CD Review: A FEAST FOR CROWS – Re/Awakening

Inzwischen ist es über 3 Jahre her, seitdem sich die Krähen zum Fest formierten. Das Erstlingswerk, das 2016 erschienen ist, war eine EP und trägt bezeichnenderweise den Titel „Let The Feast Begin“.
In 2017 brachte die Band dann ihr erstes Full-Length-Album an den Start, dass unter dem Namen „A Chapter Unwritten“ geführt wird.

2 Jahre nach dieser Veröffentlichung wurde der zweite Longplayer der 5 Münchner mit dem Titel „Re/Awaking“ nach langer, kritischer Prüfung durch Mastermind Markus im Februar 2019 für die Metal Welt freigegeben.

Man kann an dieser Stelle bereits vorwegnehmen, dass es sich um ein Album handelt, bei dem die musikalische Entwicklung der Band, einen durchaus positiven Verlauf genommen hat. Es ist ein Werk entstanden, dass für viele Metal Ohren, unabhängig vom bevorzugten Genre, ein angenehmes Hörgefühl vermitteln dürfte.
Der genretechnische, musikalische Schwerpunkt von A FEAST FOR CROWS befindet sich im Metalcore/Death Spektrum. Darüber hinaus sind Elemente aus anderen Genres wie zum Beispiel dem Symphonic oder dem Gothic Metal mit diversen elektronischen Passagen geschickt in den Sound eingebunden.
Markus, der neben seiner Gitarrenarbeit die Stücke komponierte und textete (mit Ausnahme von The Void und No Way Out, diese Lieder sind in Zusammenarbeit mit dem weiteren Gitarristen Martin entstanden), hat das komplette Album in Eigenregie produziert, abgemischt sowie gemastert und das in sehr guter Qualität!
Auch das Artwork des CD-Bootlegs ist in sehr ansprechender Weise gelungen und vermittelt einen Bezug zur Band. Es ist eine große Krähe inmitten eines dunklen Schattens zu sehen, die sich über einem lodernden Feuer befindet. Vermutlich in Anlehnung zu Phönix, der aus der Asche aufsteigt.

Nicht nur das Cover ist interessant gestaltet, auch der Inhalt desselben hat einiges zu bieten!
Es geht los mit No Salvation. Elektronische Hintergrundtöne bilden zusammen mit einigen Schlagzeug Beats den Auftakt, bevor Kilian der über das Mikrofon verfügt, seine Growls durch den Äther fliegen lässt.
Gitarren begleiten den Gesang, der flexibel zwischen Growls und Screams wechselt und nur ab und zu durch einen Breakdown unterbrochen wird.
Im Hintergrund halten die Gitarren ihre Stellung und sind auch für melodische Background Einflüsse zuständig.
Kilian, der von der Ex Münchner/Fürstenfeldbrucker Band Renegade kommt und bei A Feast For CROWS seine gesangstechnischen Fähigkeiten abermals unter Beweis stellt, ist ein absoluter Glücksfall für die Truppe! Er beherrscht die gutturale Ausdrucksfähigkeit „mit allen Facetten“!
Textlich geht es in dem Song um einen Protagonisten, der vor Wut besessen ist und seine vergifteten Gedanken in sich trägt. Sein letzter Ausweg wäre eine Erlösung von den Qualen, die es für ihn nicht gibt.

Auch in dem nächsten Song mit dem Namen Last Minutes Of Oxygen, geht es
um das Versagen der Menschheit und das Ende des Lebens im Zusammenhang mit dem Verlangen vorher noch einige Züge Atem in Form von Sauerstoff zu sich zu nehmen.
Musikalisch umgesetzt wird die Handlung anfänglich durch Schlagzeug Beats und den einsetzenden Growls von Kilian, die vereinzelt auch in Screams münden.
Der Gitarrensound vermittelt im Hintergrund zusammen mit elektronischen Einspielern einen Hauch von Harmonie, die durch die aggressiven Vocals des Frontmanns in Verbindung mit den „Paukenschlägen“ des Schlagzeugers Marco immer wieder zu Nichte gemacht wird.

Song Nummer drei ist The Void. Den Synthesizerklängen zur Einleitung folgen dominante rhythmische Schlagzeugbeats, die im Verlauf an Geschwindigkeit zunehmen. Dann steigt Kilian mit seiner brachialen Stimme in das Geschehen ein. Im Hintergrund sorgt der Synthesizer zusammen mit der Elektromusik, sowie den Gitarren für melodische Einflüsse.

Es folgt das Lied Delusionist. Hier rücken neben den ausdrucksvollen Vocals, die teilweise im Grindcore Stil gehalten sind vor allem das Schlagzeug in Verbindung mit den elektronischen Umsetzungen des Soundes in den Vordergrund.

