CD Review: King Apathy – Wounds

King Apathy, vormals Thränenkind, veröffentlichen mit Wounds, ihr drittes Studioalbum. (Das Erste nach der Namensänderung).


Die Augsburger, die das Genre des atmosphärischen Black Metals, in Verbindung mit teils doomigen Einflüssen, aber auch progressiven Elementen bedienen, integrieren in ihr Soundbild eine depressiv wirkende Musikstruktur, die eine Symbiose zur textlichen Ausgestaltung der Songs bildet.

Das Album Wounds, beschäftigt sich inhaltlich mit der systematischen Zerstörung der Erde durch die Menschen, respektive deren Verhalten auch in Form von Ethik und Moral. Dadurch könnte sich zwangsläufig ein apokalyptisches Szenario entwickeln. Die einzelnen Tracks nehmen Bezug zu diesem Thema und lassen dem Hörer einen eigenen Interpretationsspielraum.
In diesem Zusammenhang ist auch das Cover des Albums ausdrucksvoll gestaltet.
Es zeigt Mutter Erde in Form eines Frauenkörpers mit Hirschkopf, dem seitlich zwei skelettierte Köpfe hinzugefügt sind. Die Figur ist mit dem Erdreich fest verwurzelt. Umgeben von Tieren des Waldes fallen welke Blätter auf den Boden.
Im Hintergrund ist eine Fabrik und eine Vielzahl von Zahnrädern dargestellt, die nicht mehr miteinander verzahnt sind, also durch mechanische Einflüsse voneinander getrennt werden.
Sinnbildlich wird hier also die Zerstörung unserer Umwelt gespiegelt.
Besonders gut zur Geltung kommt die visuelle Darstellung des Szenarios auf dem Vinylcover, respektive auf dem Poster, das der Schallplatte beiliegt. Neben der LP ist der Tonträger auch als CD erhältlich.
Veröffentlicht wurde das Album durch das Leipziger Label Lifeforce Records.

Der erste Song ist Civilization Kills. Er beginnt mit einer ruhigen Einleitung durch die Gitarren. Der Text wird in kurzen Worten sprachlich mit Musikuntermalung wiedergegeben. Es wird von der Zerstörung des natürlichen Lebensraumes durch die Menschen berichtet oder anders ausgedrückt: „Man sägt den Ast ab, auf dem man sitzt“. Die Gitarren lassen den Song ruhig ausklingen.

Im folgenden Track, The Scars Of The Land, erzeugen zunächst einmal die tiefer gestimmten Gitarren eine dunkle Atmosphäre, in die dann Nils mit seinem Gesang einstimmt.
Das Lied handelt vom Sterben der Welt, negiert durch menschliche Individuen.
Im Verlauf erfolgt ein Rhythmuswechsel in langsame, traurige Sphären, die von melodisch-ruhigen Gitarrenklängen begleitet werden. Auch der Gesang gewinnt an Theatralik. Zum Schluss führen einige langsame, gezupfte Gitarren das Lied zu Ende.

Das nächste Stück lautet Cleansing. Es beschreibt eine Situation, die der Apokalypse folgt. Nach dem Absterben kehrt die Natur wieder zu Gleichgewicht und Harmonie zurück. Voraussetzung hierzu ist allerdings die Ehrfurcht und der Respekt zu ihr.
Der Song beginnt, passend zum Thema durch langsame, gefühlvolle Klänge, die im Wesentlichen durch die Gitarren dargestellt werden. Dann setzt die leidvolle Stimme des Sängers ein.
Das Stück gewinnt zunächst an Tempo, bevor es wieder in eine langsame, getragene Sphäre eintaucht, die den Song bis zum Schluss begleitet.

Im nächsten Track, nämlich Great Depression geht es um die Vision einer Depression. Unter Einfluss dieser, wird das hinterfragt, was im Leben von Wichtigkeit erscheint.
Langsame Gitarren sowie ein schleppender Gesang, der immer wieder durch melodische Einflüsse der Sologitarre unterstützt wird, geben dem Song eine elegische Struktur.

