CD Review: On Thorns I Lay – Threnos

Die „alten Griechen“ von On Thorns I Lay, die den melodischen Death Doom Metal bereits seit
anno 1992 – damals noch als Paralysis und von 1993 bis 1994 als Phlebotomy – der Menschheit zu Gehör brachten, haben am 21. Februar 2020 über ihr neues Label Lifeforce Records das neunte Studioalbum veröffentlicht. Nachdem die Band in der Vergangenheit auch einige Gothic Elemente in ihr musikalisches Schaffen einbrachte, sind die sechs Hellenen nun wieder „back to the roots“
gegangen und spielen auf dem Threnos Album ihren atmosphärischen Death Doom Metal aus der Vergangenheit! Vielleicht auch deshalb ist, wie man bereits schon vorwegnehmen kann, ein bemerkenswertes Album entstanden!

Der erste Track dieses Werkes trägt den Titel The Song Of Sirens. Langsam schreiten die Gitarren, von Chris Dragamestianos und Akis Pastras, begleitet durch die langsamen, tiefen Growls von Stefanos Kinzoglou sowie dem Bass von Jim Ramses voran und erzeugen ein doomhaltiges, harmonisches Soundgefüge. Dazwischen spielen die Gitarren helle Töne in Form von schönen Riffs, die uns in der Vorstellung den Gesang der Sirenen vermitteln. Immer wieder sind die doomigen Passagen durch Keyboard Klänge und schöne Gitarrenparts, die auch teilweise gezupft werden, melodisch unterwandert. Die tiefen Growls und die wunderbaren Klangteppiche in Verbindung mit den doomgeschwängerten Melodien sind bis zum Ende des Songs hörbar.

Weiter geht es mit Quranio Deos! Wuchtig treibende Gitarren in Verbindung mit den Beats des Schlagzeuges, an dem Stelios Darakis sitzt, leiten den Song ein. Er erzählt von endloser Traurigkeit unter einem Wolkenhimmel, unter dem im Schatten des schwarzen Regens und die Melodien des letzten Atems tanzen, bevor dass Leben in dem der unendliche Wahnsinn herrscht, endet. Diese Thematik wird musikalisch durch langsame, markante Growls in Verbindung mit einem schleppenden doomigen Gitarrenspiel umgesetzt. Neben dem femininen Sprechgesang erfolgen schöne Tempowechsel in Verbindung mit Gitarrenriffs, die man schwerlich wieder aus den Gehörgängen bekommt. Das Schlagzeug hämmert langsam im Hintergrund dahin, während der Gesang eine wütende Ausdrucksform entwickelt. Es erfolgen weitere Tempowechsel, die den Song dann langsam unter schleppenden Growls und schönen Melodien enden lassen.

Lied Nummer drei lautet Cosmic Silence. Es beginnt mit einem Melodienschwall und nachdenklich wirkenden Growls. Dann macht sich eine Gitarre selbstständig und setzt zu einem Solo an. In der Folge werden Gesang, Gitarren und Bass in Verbindung mit dem Schlagzeug zunehmend aggressiver. Später wird unter Begleitung von Keyboard Klängen, die durch Antonis Venturis erzeugt werden, das Tempo wieder verlangsamt. Neben einer Erzählung, erfolgt im Anschluss eine wunderbare Hookline, die wohl von der kosmischen Stille und der Hoffnung nach Frieden berichtet. Tiefe Growls des Sängers führen das Lied bis zum Ende.

Dann folgt Erynies! Hier beginnen die Saiteninstrumente, bevor die tiefen emotional wirkenden Vocals vom Zorn der Erynies erzählen. Weiter geht es mit den melodischen Gitarren im Hintergrund, sowie einem Keyboard das zwischendurch auch einmal auffallend helle Töne erzeugt. Im Anschluss wird das Soundbild wieder schleppend und doomiger. Es folgen verspielte Gitarrenriffs und ein Takt bezogenes Schlagzeug in Verbindung mit atonalen musikalischen Phasen. Der Gesang gleitet nun gefühlt in die tiefen des Hades hinunter, bevor die Gitarren das Geschehen wieder durch helle Taktfolgen auflockern. Zum Schluss schleppen sich die Growls noch einmal dahin und erzählen von einem Fluch auf die Sterne und ein eintauchen in ein Meer voller Blut.

