Obscura – Akroasis Tour 2016 im Feierwerk in München

Zum Auftakt der Akroasis Europa Tour, gastierte Obscura am 20. Oktober 2016 im Feierwerk (Kranhalle) in München.

Nachdem die Band, bereits im August 2016, auf dem Summerbreeze Festival, ein beeindruckendes Konzert ablieferte, war die Vorfreude auf diesen Gig groß.

Etwas glücklicher hätte jedoch die Terminauswahl stattfinden können, da sich zwei Ausnahmemusiker gegenseitig das Publikum streitig machten. Zum einen eben Steffen Kummerer mit Obscura und zum anderen Peter Tägtgren, der parallel mit seiner Band Pain in München (Backstage) spielte.

Trotzdem war die Halle gut gefüllt.

Konzert Opener war der Titel Ten Sepiroth aus dem Akroasis Album. Ein Song bei dem sich die beiden Gitarristen Steffen Kummerer und Rafael Trujillo gleich einmal einspielen konnten. Zunächst einige langsame sich entwickelnde Gitarrenklänge, bevor die Finger die Position auf dem Gitarrenhals des Öfteren in Sekundenschnelle wechseln mussten. Auch der Bass hielt diesem Tempo stand! Steffen Kummerer schickte seine Growls durch die Halle, die von der Rückkehr zur Vollkommenheit im Rahmen der Ten Sepiroths, der zehn Emanationen im Lebensbaum, erzählten.

Danach folgte The Monist, textlich ein durchaus aktuelles Thema, wenn man es auf die künstliche Intelligenz durch Vereinigung von Wesen Grund und Ursache bezieht.

Frontman Steffen Kummerer und Rafael Trujillo boten dem interessierten Publikum Anschauungsunterricht an den Gitarren. Die Gitarrenriffs die dieser Song beinhaltete und der druckvolle Growl Gesang des Frontmanns faszinierte das Publikum, das diese Begeisterung am Schluss durch einen kräftigen Applaus zum Ausdruck brachte.

Nun war der Album Titelsong Akroasis, zu Deutsch „hören“ angesagt, von dem auch ein Videoclip entstand.

Die beiden Gitarristen fassten zum Einstieg in den Song gleich kräftig in die Saiten. Kurz danach stimmte Steffen Kummerer mit seiner markanten Growl Stimme in das Geschehen ein.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Rafael Trujillo den Gitarrenhals seiner Ibanez polieren wollte. Der Bass blieb hier meist im Hintergrund, schob sich aber in einzelnen Passagen wieder nach vorne. Die Drums rundeten das gesamte Soundbild ab, hatten jedoch wenig treibende Funktion.

Der folgende Song, Anticosmic Overload aus dem Album Cosmogenesis war durch die Symbiose aller drei Gitarren geprägt. Teamarbeit war hier angesagt. Der Bass spielte in gleichberechtigter Funktion wie die zwei Gitarren. Steffen Kummerer wechselte Screams und Growls ab. Den Gitarrenhexern zuzuschauen, war ein Genuss!

Und jetzt kam einer der „Hammersongs“ des Sets. Sermon Of The Seven Suns. Steffen Kummerer teilte in seiner Ansage vor dem Stück dem Publikum mit, dass er sich wieder einmal freute nach 3 oder 4 Jahren in München aufzutreten!

Er erinnerte auch an seine ersten Münchner Auftritte, die noch im legendären Titanic City stattfanden.

Dann ging es los, mit den sieben Sonnen, die den Weltuntergang prophezeien. Der Frontmann demonstrierte, was so alles mit einer Gitarre möglich ist. Dann kam der Einsatz von Rafael Trujillo. Beide Gitarristen verstanden sich blind und wurden vom Schlagzeug immer wieder rhythmisch begleitet. Der Bass blieb dieses Mal etwas im Hintergrund. Die Stimme von Steffen Kummerer füllte den Song grandios aus. „Ein Brett!“ Interessant auch, der stetige Tempo- und Stilwechsel innerhalb von kurzen Passagen. Hier werden verschiedene Genres wie z.B. Death und progressiv Metal eingebaut, aber auch Anleihen aus der klassischen Musik genommen und verarbeitet. Einfach eine geniale Komposition!

