München scheppert schwarz 2019

Am 9. November 2019 luden die Münchner Black Metaler von Asmoday zusammen mit dem Kulturverein Kultur am Rande e.V. die interessierte schwarzmetalische Hörerschaft wieder zum „München scheppert schwarz“ in das Café Dada in der Studentenstadt ein. Das Tagesfestival, das bereits seit 2014 alljährlich im Herbst ausgetragen wurde, ging in die 6. Runde!
Am Start waren dieses Jahr ausschließlich Bands des Genres Black Metals wie Frozen Gate, Totengeflüster und Wolves Den, die Ihre gemeinsame Faceless Divine Tour 2019 mit dem Gig in München beendeten. Ill Tidings kamen aus Wien angereist und Asmoday traten natürlich wieder als Gastgeber an.

Pünktlich um 18 Uhr eröffnete Ill Tidings (vormals Unholy Order) „den Reigen“!
Nach dem Intro ging es mit dem Titel Entfesselung los. Zunächst griffen die Gitarristen in ihre Saiten, dann mischte sich das Schlagzeug ein und im Anschluss drückte der Frontmann seine Screams, vereinzelt gesanglich unterstützt durch seinen Bassisten in das Publikum, dass sich inzwischen in reichlicher Anzahl vor der Bühne versammelt hat. God From Elder Flesh folgte im Anschluss. Das Schlagzeug ging gleich einmal auf Tempo und der Gesang schwankte zwischen wütend und anklagend. Die Gitarristen sorgten für einige interessante Komponenten, die dem Song seine Struktur gaben. Das nächste Stück war dem Bandnamen entsprechend Ill Tidings.
Die Gitarren leisteten hier die Vorarbeit. Dann ging das Schlagzeug in den Black Metal Modus und der Song nahm Tempo auf. Die Vocals drückten eine gewisse Wut aus und wirkten dann im Verlauf anklagend. Auch bei diesem Lied fanden wieder ansprechende Gitarrenläufe statt, die dem Song sein Muster aufdrückten. Mit Opus Magnum, einem interessanten Stück, in dem man bedingt durch die Variation der Instrumente und der gesanglichen Darstellung, eine gewisse Theatralik entnehmen konnte, ging es weiter. Dann folgte Silent Leges Inter Arma! Schnelle Schlagzeugfrequenzen in Verbindung mit aggressiven Vocals und gelungene Tempowechsel zeichneten dieses Lied aus. Den Abschluss des Sets machte Damnation. Ein Song, der in hohem Tempo nach vorne geprügelt wurde, während sich die Gitarren im Hintergrund versteckten und mit leicht melodischen Einflüssen aufwarteten. Die Vocals erzählten dazu ihre Geschichte. Ein guter Abschuss!

Nach einer kurzen Umbaupause waren die Gastgeber von Asmoday an der Reihe. Mit ihrem bezeichnenden Song Krieg stiegen sie in das Set ein. Sämtliche Instrumente einschließlich die Stimme von Frontmann Maddin gingen von Beginn an auf Tempo und pressten die Vocals voller Aggressivität dem Publikum entgegen. Im Anschluss an eine kurze Begrüßung der vor der Bühne stehenden Metalheads durch den Frontmann, ging es weiter mit Fahrt Zur Hölle. Die Gitarren, die hier im Hintergrund für Volumen sorgten, aber auch für diverse melodische Strukturen verantwortlich waren, erzeugten ein wunderbares Klangbild, das die teils getragen wirkenden Vocals gut abrundeten.
Wie der Reaktion des Publikums zu entnehmen war, folgte mit Misanthrop nun ein gern gehörter Titel, der im letzten Jahr an selber Stelle als ziemlich „jungfräulich“ aufgeführt wurde! Nach einem rhythmischen Einstieg durch die Instrumente nahm das Lied im Verlauf Tempo auf und man konnte den Eindruck gewinnen, dass Maddin „ohrenscheinlich“ im Wettbewerb zu Misanthrop trat, indem seine Stimme einen positiv schrecklichen Klang zum Ausdruck brachte. Beim nächsten Song, der den Titel Zeitgeist trug, gab Wolfi an den Drums die Schlagzahl vor. Auch hier entwickelte sich im Verlauf neben aggressiven Gesangsstrukturen immer wieder melodische Passagen und gute Tempowechsel. Ein Lied, das ins Ohr ging!
Das letzte Stück am heutigen Abend war Frostende. Auch hier wurde die schwarzmetalische Basis mit melodischen Hintergrundtönen durch die gute Gitarrenarbeit veredelt, während das Schlagzeug nach diversen Rhythmuswechseln immer wieder auf Tempo ging und der Frontmann seine schrecklich wirkenden Screams nochmal im Raum verteilte.
Nach dem „Rausschmeißer aus der Dose“ in dem Marlene Dietrich „ sag mir wo die Blumen sind“
sang, konnte man sich mit ein paar Bierchen stärken um dann

