexengrab weitestgehend auf die Spur des ursprünglichen, rauen Old School Black Metals begeben.

So beginnt das Introduction mit einer im Hintergrund erscheinenden Chormusik, die mit Windgeräuschen unterlegt ist.

Golden Chalice ist der zweite Track des Albums. Das Schlagzeug und die Gitarren nehmen zu Beginn an gleich Geschwindigkeit auf und begeben sich in den Old School Black Metal Rhythmus. Die einsetzenden Screams, die sich gedanklich in einer dunklen Atmosphäre bei Kerzenschein, Rauch und Flammen bewegen, bleiben stets im Hintergrund. Der Song schleppt sich im gleichmäßigen Tempo weiter vorwärts, bis nach geraumer Zeit ein Wechsel in langsamere Gefilde stattfindet. Nach einer kurzen Gesangspause setzen die Screams in „dreckig wirkender“ Form wieder ein und führen das Stück in gespenstischer Weise zu Ende.

Der dritte Song, Lower Creatures, der von Folter und Opfern im menschlichen Leben handelt, beginnt mit einem Schlagzeugfeuer. Die atonalen Gitarren, wie auch die einsetzenden Screams bleiben zunächst einmal etwas verborgen im Hintergrund. Monotone Taktfolgen werden durch rhythmische Schlagzeugbeats begleitet. Aus dem Hintergrund treten Screamschwaden wie aus einem dichten Nebel heraus. Zum Schluss nimmt das Schlagzeug nochmals Tempo auf!

Weiter geht es mit I Smell Death! Auch hier beginnt das Schlagzeug und nimmt zusammen mit den Gitarren Fahrt auf. Die Vocals bleiben verschwommen im Background und werden durch ein schwermütig wirkendes Klangbild überlagert. Zwischendurch dürfen die Gitarren ihren Part spielen, bevor die Screams aggressiver werden und sich teilweise in das Geschehen einmischen. Danach zieht das Tempo wieder an und vermittelt ein Klangbild im Stile des Old School Black Metals, dass gleichförmig bis zum Ende geführt wird.

Schnelle Schlagzeugbeats, die Gitarren in den Black Metal Modus geschaltet, schauderliche Vocals, die von der Ekstase des Todes in Verbindung mit unendlichem Hass erzählen, lassen den Sound gleichmäßig im Mid-Tempo voranschreiten. Das ist Ecstasy Of Death, der vorletzte Titel der CD. Nach einigen Rhythmuswechseln bringen die gespenstisch wirkenden Vocals das Stück dann zum Ende.

Mit dem Track Chains Of Afterlife endet das Album Oderint dum metuant….. Sie mögen mich hassen, solange sie mich nur fürchten! In diesem Sinne fängt die musikalische Umsetzung des wohl dunkelsten Titels auf dem Silberling, mit langsam schleppenden Gitarren und den aus dem Hintergrund kommenden Screams von Tsorn an. Der träge Old School Black Metal Rhythmus wird mal mit und mal ohne Gesang weitergeführt und endet mit den kratzigen Vocals des Sängers.

Auf der Rückseite des Albumcovers finden sich die Worte per omnia saecula saeculorum, was so viel bedeutet wie von Ewigkeit zu Ewigkeit. Als Werk für die Ewigkeit, respektive für die Hörgefühle der allgemeinen Metal Welt, kann dieses Album wohl nicht dienen. Dafür, so scheint es, ist es zu speziell und in erster Linie für die Freunde des rauen, getragen wirkenden Old School Black Metals geformt.
Gekennzeichnet durch lange, gleichmäßig klingende Passagen sowie durch schaurig wirkende Vocals in Verbindung mit etwas Monotonie und einem meist in hoher Geschwindigkeit spielenden Schlagzeug ist es vielleicht genau das, was man dem Untergrund Black Metal zuordnen kann.
Diejenigen Metalheads, die entsprechende Sympathie für diese Spielrichtung hegen, sollten sich dieses Album einmal zu Gemüte führen. Erhältlich ist die CD bei Black Blood Records!

BandHexengrab
AlbumOdering Dum Metuant
Titel1. Introduction 2:01
2. Golden Chalice 8:50
3.Lower Creatures 8:31
4. I Smell Death 9:21
5. Ecstasy Of Death 8:13
6. Chains Of Afterlive 8:35
LabelBlack Blood Records
GenreBlack Metal
StudioalbumNr. 1
Veröffentlicht05. Juni 2019
HerkunftDeutschland (Niedersachsen)
GründungK.A.
MembersAlle Instrumente, Vocals, Lyrics und Songwriting:
Tsorn

Verfasst im September 2019
von Roland Hesse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.