Review: microcosmys / La Torture Des Ténèbres – The Gods Themselves

Zwei Bands ein Album! microcosmys aus der Ukraine (Lwiw) sowie La Torture Des Ténèbres aus Kanada (Ottawa,Ontario) haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Inhalt des 1972 erschienenen Werkes des Science-Fiction Schriftstellers Isaac Asimov, mit dem Titel The Gods Themselves als Thema für ihr am 13. Juli 2018 erschienenes Split Album zu übernehmen. Die ersten drei, von insgesamt fünf Songs, steuert microcosmys bei, während die zwei weiteren von La Torture Des Ténèbres stammen.


Beide Bands vertreten das Genre des atmosphärischen Black Metals. Grundsätzlich geht es bei The Gods Themselves um die Kontaktaufnahme zu einem Paralleluniversum, das bewohnt ist und sich ähnliche Lebensbedingungen wie auf unserem Planeten darstellen. Durch Austausch von Materie können umweltfreundliche, kostengünstige Energiequellen erschlossen werden. Wider der Warnung von Wissenschaftlern lässt man sich in beiden Universen auf das Projekt ein, auch auf die Gefahr hin, dass die Sonne explodieren könnte. Nachdem die negativen Auswirkungen, nun die Universen zu vernichten drohen, sind die Wissenschaftler gefordert, die Planeten zu retten.

Musikalisch übernehmen microcosmys den ersten Part und beginnen mit dem Song odeen. Die beiden Bandmembers sind Z Ghart (Gitarre und Bass), sowie Lemm (Gitarre, Drums, Synth).
Alle drei microcosmys Titel werden akustisch, also ohne Text dargeboten.
Zu Beginn hört man schleppende Gitarren und einige langsame Töne des Schlagzeugs. Es entwickelt sich ein Gefühl, als wenn man von einer Welt in eine andere transferiert würde.
Dann werden die Drums in Begleitung von Gitarre und Synthesizer etwas schneller. Man könnte meinen, alles schwebt an einem vorbei. Im weiteren Verlauf wird das Klangbild etwas konfuser.
Das Schlagzeug geht in den Old School Black Metal Rhythmus über. Danach findet ein Tempowechsel statt und der Song vermittelt eine düstere apokalyptische Stimmung.
Grundsätzlich sind die Gitarren von microcosmys nicht ganz so tief wie bei vielen anderen Bands des Genres gestimmt, was dem gesamten Soundbild jedoch nicht abträglich ist.
Im weiteren Verlauf findet bis zum Schluss des Songs eine wiederkehrende Taktfolge statt, sodass man den Eindruck vermittelt bekommt, als würde man gerade eine Wanderung durch das Universum machen. Zum Schluss werden Töne erzeugt, die ein schwebendes Raumschiff suggerieren könnten.

Der nächste Song ist dua. Der Beginn wirkt, bedingt durch atonale Töne, die durch den Synthesizer und helle Gitarrenklänge erzeugt werden, etwas chaotisch. Die gefühlte Reise durch den Kosmos
wird durch eine erhöhte Schlagzeugfrequenz im Old School Black Metal dargestellt. Die Gitarren im Hintergrund erhöhen die gefühlte Reisegeschwindigkeit. Die helleren Klänge werden jetzt durch tiefer gespielte Gitarrenklänge abgelöst. Alle Instrumente wirken zum Schluss noch einmal atonal.

Der letzte Beitrag von microcosmys auf dem Splitting Album ist tritt.
Der Synthesizer und das Schlagzeug führen in den Song ein. Es findet ein ständiger Wechsel zwischen langsamen und impulsiv, schnell gespielten Passagen statt. Zeitweise wird wieder Old School Black Metal in das atmosphärische Soundbild eingebaut.
Man hat das Gefühl, als schwebe man mit hohem Tempo durch die Galaxie.
Der Song wird bis zum Ende durch ständig variierendes Tempo geprägt. Am Ende des Tracks wird durch langsame Gitarrenläufe und Synthesizer Klänge eine etwas traurige Weltuntergangsstimmung dargestellt.

