CD Review: Mountaineer – Giving Up The Ghost

Knapp zwei Jahre nachdem Mountaineer ihren letzten Longplayer (Bloodleting) veröffentlichten, haben die sechs Kalifornier mit Giving Up The Ghost am 25.02.2020 ihr neues Werk an den Start gebracht. Melodisch, doombehaftet, sehr dunkel, voller Schwermut und Melancholie nimmt es den Hörer für ca. 30 Minuten mit in eine traurig wirkende, mit ansprechenden Melodien durchsetzte musikalische Sphäre.

Der erste Titel des Albums lautet The Ghost. Er beginnt mit einer kurzen, langsamen und einfühlsamen Gitarreneinleitung, die den Übergang

zu dem zweiten Track namens Blot Out The Sun bildet. Langsame, gezupfte Gitarren werden von einem schwer und getragenen Cleangesang abgelöst, der später in melodische, schwermütige Growls mündet. Dies alles geschieht unter einer ruhigen, melodiösen Gitarrenbegleitung. Der Gesang wird in der Folge durch langsame Schlagzeugbeats und den Gitarren im Hintergrund unterstützt.
Im weiteren Verlauf wechseln sich die Cleanvocals mit anklagenden Growls ab.
Zum Ende hin hört man eine ruhige, schön gezupfte Gitarre, die durch langsame Schlagzeugbeats und den Bass begleitet wird. Nach einer leichten Temposteigerung erzeugen die Saiteninstrumente nochmals eine schöne Melodie. Inhaltlich handelt der kryptische Song von einer Vorsehung. Es heißt im Text: „Schau in den Himmel, was glaubst Du“? In Erwartung eines unausgesprochenen Zeichens wird die Einsicht gewonnen, den Trank zu trinken, der getrunken werden muss.

Der folgende Song ist Bed Of Flowers. Es geht hier um einen Protagonisten, der sich auf einem Bett aus Blumen zur Ruhe respektive zum Sterben gelegt hat und nochmals über die Dinge, die wir in uns tragen und begraben nachdenkt.
Die Gitarren beginnen langsam und geben dem Lied eine schöne Einleitung. Im Anschluss folgt ein doomig und bassbetontes Soundbild. Zur Auflockerung der musikalischen Struktur werden als Antipode helle Gitarren eingesetzt. Der dazu passende Cleangesang, der im Verlauf in eine melancholisch, melodische Stimmung übergeht, wird immer wieder in doombehaftete Passagen geführt. Dann gehen gezupfte Gitarren zu einem Zwischenspiel über. Danach entwickelt sich ein voluminöser, getragener Sound durch die Saiteninstrumente und das begleitende Schlagzeug. Einsetzender Cleangesang in Verbindung mit einer schönen Gitarrenhookline bringen den Song zum Ende.

Weiter geht es mit Touch The Glass. Etwas antonal wirkende Gitarren leiten zusammen mit dem Bass und dem Schlagzeug das Stück ein. Im Anschluss gleitet der Song in den Doombereich.
Der einsetzende, anklagend und aggressiv wirkende Cleangesang erzählt von Schwüren, Lügen und dem Zweifel an der Realität.
Atonale Saiteninstrumente spielen unter Doomeinfluss im Hintergrund. Langsam voranschreitendem Gitarren und Clean Vocals beenden das Stück.

When The Soul Sleeps ist der nächste Song. Gezupfte Gitarren bilden den Übergang zu dem einsetzenden Cleangesang, der melodisch im Mid-Tempo stattfindet. Dann erfolgt ein Wechsel in Growl Voices, die instrumental durch ein melodisches Gitarrenspiel unterstützt werden. Weiter geht es im Wechsel mit Clean Vocals. Im Hintergrund bleiben die Saiteninstrumente melodisch und erzeugen immer wieder schöne Hooklines. Die Clean Vocals führen das Stück langsam und getragen unter dem Einfluss von schönen ruhigen Passagen mit viel Melodie weiter.
Im Text heißt es: „Ich fühle mich verletzlich und allein. Ich bin so weit weg. Der Himmel, wenn er fällt, wirst Du mich gehen lassen?“

Der vorletzte Track ist Twin Flame. Der Text beginnt mit den Worten: Mit dem Tod kommt die Wiedergeburt, mit der Geburt kommt der Tod. Es geht um eine Reise zum Lebensende.
Demzufolge ist das Stück mit einer Schwermut im Ausdruck durchzogen. Abermals beginnt der Song durch langsam gezupfte Gitarren, die durch schleppende Schlagzeug Beats und durch Basseinfluss begleitet werden. Es folgt ein getragener Cleangesang unter Doomeinfluss.
Die gezupften Gitarren führen das Stück weiter, dass sich immer noch im „Doom Tal“ befindet.
Später erzeugen die Saiteninstrumente eine melancholische Wirkung. Nach einem Zwischenspiel in Form einiger Gitarrenklänge geht es in melodische Sphären, die durch Clean Voices unterstützt werden. In der Folge geht das Soundbild abermals in den Doombereich über. Zum Schluss erfolgt noch ein langsames Gitarrenspiel.

Der letzte Track mit dem Titel Giving Up, beendet das Album durch einige ruhige Gitarrenanschläge.

Fazit:
Mit Giving Up The Ghost hat Mountaineer ein Album geschaffen, das tief in die Gefühlswelt eindringt. Dunkel, einfühlsam, aber auch melancholisch und teils sehr melodisch durchzogen mit Hooklines, bildet der Sound eine schwermütige Stimmung ab. Die musikalische Struktur ist durch schöne Riffs, langsame, ausdrucksvolle Gesangsparts, vor allem aber durch sehr schöne Doomphasen geprägt.
Wer den melodischen Doom schätzt, sollte an diesem ansprechenden Werk, das als CD erschienen ist, nicht vorbeigehen. Ab 18. März 2022 gibt es das Album auch über Lifeforce Records in Form einer limitierten Vinyl-LP.

BandMountaineer
AlbumGiving Up The Ghost
Titel1. The Ghost 1:28
2. Blot Out The Sun 7:37
3. Bed Of Flowers 5:49
4. Touch The Glass 4:05
5. When The Soul Sleeps 5:28
6. Twin Flame 6:14
7. Giving Up 1:17
LabelLifeforce Records
GenreMelodic Doom Metal
StudioalbumNr. 4
Veröffentlicht25. Febr. 2022
HerkunftUSA / Oakland California
Gründung2015
MembersMiguel Meza: Gesang
Clayton Bartholomew: Gitarre, Keyboard
Isaac Rigler: Gitarre
Forrest Harvey: Gitarre
Dillon Variz: Bass
Patrick Spain: Drums

Verfasst im März 2022
von Roland Hesse

 

 

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