CD Review: A Secret Revealed – When The Day Yearns For Light

Am 29. Oktober 2021 bringt das Quintett von A Secret Revealed ihr neues Album an den Start!
When The Day Yearns For Light beinhaltet 8 Tracks, die sich teils in schwarzmetalischen Sphären bewegen und gesangstechnisch vorwiegend mit Death und Metalcoreelementen durchsetzt sind. Vereinzelt führen auch atonale Gitarrenläufe, gezielt gesetzte Blast Beats wie auch kurz angedeutete melodische Parts „durch das Programm“.
Die Texte sind durchweg düster dargestellt, manchmal selbst verneinend, teilweise hasserfüllt und mit depressiv wirkenden Gedanken durchsetzt. Sie könnten beim Hörer deshalb möglicherweise auch bedingt durch die aggressiven Vocals, den Eindruck erwecken, als würde er sich, während die Schallwellen in ihn eindringen, auf der dunklen Seite der „Metal Macht“ befinden.
Dazu passend ist auch das Cover des Albums gestaltet, auf dem ersichtlich ist, wie einem menschlichen Wesen der Geist aus dem Körper entweicht und im Jenseits verschwindet.

Der Opener des Albums ist As I Watch You Perish. Einer langsamen Gitarreneinleitung folgen wuchtige Bässe. Einsetzende Death Growls wirken aggressiv und werden durch schnelle Schlagzeugbeats begleitet. Die Gitarren im Hintergrund sorgen für eine Auflockerung des Soundbildes. Nach einem Rhythmuswechsel erfolgen langsamere Töne, die dann etwas progressiv werden. Die Voices entwickeln nun einen anklagenden, zum Ende hin wütenden Anschein.
Die Lyrics dieses Songs drücken Hass und Ekel gegenüber einer Person aus, die als menschlicher Parasit bezeichnet wird und in den Augen des Beschuldigers nur Verachtung findet.

No Shelter. No Hope. ist Song Nummer zwei des Albums. Es gibt kein Zurück von dieser traurigen Existenz. Das Elend wird von der eisernen Quelle gebracht, heißt es im Text. Hoffnungslos missbraucht von den eigenen Gedanken fühlt sich der Protagonist umgeben von Dämonen
ohne Hoffnung. Einzig der Tod ist sein Ziel.
Entsprechend den Lyrics beginnt der Song durch einen gezupften Bass, dem das Schlagzeug folgt, bevor die Gitarren ihren Einsatz haben. Dann beginnen wütende Growls, die später in ein schönes, langsames Gitarrenspiel münden. Im Anschluss werden die Voices wieder aggressiv, während das Schlagzeug auf Tempo geht, die Gitarren sich im Hintergrund halten und zeitweise eine melodische Hookline einspielen. Der Gesang bleibt in der Folge prägnant wie auch düster und ist instrumental gut mit der Thematik abgestimmt.

Der folgende Track lautet With Blind Apathy. Er handelt von einer Depression, die Angst erzeugt und in ein trostloses Leben führt. Selbstzweifel treten auf. Es stellt sich die Frage, warum die handelnde Person nicht stark genug ist, um weiterzumachen, statt in blinder Apathie umherzuwandern. Oder gibt es doch noch Hoffnung?
Bass, Schlagzeug und die Gitarren erscheinen zu Beginn im Mid-Tempo. Dann erfolgen gemäß der textlichen Ausgestaltung anklagende, fordernde Screams. Die Gitarren bleiben leicht melodisch im Hintergrund. Im Verlauf dürfen die Gitarren im langsamen Tempo weitermachen. Später setzt der Gesang wieder ein, während das Schlagzeug im Black Metal Modus Geschwindigkeit aufnimmt und die Saiteninstrumente den melodischen Einfluss beibehalten. Die Screams passen sich harmonisch an.

Dann kommt In Shoals an die Reihe. Zunächst kommen „die Gitarren ins Spiel“. Das Schlagzeug ergänzt den Rhythmus. Die Vocals artikulieren sich im Metalcore Style. Aggressive Screams führen unter Einbeziehung einiger Rhythmuswechsel durch den Song, der von einem Protagonisten handelt, der sich als Sohn des Teufels sieht. Er fühlt Hass und Negativität. Die helfende Hand ignoriert er, während es ihn nach unten zieht. Das Stück endet mit den Worten: Tot im Geiste, eines Tages tot im Fleische, und alles was sie wollen ist Leiden und Geld!