Der fünfte Track der CD trägt den Titel Life. Der Text des Songs ist etwas kryptisch dargestellt. Es wird eine imaginäre Person beschrieben, die das eigene Leben aufarbeitet. Das Inhaltsverständnis ist wohl nur über die eigene Interpretation möglich.
Soundtechnisch gehört dieser Song sicherlich zu den Favoriten des Albums! Neben den ausgeprägten Vocals von Kilian sind einige gut platzierte Breaks eingebaut. Der Gesang wird meist durch eine melodiöse, sich aber stets im Hintergrund haltende Synthesizer und Gitarrenarbeit unterstützt. Überlagert wird das Ganze wieder von elektronischen Umsetzungen in der Soundstruktur.

Bei dem folgenden Song False Hope, wird über ca. 1,5 Minuten eine schöne ruhige Melodie durch die Gitarren eingespielt.
Ohne Vorwarnung setzt gleich im Anschluss Track Nummer sieben, der es „in sich hat“ein!

Er trägt den Namen No Way Out! Nach anfänglichen Schlagzeugsalven folgen aggressive Gesangspassagen, die teilweise in den Grindcorebereich a la Gutalax münden. Die elektronischen Komponenten in Verbindung mit melodischen Gitarren und Synthesizer Einflüssen bilden eine Symbiose zwischen Aggressivität und Harmonie.
Auch dieses Stück zählt sicherlich zu den Favoriten des Albums.

Dann kommt mit Knuckleheads ein Lied an die Reihe, dass einige, elektronische Anleihen aus dem Gothic Genre genommen hat. Das Ganze wird mit aggressiven, vereinzelt wieder dem Grindcore angelehnten Vocals überzogen. Die markante Schlagzeugbegleitung darf natürlich auch bei diesem Song nicht fehlen.

This Is The End ist nicht das letzte, sondern das vorletzte Stück des Albums. Die Growls des Sängers erscheinen manchmal aggressiv, werden jedoch im Verlauf durch melodische Einspielungen der Gitarren an das Geschehen angepasst und „besänftigt“. Der Wechsel zwischen Tempo und ruhigen Passagen ist hier sehr gut gelungen.
Ein klasse Song!

Der letzte Titel ist Wings Of Stone. Er beginnt mit einer etwas träumerischen Einleitung durch den Synthesizer.
Kilian unterbricht plötzlich und ohne Vorwarnung die ruhigen Sphären. Der voluminöse ausdrucksvolle Gesang, der im Verlauf immer wieder einmal durch diverse Breaks unterbrochen und mit melodischen Gitrarrenläufen ergänzt wird, schwankt zwischen Aggressivität und Schwermut und spiegelt dadurch ganz gut die inhaltliche Dramaturgie wieder, bei der es um Angst und Verzweiflung geht.
Ein sehr guter Abschluss eines gut gemachten Albums!

Als Fazit wäre zu erwähnen, dass es sich um eine gelungene Produktion handelt, die man sich gerne in den Plattenschrank stellt! Die CD kann man über affc.bandcamp.com erwerben.

Da die Aufnahmen viele elektronische Einflüsse und Abmischungen beinhalten, die auf der CD sehr gut verarbeitet sind, bleibt nun die spannende Frage nach der Umsetzung in die Live-Performance, die zwangsläufig diverse Einspieler benötigt.
Wer diesbezüglich neugierig ist und die Band noch nicht live miterlebt hat, für den bietet sich am 27. September 2019 der Gig im Soundcafe in München oder das Pure Fucking Metal Festival am 28 Sept. 2019 in Laberweinting an, auf dem A FEAST FOR CROWS auftreten wird.

BandA FEAST FOR CROWS
AlbumRe/Awakening
Titel1. No Salvation 4:00
2. Last Minutes Of Oxygen 4:22
3.The Void 4:26
4.Delusionist 3:58
5. Life 4:27
6. False Hope 1:22
7. No Way Out 4:28
8. Knuckleheads 4:15
9. This Is The End 4:08 10. Wings Of Stone 6:34
LabelEigenproduktion
GenreMetalcore/Death Metal, Einflüsse: Gothic Metal mit elektronischen Komponenten, Symphonic Metal
StudioalbumNr. 2
Veröffentlicht22.Febr.2019
HerkunftDeutschand / München
Gründung2015
MembersGesang: Kilian
Gitarre und Synths: Markus
Gitarre: Martin
Bass: Tim
Schlagzeug: Marco

Verfasst im Mai 2019
von Roland Hesse

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