Am 2. Oktober 2026 veröffentlicht das Black/Death Metal Quartett EINVIGI über ihr Label Einheit-Produktionen das vierte Studioalbum. Es trägt den Titel “Latent“.
Der Gründer und Mastermind der Band, „Petteri Granberg“ hatte die Vision, den Sound der ersten drei Alben durch neue, düstere und härtere Passagen zu verändern. Außerdem wurde der Gesang in den Vordergrund gerückt. Die Texte sind wieder in englischer Sprache verfasst. Eine Ausnahme ist der Song Leviathan, bei dem die Lyrics in Finnisch geschrieben wurden.
Was dabei herausgekommen ist, werden wir im Folgenden berichten:
Der erste Track Resistance beginnt mittels ruhigen, gediegenen Gitarrenanschlägen, die melodisch fortgeführt werden. Dann wechselt das Schlagzeug und die Saiteninstrumente in den Tempomodus. Aggressive Screams im Black Metal Stil setzten ein. Die Gitarren befinden sich im Hintergrund. Es erfolgt eine Tempoänderung in ruhige Sphären. Eine Flüsterstimme ergänzt das Ganze. Dann werden die Screams durch eine Growl Stimme ergänzt. Der melodische Einfluss der Gitarren bleibt bestehen. Später geht das Schlagzeug in den Tempomodus. Der Melodienteppich befindet sich im Hintergrund. Danach erhöht sich der Druck der Saiteninstrumente. Eine zweite Gitarre bildet unter Führung der Drums ruhige Anschläge aus. Screams, in Verbindung mit Growls führen das Lied zu Ende.
Im Text geht es, um das Erwachen aus dem Schlummer um das eigene Schicksal zu bestimmen. Erhebe dich zum Widerstand, du bist der Wind über den Meeren, heißt es in den Lyrics. Du bist das Feuer und die Kraft, sowie die Schönheit einer zarten Blüte! Der Schein im Gürtel der Stene scheint so hell!
Weiter geht es mit Hourglass Paradox. Die Lyrics handeln hier von der Nacht, die in den Morgen übergeht, jedoch kein Licht anbricht. Niemand erwacht! Der schwarze Himmel ergießt sich über die Erde, während die Zeiger der Uhr sich verdrehen und zerbrechen. Sterne fallen herab und der Boden verdorrt. Strebe nach Ewigkeit, tritt ein in diesen Alptraum! Siehe zu, was du angerichtet hast! Nichts hat jetzt noch einen Sinn!
Musikalisch beginnt der Song mit ruhigen, gezupften Gitarren. Kurz danach geht das Schlagzeug in den Speedmodus. Böse wirkende Screams setzten ein. Die Schlagzeugfelle sind bei dem einsetzenden Tempo dem „verglühen nahe“, während die Gitarren ruhige Anschläge im Hintergrund abbilden. Im Verlauf erzeugen die Saiteninstrumente Melodie und das Schlagzeug „klopft“ gemäßigt weiter. Die Screams fügen sich passend in die atmosphärischen Strukturen ein. Ruhiges Gitarrenspiel und ein angenehmer Cleangesang führen den Song zu Ende.
Im folgenden Song Deafening Silence geht es um die Spuren des Lebens. Eine Ode an das Gestern, ein Loblied auf die Stille. Soll ich darauf vertrauen, dass mich das Morgen hindurchtragen wird, heißt es im Text. Der reißende Strom wird all meine Erinnerungen forttragen!
Das Lied beginnt abermals mit ruhigen Gitarrenanschlägen. Es folgen basslastige Gitarren unter Schlagzeugbegleitung. Die Screams fügen sich in das Geschehen ein und erzählen von der ohrenbetäubenden Stille. Ruhig und melodisch geht es weiter. Im Anschluss führen die Saiteninstrumente, die Screams ergänzen das Soundbild und das Schlagzeug bleibt rhythmisch. Nach einem kurzen Growl werden die Gitarren melodisch und begeben sich in das Mid-Tempo. Ruhige Screams erzählen weiter. Danach geht das Schlagzeug „auf Tempo“, während die Saiteninstrumente atmosphärisch bleiben und die Vocals inzwischen aggressiv erscheinen. Die leicht melodisch ausgerichteten Gitarren gehen zum Ende hin in ruhige Bereiche über.