Jetzt ist Revelation Time an der Reihe! Hier handelt es sich um einen Protagonisten, der voller Selbstzweifel hinsichtlich seines Selbst und der Beziehung zu anderen ist.
Musikalisch erklingen zu Beginn langsam gespielte Gitarrenklänge, die dann in getragene langgezogene Klangsphären übergehen. Gefühlvolle Vocals mischen sich hinzu und geben dem Song eine dunkle Struktur, die hin und wieder durch kurze schnelle Schlagzeugbeats aufgelockert wird. Die Stimme wirkt im Verlauf immer leidvoller, bis sie durch langsam gespielte Gitarren unterbrochen wird. Im Anschluss wird der Song in schöne Klangsphären geführt und bleibt bis zum Schluss voller Melodie. Ein klasse Stück!

He Missed The Stars geht auf den menschlichen Egoismus ein, der durch seine Hybris anderen Menschen Schaden zufügt. Musikalisch wird das Thema durch aggressiven Gesang und treibende Schlagzeugbeats in Verbindung mit teils melodisch ausgeprägtem Gitarrensound dargestellt.

Es folgt Reverence! Dieser Song beschreibt die Situation nach dem Untergang unserer Erde! Es bleibt die zu späte Reue und die Feststellung: „Wir hätten Ehrfurcht zeigen sollen“!
Der Track wird wieder durch langsame, etwas doomig wirkende Klänge eingeleitet, bevor die Vocals einsetzten, die dieses Mal eine Mischung zwischen Trauer und Aggressivität ausstrahlen.
In der weiteren Entwicklung des Liedes wird der Gesang durch melodische Gitarren unterstützt.
Nach einer kurzen sprachlichen Einlage, nehmen die aggressiven Töne des Sängers wieder fahrt auf und bringen den Song unter melodischer Gitarrenbegleitung zum Ende. Wieder ein super Track!

Das vorletzte Lied, der Titeltrack des Albums Wounds, beinhaltet die Aussage, dass die Narben und die Wunden, die Menschen der Natur zugeführt haben nichts anderes als den eigenen Tod bedeuten. In diesem Sinne erzeugt eine düstere musikalische Stimmung, sowie der klagende Gesang unter teilweise schön einfließenden melodischen Passagen bei diesem Stück eine nachdenklich, melancholische Stimmung.

Der letzte Song auf dem Tonträger ist Earthmother Rising! In einer kurzen Textpassage zum Ende des Liedes wird die Macht von „Mutter Erde“ beschrieben. Die Gitarren in ihren verschiedenen Facetten, gezupft, voluminös und auch mit sehr viel Melodie gespielt, geben dem Track von Beginn an eine besondere musikalische Ausstrahlung. Nach einem Rhythmuswechsel wird der Song von den Gitarren, weiter in langsame Gefilde mit schönen melodischen Ausprägungen geführt, bevor er durch die Growls von Nils beendet wird. Ein „krönender“ Abschluss des sehr ansprechenden Albums!

Die textliche Ausgestaltung weist vielleicht auf den ersten Blick nicht auf ein Album im Genre (melodischer) Black Metal hin. Denkt man sich jedoch das Szenario einer Vernichtung unseres Lebensraumes einmal durch, bekommt Satan wieder einen mächtigen Einfluss!
Am 12. April 2019 treten King Apathy live im Kafe Marat in München auf.

BandKing Apathy
AlbumWounds
Titel1. Civilization Kills 2:40
2. The Scars Of The Land 5:45
3.Cleansing 5:53
4. Great Depression 4:14
5. Revelation Time 6:18
6. He Missed The Stars 3:40
7. Reverence 6:03
8. Wounds 3:56
9. Earthmother Rising 7:05
LabelLifeforce Records
GenreAtmosphärischer, melodischer Black Metal
StudioalbumNr. 3 (die ersten 2 Alben unter Thränenkind)
Veröffentlicht22. Febr. 2019
HerkunftDeutschland / Augsburg
Gründung2007 unter Thränenkind
2017 Namenswechsel zu King Apathy
MembersSongwriting: Matthias
Gesang und Bass:
Nils
Drummer: Hannes

 

Verfasst im März 2019

von Roland Hesse

 

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