Jörmungand bei den Frostfeuernächten 2020 im KiEZ am Frauensee in Brandenburg

Passend zum Motto „Frostfeuernächte“, dem Festival in Brandenburg, das in diesem Jahr vom KiEZ am Hölzener See an den Frauensee umgezogen war, traten u.a. die Members von Jörmungand aus Köln auf. Die Band wurde nach der in der germanischen Mythologie vorkommenden, weltumspannenden Seeschlange Jörmungandr benannt.


Aufgrund dieser Bandbezeichnung konnte der eine oder andere Konzertteilnehmer, der die Combo noch nicht kannte, vielleicht vermuten, dass hier nun ein typisches Klangbild aus dem Pagan Metal mit Texten aus der nordischen Mythologie auf ihn zukommt. Aber genau dieses war nicht der Fall!
Jörmungand existiert mit Unterbrechung seit dem Jahre 2009 und spielt einen Sound, der zwar schwerpunktmäßig im Genre Pagen Metal beheimatet ist, jedoch viele Anleihen aus dem Black Metal, respektive dem atmosphärischen Black Metal beinhaltet, sodass ein schönes bandbezogenes, authentisches Klangbild entsteht.
Wie ein Blick auf die Setlist der Gruppe für die Frostfeuernächte vom 14 .02.2020 verriet, wurden ausschließlich Songs aus dem Konzeptalbum „Zwischenwelten“ dargebracht, die textlich „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende zum Thema hatten.
Die Running Order setzte den Termin für den Beginn des Auftritts auf 16 Uhr 50 fest.
Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt, befanden sich schon eine ganze Reihe von Metalheads in der Halle, die keinen Ton des bevorstehenden Gigs verpassen wollten.

Nach einem kurzen Einmessen der Instrumente ging es pünktlich mit dem ersten Song, der den Titel „Und es wird Tag“ trägt, los. Der ruhigen Einleitung folgte der Einsatz der beiden Gitarren, die von Dave und Phil gespielt wurden, sowie dem Bass, den Nelli in der Hand hielt. In der Folge erzeugten die drei ein melodisches Riff nach dem anderen, sodass in dem Saal ein voluminöses, melodienreiches Klangspektrum entstand. Nach dieser langen, einleitenden Passage der Saiteninstrumente mischte sich nun der Sänger und Bandleader Stef mit seinen markanten Screams in das Geschehen ein. Unter Begleitung der Drums, an denen Chris saß, zog der gesamte Song einen weiteren wunderbaren Klangteppich durch die Halle, der in der Gefühlswelt des Publikums wohl noch einige Zeit nachhallte.

Das zweite Stück des Sets war Neumond. Mit ruhigen Klängen eröffneten die Gitarren und das Schlagzeug den Song. Plötzlich übernahm der Frontmann mittels des Einsatzes seiner aggressiven Vocals das Geschehen, die vom letzten Tag erzählten. Im Anschluss wurden die wütenden Screams zeit weise unterbrochen und melodisch durch kurze Gitarrenriffs ersetzt. Dann prägte der ausdrucksvolle Gesang das Lied wieder weiter bis zum Ende! Nach dem Motto: ….„Und schreie mein Klagelied hinaus in das Nichts!“

Ruf der Vergängnis begann nach einer kurzen Einspielung durch die Saiteninstrumente, mit den klagenden Vocals von Stef. Sie zogen sich, angepasst an den dunklen Text des Songs, schleppend durch das Stück. Immer wieder ging das Schlagzeug auf Tempo. Die Gitarren spielten zwischendurch eine wunderbare Hookline, bevor zum Ende des Liedes die Vocals in eine gewisse Aggressivität umschlugen und die Gitarren im Hintergrund ihren melodischen Reigen einfügten.
Zum Ausklang folgten noch einige schöne melodische Töne.

Der vierte Titel, der am heutigen Tag gespielt wurde war Werdegänger. Auch dieser Song begann wieder mit einer ruhigen, getragen wirkenden Melodie. Dann legte die Gitarre einige wunderbare Riffs in den Saal, die das Publikum möglicherweise zum Träumen animierte. Die vermeintliche Traumphase konnte jedoch nicht lange anhalten, da der Frontmann nun seine aggressiv wirkenden Vocals in das Geschehen schleuderte. Zwischendurch drückte auch der Drummer dem Publikum einige Salven „vor die Brust!“
Diese wurden immer wieder durch die Gitarristen unterbrochen, die das Publikum mit ihren wunderbaren Klängen beschallten.

Nun kam Dämmerung an die Reihe, ein schwermütiger Song, der entsprechend langsam, getragen, durch die Gitarren begann. Dann kam die klagend wirkende Stimme des Sängers hinzu. Die beiden Gitarristen unterstützten hier gesanglich ihren Frontmann, während das Schlagzeug auf Tempo ging und die Gitarren immer wieder ihren melodischen Part einfügten. So ging es im Wechsel bis zum Schluss weiter. Ein variantenreicher wunderbarer Song, der dem Publikum viel Applaus abnötigte.

Der letzte Song an diesem Nachmittag war dann das Requiem aus dem Album „Zwischenwelten“.
Nach der Einspielung begann der Frontmann mit seiner Cleanstimme und drückte kurz danach seine Screams in den Saal. Die Gitarren spielten ihren Part zwischendurch atonal und ergänzten dadurch den Ausdruck des Gesangs. Später wurde das Klangbild wieder sehr melodisch und harmonisch.
Die Mikrofone waren jetzt durch alle vier Bandmitglieder belegt. Nur der Schlagzeuger hämmerte immer wieder zwischen die Gesangsparts und die melodischen Riffs seine Salven!
Mittels einigen ruhigen Tönen wurde das Set beendet.

Mit sehr viel Beifall wurde Jörmungand vom Publikum verabschiedet, wohl in der Hoffnung die Band baldmöglichst wieder Live zu sehen. Wer bis dahin nicht warten wollte, konnte sich
später am Merch Stand der Band die zwei bisher erschienen Alben käuflich erwerben. Da sämtliche Members der Truppe zugegen waren, konnte man die Tonträger auch gleich signieren lassen.

Verfasst im Februar 2020
von Roland Hesse
Alle Fotos von Roland Hesse

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