Das nächste Stück ist Stigma. Dunkle Gitarrenanschläge werden rhythmisch durch die Drums begleitet und begeben sich im Anschluss in melodische Sphären. Dann geht das Schlagzeug „auf Geschwindigkeit“ und aggressive Screams wechseln sich mit bösen Death Growls ab. Dies geschieht innerhalb melodischer Strukturen. Nach einiger Zeit wird es kurz ruhig, dann erfolgt wieder ein temporeiches Soundbild unter Einsatz von abermals aggressiven Vocals. Später kommen ruhige Klänge der Gitarren zum Vorschein und begleiten die Voices taktvoll und melodisch weiter.
Zum Ende hin geht das Schlagzeug noch mal in den Black Metal Speedmodus. Aggressive Screams werden durch melodische Einflüsse der Saiteninstrumente unterwandert.
In den Lyrics geht es um die Geister der Vergangenheit die in der eigenen Schande schwelgen. Gefesselt an den Boden der schwarzen Knochen wird der Protagonist nicht mehr nach Hause zurückkehren. Der Atem wird ihm schwer. In den Ländern der Toten gibt es kein Weiterkommen. Er wandert alleine, vom Stigma, das ihm auferlegt wurde gezeichnet.
Jetzt ist Waltz Of Destruction an die Reihe. Die Saiteninstrumente kommen etwas atonal wirkend in das Spiel. Das Schlagzeug kommt hinzu und begleitet das Geschehen rhythmisch im Mid-Tempo. Die Screams setzen ein und erzählen
von der brennenden Asche der Zerstörung die es vom Himmel regnet. Sie zersplittert in winzige Fragmente die sich überall ausbreiten. Die Menschen, die auf der Brücke des Todes stehen verbrennen, dabei in den Flammen der Wahrheit.
Musikalisch geht es mit einem Tempowechsel, bei dem die Voices dominant werden, weiter. Kurz danach übernimmt das Schlagzeug. Die Saiteninstrumente befinden sich atmosphärisch im Hintergrund. Die Drums lassen sich nicht „aus der Ruhe bringen“ und die Gitarren sind „dabei“. Im Verlauf erzeugen sie eine melodische Komponente. Zum Ende des Songs erscheint das Soundbild nochmals aggressiv und die Screams werden durch das Schlagzeug „getrieben“.
“ Leviathan“ ist der Titelsong des Albums. Er ist in finnischer Sprache verfasst und handelt von dem unbekannten das wir nicht verstehen, so wie wir einander ebenfalls nicht verstehen. Wer auch immer an der Tür steht, von Angst beherrscht, wir öffnen nicht!
Eine gezupfte Gitarre beginnt den Song im Mid-Tempo. Später setzt das Schlagzeug ein und die Gitarren wirken dunkel. Die Screams kommen „böse ins Spiel“! Es erfolgt eine Temposteigerung. Nach einem Wechsel in ruhigere Sphären werden die Drums rhythmisch und die Saiteninstrumente melodisch. Die Screams fügen sich harmonisch ein. Dann geht es „auf Tempo“, um nach kurzer Zeit wieder den Klangteppich auszubreiten. Taktvoll läuft es weiter. Im Rahmen des durch die Saiteninstrumente erzeugten Melodienteppichs bleiben die Voices dominant. Es findet ein ruhiger, gefühlvoller Ausklang statt.
Der vorletzte Song ist Valeriana. Temporeich, getrieben durch das Schlagzeug und schnelle Gitarrenriffs beginnt das Stück. Im Verlauf wird das Schlagzeug rhythmisch und die Gitarren werden dominant. Dann setzt ein Cleanstimme ein. Die Saiteninstrumente entwickeln melodische Komponenten. Die Screams fügen sich harmonisch ein. Das Schlagzeug treibt temporeich, während die Gitarren weiterhin melodische Strukturen entwickeln. Plötzlich wechselt der Song in ruhige, gefühlvolle Gitarrenanschläge. Eine Flüsterstimme, die im Verlauf dominant wird begleitet das Ganze. Später entwickeln die Drums Geschwindigkeit. Die Screams kommen hinzu und die Saiteninstrumente verbreiten einen Melodienreigen. Das Schlagzeug bleibt bis zum Schluss im Geschwindigkeitsmodus.