Der titellose Song Nummer fünf enthält eine schöne, melodische, ruhige Gitarrenbegleitung, die eine schöpferische Pause vermittelt und zu dem nächsten Track, der den Titel Rotten führt, weiterleitet.
Los geht es „volle Kanne“ im Metalcore Voices Programm. Kurz danach wird ein schöner Gitarrenpart eingefügt. Nach einem Geschwindigkeitswechsel geht es wieder in das Eiltempo und die Gitarren sind für die Hintergrundmelodie zuständig. Im Anschluss leiten langsame Schlagzeugbeats eine ruhige, melodische Gitarrenphase ein, die durch passende Vocals unterfüttert wird. Zum Ende macht das Stück noch mal Tempo.
In dem Track geht es um Ängste und Kontrollverluste. Es heißt: „Ich kann die verdunkelten Schatten nicht ertragen oder ich bin ein gefallener Mann geworden, der durch und durch verrottet ist. Schau, ich liege an deiner Seite, bis alles durchgefault ist.“

Der siebte Song ist The Arsonist. Zusammen mit einem imaginären Wesen lebt der Protagonist weiter in ständiger Angst. Eingehüllt in Sünde sucht er Zuflucht. „Du bist der Brandstifter und ich fühle wie die Flammen meinen Geist verbrennen,“ lautet es im Text. „Ich werde die Wahrheit überleben“!
Die Saiteninstrumente bilden die Vorlage für den Gesang, der durch kraftvolle Screams durch den Äther klingt. Später begleiten die Gitarren melodisch im Hintergrund. Spielerische Nuancen in Verbindung mit aggressiven Vocals münden in eine melodische Struktur. Zum Ende hin wird nochmals etwas Metalcore in das Geschehen eingebracht.

Der letzte Song des Silberlings trägt den Titel Monument Of Guilt. Er beginnt mit mächtigen, aggressiven Screams, die alsbald in ruhige, gefühlvolle Gitarrenklänge münden. Dann folgen wieder Vocals, abwechselnd im Blackmetal, Metalcore und Deathmetal Style. Die Gitarren bilden zwischendurch ein Melodienspektrum ab. Zum Ende des Liedes erfolgt ein ruhiger Ausklang.
In dem Text hadert der Protagonist mit der Verschwendung seines Lebens und starrt in die Trümmer seiner alten Seele. Es folgt eine Schuldzuweisung an das imaginäre Wesen. Ein Textauszug lautet: „Rücksichtslos hast Du alles zerrissen, jeden einzelnen Weg. Mich unter ihren glühenden Trümmern begraben, eingegraben in Asche, umarme ich den Tod.“

Fazit:
Die teils dunklen, teils aggressiven Klangbilder des Albums bilden eine Symbiose mit den Lyrics, denen man nach Ansicht des Verfassers dieser Zeilen eine besondere Beachtung schenken sollte.
When The Day Yearns For Light vermittelt nicht nur eine gesangliche Kompromisslosigkeit in Form der an den Metalcore angelehnten Vocals, sondern bietet auch eine gefühlvolle Ebene, die vor allem durch melodiöse musikalische Komponenten zum Ausdruck gebracht wird. Zu gute kommt dem Album neben Blackmetal Ansätzen auch der vereinzelte Einbau weiterer Metalstile an den richtigen Stellen. Dadurch ergibt sich eine aufgelockerte Soundstruktur, die auch genrefremden Hören das Album zugänglich macht. Um die spielerischen Finessen wirken zu lassen, empfiehlt sich auch ein mehrmaliges aufmerksames hören des Tonträgers. Alles in allem handelt es sich um ein Werk, das vielen Metalohren ein angenehmes Hörgefühl vermitteln sollte.
Der Silberling erscheint über Lifeforce Records am 29. Oktober 2021. Für den 21. Januar 2022 ist eine limitierte Vinylausgabe vorgesehen.

BandA Secret Revealed
AlbumWhen The Day Yearns For Light
Titel1. As I Watch You Perish
2. No Shelter No Hope
3. With Blind Apathy
4. In Shoals
5. ~
6. Rotten
7. The Arsonist
8. Monument Of Guilt
LabelLifeforce Records
GenreBlack / Death Metal mit Hardcore Einflüssen
StudioalbumNr. 3
Veröffentlicht29. Okt. 2021
HerkunftDeutschland / Würzburg
Gründung2012
MembersMichael Heim: Gesang
Lukas Brückner: Gitarre
Ralf Ungermann: Gitarre
Julian Langguth: Bass
Tilman Witschel: Schlagzeug

Verfasst im Oktober 2021
von Roland Hesse

 

 

 

 

 

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