An dieser Stelle erfolgt nun die Übergabe an La Torture Des Tènébres. Die Band ist ein Soloprojekt von Jessica Kinney, die sämtliche Instrumente einspielt und auch die Vocals beisteuert.
Beide Tracks, für die La Torture Des Tènébres zuständig ist, verfügen über einen Text.
Der Song mit dem Titel Next Stop; Virgo City handelt von einer Reise durch das All.Vorbei an zerschmetterten Resten von Träumen, vorbei an kolossalen Formen, die sich an der Oberfläche befinden, treiben die Reisenden durch die Leere des Raumes. Unwillkommen in fremden Gefilden, wo keine Aufnahmen und kein Mitleid zu erwarten sind. Auf der Suche nach einer Möglichkeit des Aufenthaltes geht die Reise weiter in den endlosen Nachthimmel.
Musikalisch ist das Lied mit einer Vielzahl an soundtechnischen Hintergrundeffekten durchsetzt. Gleichförmige, helle und schnelle Gitarrenläufe in Verbindung mit aufnahmetechnisch übereinandergelegten Screams und Growls erzeugen einen dunklen, spannenden Sound.
Man hat das Gefühl, dass man musikalisch, getragen auf einer Welle des atmosphärischen Blackmetals durch das Weltall geleitet wird.

Der zweite Song, und damit der letzte Track des Albums, wird abermals von La Torture Des Tènébres beigesteuert. Er trägt den Titel We Should Have Left It On The Country Station.
Die Reise geht am nächtlichen Himmel, vorbei an zusammenbrechenden Sonnen weiter.
Irgendwann endet der Trip auf einem erbärmlichen Planeten. Es wird die Frage nach Fortdauer unserer Existenz gestellt und in diesem Zusammenhang werden auch Zweifel an unserem Streben nach immer neuen Forschungen gehegt.
Musikalisch entwickelt sich der Song etwas aggressiver als sein Vorgängertrack. Die Gitarren kommen deutlicher zur Geltung und die Scrams sind entsprechend dem Thema theatralisch angepasst. Insgesamt ist das Stück wieder in eine Wolke von wunderbaren atmosphärischen Blackmetal Tönen eingekleidet.

Als Fazit kann man sagen, dass es sich um eine gute Idee handelt, das Thema aus dem Science- Fiction Werk „The Gods Themselves“ von Isaac Asimov durch zwei verschiedene Bands bearbeiten zu lassen und die Ergebnisse mithilfe des italienischen Underground Labels Xenoglossy Productions auf einem Split Album zusammenzuführen.
Dadurch ergibt sich, bedingt durch die zwei abweichenden Spielweisen der Bands, innerhalb des atmosphärisch getragenen Blackmetals eine interessante Abwechslung.
Einfach mal hineinhören!
Das Album kann aus dem Internet heruntergeladen oder über Breathe Plastic Records in Form einer Musikkassette bezogen werden.
Anmerkung der „Redaktion“: Schön wäre es natürlich, wenn demnächst auch eine CD-Pressung anstehen würde!

Bandmicrocosmys (Track 1-3) und
La Torture Des Ténèbres (Track 4-5)
AlbumThe Gods Themselves
Titel1. odeen (microcosmys) 6:56
2. dua (microcosmys) 4:53
3. tritt (microcosmys) 5:16
4. Next Stop; Virgo City (La Torture Des Ténèbres) 6:08
5. We Should Have Left It On The Country Station (La Torture Des Ténèbres) 7:24
LabelXenoglossy Productions
Breathe Plastic Records (Musik Kassette)
GenreAtmosphärischer Black Metal
StudioalbumSplit Album (microcosmys und La Torture Des Ténèbres)
Veröffentlicht13. Juli. 2018 (Kassette)
HerkunftUkraine/Lwiw (microcosmys)
Kanada/Ottawa,
Ontario (La Torture Des Ténèbres)
Gründung2017 (microcosmys)
2016 (La Torture Des Ténèbres)
Membersmicrocosmys:
Z Ghart: Gitarre, Bass
Lemm: Gitarre, Drums, Synth
La Torture Des Ténèbres:
Jessica Kinney: Alle Instrumente und Vocals

 

Verfasst im Juli 2018
von Roland Hesse

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