Die Lyrics erzählen von Erdkörnern, von denen eines nach dem anderen in unsere Träume fallen. Im Permafrost, im inneren der Erde, schlägt das gefrorene Blut. Für einen sprießenden Trieb webt das Leben seine Fäden von neuem. Wo das Licht aufhört zu sein, verblasst auch das Leben. Inmitten der Leere liegen ganze Dimensionen, die die Zeit in die Zeitlosigkeit einweben. Dort wohnen Kräfte jenseits aller Vorstellungskraft. Geister die das Wesen des Willkommens bewahren. Die Architekten der Universen fällen ihr Urteil über jene, die sich für etwas Besseres halten. Sie sollen, aus der Existenz gerissen, in die Leere geworfen werden, von der sie niemals zurückkehren.
Latent, das finale Stück ist auch gleichermaßen der Titeltrack. Melodische, ruhige Anschläge der Gitarren beginnen das Lied. Es folgt eine rhythmische Weiterführung unter Gitarreneinfluss. Nachdem das Soundbild in ruhige Sphären geht, erzählt eine Cleanstimme
von einem Protagonisten, der sanft durch schattige Haine in dunkler Umarmung in die Tiefe geführt wird. Ich warte auf dich! Ego sum nox. (Ich bin die Nacht).
Eine Frauenstimme führt den Song klangvoll weiter. Die Gitarren übernehmen ruhig, gefühlvoll und melodisch. Später deuten die Saiteninstrumente eine Temposteigerung an. Diese wird unter dem Einfluss der Drums geführt. Die Gitarren verbleiben in melodischen Strukturen. Zum Ende hin wird das Schlagzeug unter Gitarreneinfluss nochmals temporeich.
Fazit:
Bei dem EINVIGI Album „Latent“ handelt es sich um ein Werk, das schnelle Black oder Death Metal Strukturen im Soundbild, mit harmonischen sowie melodischen, gitarrenspezifischen Klängen hervorragend verbindet. Nach schnellen aggressiven Passagen, die meist dominant durch das Schlagzeug geführt werden, wandert das Klangspektrum oftmals in harmonische oder auch dunkel angelegte Soundbilder für die meist die Saiteninstrumente zuständig sind. Immer wieder breitet sich im Hintergrund der „melodische Teppich“ aus.
Die Voices werden dem Hörer überwiegend durch Screams zu Gehör gebracht, sind aber auch mit kurzen Death Vocals oder mittels Clean Stimme ausgeführt. Lange Weile kommt durch die häufigen und interessanten Tempowechsel hier sicher nicht auf. Je öfter man den Tonträger abspielt, desto mehr Nuancen kann man in der Musik erkennen.
Die Texte lassen in kryptisch dargestellter Weise Rückschlüsse auf unsere derzeitige Weltlage zu.
Wer den Black, respektive den Death Metal mit melodischen Strukturen schätzt, sollte sich unbedingt das EINVIGI Werk mal anhören!!!!!!!
Den Tonträger gibt es als CD, als Vinylausgabe oder wenn es sein muss auch in digitaler Form
| Band | EINVIGI |
| Album | "Latent" |
| Titel | 1. Resistance 5:01 2. Hourglass Paradox 3:58 3. Deafening Silence 6:09 4. Stigma 4:59 5. Waltz Of Destruction 5:25 6. Leviathan 5:05 7. Valeriana 5:58 8. Latent 6:15 |
| Label | Einheit Produktionen |
| Genre | Black /Death Metal mit melodischen Einflüssen |
| Studioalbum | Nr. 4 |
| Veröffentlicht | 02. Okt. 2026 |
| Herkunft | Finnland - Turku |
| Gründung | 2014 |
| Members | Petteri Granberg: Gesang und Gitarre Krister Virtanen: Gitarre Joonas Koppanen: Bass und Gesang Mikael Ruoho: Schlagzeug |
Verfasst im September 2026
von Roland Hesse