beim Auftritt der Symphonic Schwarzmetaler von Totengeflüster wieder rechtzeitig vor der Bühne zu stehen. Nach einem Einspieler in Form von Orgelmusik ging es mit dem Song Ich Lebe, aus dem 2017er Album Im Nebel Der Vergänglichkeit los. Die Gitarren und das Schlagzeug, das gleich von Beginn an auf Tempo ging, sowie die teils aggressiven Vocals des Sängers Narbengrund Nihilis sorgten für einen wuchtigen Einstieg in das Set. Ein weiterer Track, der aus demselben Album entnommen wurde war dann Verfall und Siechtum. Nachdem zu Beginn einige Synthesizer Töne in Form eines Einspielers verklungen waren, überzog der Frontmann das Publikum wieder mit seiner variantenreichen Stimme, die von Screaming über Growling bis hin zu kreischenden, keifenden oder extrem hellen Lauten reichte. Die Gitarren an der Totleben und Egregor standen und der Bass, den Teufelskald hielt, unterstützten ihren Sänger teils atonal teils harmonisch, in jedem Fall aber mit viel Druck und hohem Tempo, für das auch der am Schlagzeug sitzende Frostbitten verantwortlich war. Das nächste Stück war Ein Monolog Im Mondschein aus dem 2014er Album Vom Seelensterben. Auch dieses Lied war geprägt von interessanten Tempowechseln und stimmlichen „Sondereinlagen“ des Sängers!
Jetzt war es an der Zeit einige Stücke aus dem neuen Album namens The Faceless Divine zu spielen. Mit On Carrion Wings und The Hollow Wanderer kamen zwei Titel an die Reihe, die dem Publikum augenscheinlich viel Spaß bereiteten. Schöne aber auch druckvolle Gitarrenläufe, ein Schlagzeug, das im Dauertempo lief, sowie einen Sänger, der wohl selbst viel Spaß an dem Gig hatte und zeitweise mit seinem Mikrofon in der vor der Bühne stehenden „schwarzen Meute“ verschwand, zeichnete die Schwarzwälder Truppe aus, die jetzt zur Hochform aufzulaufen schien!
Es kam der Song Totengeflüster an die Reihe, von dem auch ein Musikvideo existiert. Ein Song, gespickt von Schlagzeugslaven, schönen versteckten, durch die Gitarren erzeugten Melodien, sowie einem aggressivem „dreckigem“Gesang, der eine gefühlt dunkle Kälte in dem Raum erzeugte.
In diesem Zusammenhang sollte man der Band auch einmal ein Kompliment zu ihren ausdrucksvollen Corpse paints machen, die zweifelsohne den Eindruck der durch die Musik erzeugt wurde nochmals vertiefte!
Weiter ging es im Set mit zwei Liedern aus dem Album Faceless Divine, nämlich Vermin und Affliction. Auch diese Stücke vermittelten dem Publikum ein Gefühl von Hass, Kälte und Tot.
Treibende Beats, tiefe Gitarrenriffs und die Stimme von Narbengrund Nihilis sorgten für diese Gefühlskälte.
Nach Beendigung dieser Songs, fragte der Frontmann die Metalheads ob sie noch etwas hören wollten? Oh Wunder, sie wollten natürlich!
Es kamen noch die Songs Ein neuer Pfad und Vom Seelensterben, beide aus dem Album Vom Seelensterben. Danach ging der Gig unter viel Beifall des Publikums und einem Abschlussfoto mit der Combo zu Ende!