Das nächste Lied ist Misos. Hier leitet das Schlagzeug den Song ein und die Gitarren lassen sich treiben. Es findet ein aggressiv wirkender Gesang statt, bevor schöne Riffs ein harmonisches Soundgefüge erzeugen. Gitarren und Bass sorgen im Anschluss noch mal für ein Klangvolumen, das durch die Growls abgerundet und unter Schlagzeugbegleitung zu Ende geführt wird.
Die Saiteninstrumente und tiefe Growls beginnen die Geschichte von Threnos und damit den vorletzten Song des Albums
. Entsprechend dem Titel, bei dem es sich um eine rituelle Totenklage handelt, findet die Eröffnung des Liedes durch monotone Gitarrenbegleitung und tiefe Growls statt, die in der Folge aggressiver werden. Später erzeugen die Saiteninstrumente und das Keyboard im Hintergrund ein melodisches Klangbild. Dazwischen ertönen schnelle Schlagzeug Passagen. Der Gesang und das Gitarrenspiel wird im Mid-Tempo weiter geführt. Nach einer melodischen Einlage endet das Stück mit tiefen, schwerfälligen Growls.

Der letzte Track des Albums ist Odysseia. Er endet mit den Worten…. durch die Wellen im Ozean der Einsamkeit, auferstanden aus den tausend Jahren des Hasses im Land ohne Wiederkehr. Odysseus wurde unser König! Umgesetzt wird der Inhalt des Songs in Form einer schönen Gitarrenmelodie. Im Anschluss folgen tiefe, getragene Growls, während die Gitarren weiter für die Hintergrundstimmung sorgen. Nun marschiert das Klangbild in den tiefen Doom Keller. Nach einiger Zeit holen die Gitarren das Geschehen wieder mittels einer wunderbaren Hookline an „das Tageslicht“, bevor das Stück dann doomig weiter geht. Im Anschluss folgen schöne Melodien unter Keyboard Begleitung. Der Sprechgesang einer Frauenstimme beendet den Song.

Mit dem Threnos Album haben die sechs Members aus Athen ein bemerkenswertes, atmosphärisches Death Doom Werk geschaffen, das so manche Metalohren erfreuen dürfte! Wunderbare Melodien in Verbindung mit variantenreichen, ausdrucksvollen Growls, tiefe Doom Passagen, die sich immer wieder durch die Songs wälzen und geniale Gitarrenriffs prägen die Lieder von On Thorns I Lay.
Für das Threnos Album, dass es in digitaler Form, sowie als CD oder Vinyl gibt, sollte noch ein Platz im Plattenregal vorhanden sein! Unbedingt!

BandOn Thorns I Lay
AlbumThrenos
Titel1. The Song Of Sirens 6:58
2. Quranio Deos 6:19
3.Cosmic Silence 4:59
4. Erynies 5:35
5. Misos 4:18
6. Threnos 7:14
7. Odysseia 9:48
LabelLifeforce Records
GenreAtmosphärischer Death Doom Metal
StudioalbumNr. 9
Veröffentlicht21. Febr. 2020
HerkunftAthen / Griechenland
Gründung1992 (als Paralysis)
MembersStefanos Kinzoglou (Gesang)
Chris Dragamestianos (Gitarre)
Akis Pastras (Gitarre)
Jim Ramses (Bass)
Stelios Darakis (Schlagzeug)
Antonis Venturis (Keyboards)

Verfasst im März 2020
von Roland Hesse

 

 

 

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