Ereb altoR auf dem „Summer Breeze“ Festival 2018 in Dinkelsbühl

Der 17. August 2018 (00 Uhr), begann für die zahlreichen Metalheads, die sich auf dem „Summer Breeze“ Festival vor der Camel Bühne versammelten und dem Ereb altoR Konzert entgegenfieberten mit Völuspa, der Weissagung einer Seherin, die uns im Rahmen eines Einspielers von der Entstehung und dem Untergang der Welt berichtete. Während diese Prophezeiung ablief, streckte die sehnsüchtig und augenscheinlich voller Freude, wartende Metalschar ihre Trinkhörner in den nächtlichen Sternenhimmel.


Kurze Zeit später betraten die Pagan-Black-Epic-Doom Metaler von Ereb altoR die Bühne. Tord, alias Jonas Lindström, nahm an seinen Drums platz.
Es folgten ihm: Ragnar (Daniel Bryntse) und Mats (Crister Olsson) die für den Gesang und die Gitarrenarbeit zuständig waren sowie Mikael, der den Bass hielt und seine beiden Vocalisten gesanglich tatkräftig unterstützte.
Glücklicherweise konnte das Quartett auf der neu konzipierten Camel Stage spielen. Dadurch war der Sound sehr ordentlich und eine gute Bühnenpräsenz für die Band möglich.
Die Schweden schafften es wieder einmal, zumindest die älteren im Publikum, auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitzunehmen. Man hörte die einzigartige Musik von Ereb altoR und fühlte sich aufgrund von ähnlichen Soundbildern und Gesangspassagen gleichermaßen in die 80er Jahre in ein Konzert des legendären Bathory Mastermind Thomas „Quorthon“ Forsberg zurück versetzt.

Schon mit dem Opener, En Synd Svart Som Sot, der aus dem Album Ulfven von 2017 stammte, kamen solche Erinnerungen auf.
Zunächst trommelte Jonas Lindström den Song ein, bevor Mats seine „quorthonsgleiche“ Stimme, inklusive eines Gitarrensolos unter wunderbarer melodischer Gitarrenbegleitung von Ragnar dem Publikum vor der Bühne zu Gehör brachte. In dem Song ging es textlich um eine unverheiratete Frau, die ihr Kind tötete. Da das Kind ungetauft war und nicht nach christlichen Gebräuchen beerdigt wurde, fand es keine Ruhe und verlangte von der Mutter einen Namen, damit es den ewigen Frieden finden konnte.

Nahtlos folgte dann Nattramn aus dem gleichnamigen Album von 2015. In diesem Stück, in dem die vier Schweden verstärkt ihre Black Metal Spuren ausgelegten, fanden wir wieder einen wunderbaren Bezug zwischen Lyrik und Soundbild. Der Song begann unter Einsatz des Basses mit Schlagzeugbegleitung. Dann brachte Mats seine variantenreiche Stimme im Black Metal Style in das Geschehen ein. Unter ständiger, variantenreicher Gitarrenbegleitung von Ragnar, führte er die dunkle Geschichte,- in der es um verlorene Seelen ging, die durch Nattramns, also rabenartige Kreaturen mit großen Klauen und scharfen Zähnen, den besagten Opfern im Traum erschienen,- bis zu ihrem Ende.

Der nächste Song war Av Blod Är Jag Kommen aus dem 2017er-Album Ulfven. Nach einer kurzen verbalen Einleitung unter Bezug auf Odin, die durch Mats vorgetragen wurde, kamen auch schon, die durch den Bass und die Gitarren erzeugten, tief geschwängerten Doom Schwaden auf das Publikum zu. Im Anschluss vermittelten die fetten Gitarren und der Bass eine düstere Stimmung, die später durch schöne, eingebaute Riffs und den Clear Gesang von Mats aufgelockert wurde. Zwischendurch drückte Mikael seine Growls in den nächtlichen Himmel. Bis zum Ende des Songs wurde der inzwischen mehrstimmig geführte Gesang immer wieder durch die hervorragende Gitarrenarbeit der Truppe unterstützt.

Dann sagte Mats den nächsten Song des Sets an. Es war Myrding, dass aus dem im Jahr 2010 veröffentlichtem Album The End stammte. Nach einer Gitarreneinleitung setzte dieses Mal zunächst die Stimme von Ragnar in das Geschehen ein. Das leicht doomlastige Geschehen wurde dann noch durch die Stimme von Mats ergänzt und im späteren Verlauf weiter in den Abgrund des Dooms gestürzt. Ein genialer Song, der durch den flexiblen, mehrstimmigen Gesang wunderbar zur Geltung kam.

Als Mats den vorletzten Track des Sets ansagte, fragte er die Metalheads vor der Bühne, ob sie einen Song in schwedischer Sprache hören wollen. Noch bevor die Antwort erfolgten konnte, kamen schon die genialen Töne der Gitarren von der Stage, die zu dem Titelsong aus dem gleichnamigen 2017er-Album, nämlich Ulfven passten. Mats führte mit seiner wunderbaren, markanten Stimme „durch das Programm“. Der Bass und die Gitarren begleiteten ihn melodisch. Das Publikum, das sich nicht zuletzt auch wegen der „frühen“ Tageszeit in ruhiger Stimmung befand, quittierte den Song mit viel Applaus. Wohl fast jeder, der ein Trinkhorn in der Hand hielt, streckte dieses der Band entgegen.

Zum Abschluss des Sets spielte Ereb altoR noch das epische Werk Midsommerblot, aus dem 2015er-Album Nattramn.
Ein würdiger Abschluss! Mächtige Gitarren setzten ein, bevor Mats wieder seine wunderbaren melodisch, melancholischen Vocals durch den Äther sandte. Augen zu, etwas träumen (möglicherweise auch von Ouorthon) und bis zum Ende genießen war angesagt.

Danke an Ereb altoR für die Zusammenstellung dieses genialen Konzertes und den super Auftritt!

 

Verfasst im August 2018
von Roland Hesse

Alle Fotos von Roland Hesse

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