Die nächste Band, die heute Abend das München scheppert schwarz Tagesfestival bereicherte war Frozengate aus Zürich. Mit The Sword Of Damocles aus der From Ashes EP von 2018 stiegen die 5 Schweizer in das Set ein. Nach einem kurzen dämonisch anmutendem Vorspiel ging es zur Sache. die Screams des Frontmannes klangen angsteinflößend. Dazu passend gesetzt waren die abrupt einsetzenden Schlagzeugsalven in Verbindung mit dem kurz angeschlagenen Gitarrensound. Im Verlauf durfte eine Gitarre auch einmal zu einer Soloarbeit antreten. Der Song machte Lust auf mehr!
An der Reihe war nun Reflection Of The Black Mirror aus dem 2016er Album Behind The Dark Ice. Zu Beginn gingen die Drums auf Tempo und nahmen nach einer Übergangsfrist die brutalen Vocals des Sängers mit. Der Song wurde im Eiltempo durch gepflügt, nicht jedoch ohne diverse interessante Gitarreneinspielungen zu vernachlässigen. Auch das folgende Stück, I Am The Rising God wurde dem vorgenannten Album entnommen und nun auf der Bühne präsentiert. Nach einem choralen Einspieler setzten die tief gestimmten Gitarren ein. Kurz darauf schallten die aggressiv wirkenden Screams von der Bühne und brachten den Song auf Tempo. Kingdom Of Lunacy war der nächste Song und stammte wieder aus dem From Ashes Album. Er startete mit einem Schlagzeugfeuer. Dann kamen wieder die aggressiven Vocals des Frontmannes hinzu. Nach einem Tempowechsel tauchte das Stück in gleichmäßig rhythmische Gefilde ein, bevor das Schlagzeug wieder an Geschwindigkeit zulegte und mit den beiden Gitarren vermutlich einen
Schnelligkeitswettbewerb austrug.
Die zwei folgenden Tracks In Nomine und The Second Face Of God waren wieder aus dem Behind The Dark Ice Album. Beide Stücke rannten wieder mit hoher Geschwindigkeit durch das Set, wobei
sich bei The Second Face Of God die Gitarren etwas mehr in den Vordergrund spielen durften.
From Ashes aus dem gleichnamigen Album war das nächste Lied. Hier konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Vocals gleich von Beginn an eine Geschichte erzählen wollten. Es kamen schnelle Schlagzeugbeats und wunderbare Gitarrenriffs im Hintergrund hinzu, die den eingängigen Song wunderbar unterstützten. Es folgte Enter The Gate aus dem Behind The Dark Ice Album.
Nach einem langsamen, gefühlvollen Gitarreneinspieler setzte der Bass und die Gitarren mit brutaler Wirkung ein und durchbrach dadurch die Gefühlsebene. Das Schlagzeug mischte sich dazu und die wütenden Vocals brachten das Stück in temporeiche Sphären, die durch gezielte, gute Rhythmuswechsel in der Geschwindigkeit unterschiedlich beeinflusst wurden. Ein eingängiges Stück, das von den Metalheads mit Extraapplaus bedacht wurde!
Zum Schluss kam noch Prelude aus dem From Ashes Album. Das Prelude beendete in diesem Fall das Set. Frozengate wurde von dem Publikum mit viel Beifall bedacht, bevor sie den Ort des Geschehens verließen
Die Bühne wurde für den Schlussakt nun an Wolves Den übergeben.