Weiter ging es mit der Ode To The Sun, die mit einem choralen Einspieler, sinnigerweise einem Requiem begann. Dann wurde die Ode zunächst einmal mit kräftigen Growls des Frontmannes unterlegt. Weiter ging es mit einem Gitarrengewitter und zwischendurch waren immer wieder melodische Gitarrenpassagen eingebaut, die mit choralen Einsätzen abgerundet wurden. „Eine Antipode zu der Ode“

An dieser Stelle einige Anmerkungen zu den Obscura Songs. Da die Band ihre Texte im Wesentlichen auf philosophische Themen ausrichtet, bieten sich oft einige Interpretationsmöglichkeiten in Ansicht und Aussage!

Sehr durchdacht, wird der oft nicht ganz einfach darzustellende Inhalt der Songs, mit den komplex angelegten musikalischen Kompositionen aus verschiedenen Metal und auch anderen Musik Genres miteinander verknüpft.

Interessant erscheint es, wenn man versucht, die Songs des Akroasis Albums einmal in die deutsche Sprache und zwar dem Sinne nach zu übersetzen. Abendfüllende Diskussionen sind voraus programmiert!!!

Akroasis soll ja bekanntermaßen die zwei Vorgängeralben ergänzen, die von der Schöpfung (Cosmogenesis) und der Evolution (Omnivium) handeln. Thematisch wird deshalb auf dem Akroasis Album vom Universum, Weltseele und Weltharmonie erzählt.

Nun weiter zum Konzertverlauf. Es folgte der Song, Perpetual Infinity!

Nach dem Intro nahmen die 3 Gitarristen wieder langsam Fahrt auf und steigerten das Tempo auf Hochgeschwindigkeit. Gleichermaßen unterlegte der Frontman die Rhythmen durch seine Screams. Im weiteren Verlauf des Songs, konnte man das spielerisch hohe technische Niveau genießen, das die Band auszeichnet. Der Song handelt ja von der ewigen Unendlichkeit der Welt (des Weltraums). Schade das dieser Song endlich war!

Vor dem Beginn des nächsten Songs „Incarnated,“ aus dem Album Cosmogenesis, das nach Ansage des Frontmanns im Jahre 2004 geschrieben wurde, begrüßte dieser den ex Schlagzeuger der Band – Jonas Baumgartl – der sich im Publikum befand.

Der letzte Song des Sets war dann Centric Flow, ebenfalls aus dem Album Cosmogenesis.

Zu Beginn drückte Steffen Kummerer gleich seine mächtigen Growls in die Halle und wechselte diese dann im Verlauf des Songs in Screams, die durch einzelne Gitarrensolis unterlegt wurden. Das Stück war durch ständigen Tempowechsel, schnelle Schlagzeug Beats und im späteren Verlauf durch blackmetalartige Screams geprägt. Eine Mischung verschiedener Genres, einfach nur genial!

Als Zugabe folgte dann noch das zum ersten Mal in diesem Line Up in München live gespielte Ocean Gateways aus dem Album Omnivium. Das Konzert wurde mit einem mächtigen Applaus des augenscheinlich dankbaren und zufriedenen Publikums beendet.

Die Band verschwand, nachdem sie sich bei den Fans bedankt hat, wie es der Name „Obscura“ aussagt -dunkel und rätselhaft- von der Bühne.

Schade, dass es die knapp bemessene Zeit für das Set wohl nicht erlaubte, das 15 Minuten dauernde Stück aus dem Albums Akroasis „Weltseele“ in das Programm einzubauen.

Das wäre zweifelsohne noch ein Highlight gewesen.

So oder so, jedenfalls ein Dankeschön an Obscura für diesen Klasse Gig und kommt bald wieder nach München!

 

Verfasst im November 2016 von Roland Hesse

Alle Fotos von Roland Hesse

 

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