Für das Münchner Quartett war es nicht nur ein Heimspiel, sondern auch der Abschluss ihrer Tour. Nach dem Intro ging es mit Tides Of Hate los, einem Titel aus dem nagelneuen Album Miserere, dass wohl in nächster Zeit das Licht der Welt oder besser gesagt die Dunkelheit des Hades entdecken wird. Die Gitarren bildeten den Auftakt, bevor Helge seine tiefen rhythmisch vorgetragenen Growls im Publikum verbreitete. Der treibende Sound wurde immer wieder durch die melodisch eingespielten Gitarren ergänzt. Ein guter Auftakt! Nachdem der Frontmann die schwarze Meute vor der Bühne begrüßt hatte, folgte mit Gedeih Und Verderb ein bekanntes Stück aus dem 2015er Album Deus Vult. Der Einspieler leitete zu dem dunklen, durch schöne Gitarrenriffs geprägten Sound über, in dem teils versteckt, einige schöne alte Old School Black Metal Passagen enthalten waren, die durch das Schlagzeug und die Gitarren hervorbracht wurden.
Bevor die Band das nächste Lied, nämlich Pfad Ins Dunkel aus dem Miserere Album anstimmte, bedankte sich Helge zunächst einmal beim Veranstalter, bei den beiden Tourbands sowie beim Publikum. Das Lied begann mit langsamen zupfen an den Gitarrensaiten, bevor das Stück sich langsam schleppend entwickelte und der Frontmann seine Growls bedächtig hervorbrachte. Auch in diesem Song befanden sich wieder eine Menge musikalische Finessen sowie einige schöne Tempowechsel und zum Schluss hin noch eine wunderbare doomige Einlage.
Mit Dysterborn kam wieder ein Song aus dem Deus Vult Album an die Reihe. Ein Stück, dass durch hohe Schlagzahlen an den Drums geprägt ist, aber auch die dunkle Materie in den Saal versprühte.
Das folgende Häresie war ein Lied aus dem Miserere Album. Das Schlagzeug, an dem Manu saß, ging von Beginn an auf Tempo und der Sänger setzte dieses Mal seine Screams ein, um gegen die neben ihm in diversen Tonlagen wütenden Gitarren, die von Stefan und Mexx bedient wurden anzukämpfen. Zum Schluss hin holte er nochmals seine tiefen, dunklen Growls hervor und drückte sie dem Publikum vor die Brust. Nach dem Intro konnte man schon den nächsten Song erahnen. Die sofortige Wiedererkennung des Stückes liegt hier im eingängigen Refrain.Von Beginn an mächtige Gitarreneinsätze, das Schlagzeug im Highspeed Modus und der Frontmann mit wütenden, treibenden Vocals! Es war Deus Vult, der Titeltrack aus dem gleichnamigen Album.
Mit Nachtmahr kam dann das letzte Stück aus dem Miserere Album zur Aufführung. Der durch schöne Melodien getragene Song verbreitete eine dunkle Stimmung in der Halle, die gut zu der fortgeschrittenen Stunde passte.
Vobis Cum und Mortis, beide aus dem Deus Vult Alum sollten den eigentlichen Abschluss des Sets bilden. Gitarren und Schlagzeugfeuer sowie schöne „dreckige Vocals“ verbunden mit wunderbaren Gitarrenriffs nochmals zum Ende hin!
Es war nach diesen beiden Stücken jedoch noch nicht wirklich Schluss!
Den eigentlichen Schlussakt und damit eine Sonderzugabe bildete das schwarze Firmament aus dem Deus Vult Album. Ein würdiger Abschluss dieses, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, schweißtreibenden Gigs für die Band!

Zufrieden traten die Metalheads den geordneten Rückzug von einem wunderbaren Konzertabend mit 5 guten Bands an. In diesem Zusammenhang wieder einmal ein Dankeschön an die Veranstalter Asmoday und Kultur am Rande e.V., sowie den teilnehmenden Bands, die diesen Konzertabend in dieser Form ermöglichten. Support The Metal Underground!!!

Verfasst im November 2019
von Roland Hesse

Alle Fotos von Roland Hesse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.