CD Review: Depravation – IV:LETVM

Am 17. Februar 2023 bringen die Members von Depravation ihr neues Werk mit dem Titel IV:LETVM an den Start. Die Band aus dem hessischen Gießen folgt keinen generellen Genretrends, sondern verbindet auf ihrem Album Death Strukturen mit Black Metal und Doom Passagen, ohne dabei puristisch zu wirken, vielmehr lässt man diverse musikalische Einflüsse zu. Bei den Texten handelt es sich um Themen wie Krieg, Schicksale, Naturereignisse oder Tod.

Nur Einen Spalt ist der Titel des ersten Tracks, bei dem es um die Todeserwartung geht. Die Sense schimmert im Licht des Mondes, er nimmt Dich an die Hand und öffnet Dir die Türe zum Grab heißt, es im Text. „Nur einen Spalt“! Im Inneren war man schon vorbereitet. Die Ängste werden greifbar und die Hoffnung schwindet. Musikalisch werden die Lyrics zu Beginn des Songs durch aggressive Screams umgesetzt. Das Schlagzeug geht in den Vollspeed Modus und die Gitarren erscheinen dunkel im Hintergrund. Im Death Metal Style geht es weiter, bis die Gitarrenfraktion einen Tempowechsel in langsamere Gefilde vollzieht. Später geht das Schlagzeug wieder auf Tempo und der Song entwickelt bis zum Ende nochmals eine gewisse Aggressivität.

Weiter geht es mit Vampire Burial. Das Schlagzeug gibt abermals „Vollgas“! Dann folgen rhythmische Screams. Die Gitarren halten sich betont im Hintergrund, während die Drums vorantreiben und die Vocals markant in den Vordergrund rücken. Nach einem Geschwindigkeitswechsel werden gezielt einige Blasts gesetzt und die Gitarren spielen progressiv dazwischen. Zum Schluss hin, gehen die Instrumente nochmals auf Tempo und die Vocals wirken anklagend. In dem Song geht es um die Totenstadt Necropolis. Die dort zu Unrecht Ermordeten werden tief begraben und von Ritualen abgehalten, in das Leben zurückzukehren. Damit sie Ihre Rache nicht ausüben können, werden Ihnen Füße, Hände und Ohren abgeschnitten. Um den Fluch zu beenden, soll an diesem Ort ein Kinderhaus gebaut werden.

Song Nummer drei ist War Dreams Of Itself. Die Gitarren beginnen hier im Mid-Tempo. Das Schlagzeug spielt zunächst in dumpf klingenden Beats und steigert dann das Tempo. Die Screams sind zwischen Black und Death Metal Strukturen eingebunden. Das Schlagzeug geht zwischenzeitlich in den Speedmodus, bevor ein Tempowechsel den Song in langsamere Gefilde führt. Der Gesang schleppt sich voran und hinterfragt den Sinn eines Krieges. Es ist die Rede von Chaos und Mord inmitten von Feindseligkeit, von Auslöschung des Lebens sowie Trauer und Elend.
Das Schlagzeug treibt weiter und die Saiteninstrumente begleiten im Hintergrund.
Dann wird der Gesang wieder kurz aggressiv. Es folgen doomige Töne, die kurze Zeit später wieder in Aggressivität übergehen. Zum Ende hin, wirken die Screams gequält und das Soundbild bekommt einen leichten melodischen Einfluss. Textlich wird noch mal die Trauer und das Elend sowie das kollektive sinnlose Morden in einem Krieg behandelt.

Der vierte Track lautet Involuntary Violence. Nach einem doomigen Beginn folgen schleppende Screams. Dann gehen die Drums in den Speedmodus, während die Screams weiter stoisch markant wirken. In dem Song wechseln sich die schnellen Parts mit ruhigen Passagen und schönen Doomeinflüssen ab. Das Schlagzeug bleibt währenddessen immer dominant. Die Gitarren ergänzen im Hintergrund das Klangbild. Das Ende des Songs vermittelt noch mal einen doomlastigen Eindruck. Im Text wird die Ausführung unfreiwilliger Gewalt bedingt durch den Terror, der im Inneren des Menschen tief unter der Oberfläche herrscht, beschrieben.

Im Schatten ist der Titel des nächsten Songs. Hier geht es um den Schatten der Vergangenheit, der den Protagonisten verfolgt. Voller Einsamkeit und in der Finsternis stürzt der Himmel ein, wobei alles zerbricht. Er fällt in das Nichts, ohne Aussicht irgendwo zu landen. Die Sonne ist erloschen und kein Stern leuchtet in der Nacht und du bleibst im Schatten der Vergangenheit, heißt es im Text. Die musikalische Umsetzung wird durch die Saiteninstrumente und das temporeiche Schlagzeugspiel eingeleitet. In die Death Metal Strukturen werden die Scrams eingebaut. Es erfolgen im Verlauf diverse Tempoanpassungen und die Gitarren führen in ruhigere Sphären. Dann entwickeln die Screams noch mal eine dominante Aussagekraft und führen den Song zu seinem Ende.

Es folgt nun Lessons Of Darkness. Langsames Gitarrenspiel bildet die Einleitung des Songs. Dann deutet das Schlagzeug eine Richtungsänderung an. Zusammen mit den Saiteninstrumenten geht es in guter alter Death Metal Manier weiter und das Schlagzeug mündet in einen „hochfrequenten Bereich“, bei dem die aussagekräftigen Screams ihren Teil dazu beitragen. Rhythmisch geht es weiter und der Gesang bleibt dominant bei hoher Schlagzahl der Drums. Nach einem Tempowechsel geht es im Black Metal Style voran. Das Schlagzeug feuert bis zum Schluss seine Salven ab. Hier ist die Rede von Mutter Natur, die keine Gnade kennt. Die Zivilisation ist wie eine zerbrechliche Eisschicht von einem endlosen Ozean bedeckt. Chaos und Dunkelheit herrscht im Universum. Gewöhne Dich an die Gefahren, hinter Dir ist die Hölle!

Jetzt kommt Certain Death an die Reihe. Auch hier geht es um die Zerstörung der Erde, bedingt durch sich wiederholende Katastrophen. Auf dem Weg zu einem sicheren Tod bleibt ein ewiges Mahnmal. Der Song beginnt mit den Saiteninstrumenten im Mid-Tempo. Diese werden durch Schlagzeugsalven und Death Metal Vocals unterstützt. Die Gitarren schieben sich immer wieder in den Vordergrund. Es finden diverse Geschwindigkeitswechsel statt, wobei die Gitarren dominant wirken. Die Screams geben zum Ende des Stückes einen leidenden Eindruck ab und es geht in doomige Gefilde.

Der vorletzte Track ist Suffering. Die Girarren beginnen den Song in gleichmäßigem Tempo und das Schlagzeug zieht die Schlagzahl an. Der Gesang folgt im Death Metal Style und wirkt aggressiv betont. Hohe Schlagfrequenzen und drückende Gitarren prägen in Verbindung mit den Screams, die später in Growls übergehen, das Stück, das von Schmerz und Elend erzählt. Im Text heißt es beispielsweise: „ Wenn die Stille am lautesten ist, ertrage die schicksalhafte Last“ oder „ich sehne mich nach der Qual, die ich wählte“.

Der Abschlusssong des Albums ist Sadness. Gezupfte Gitarren beginnen langsam schön und bedächtig. Das Schlagzeug findet eine passende Überleitung zu einem voluminösen Gitarrensound im Mid-Tempo. Danach folgen Schlagzeugsalven, während die Saiteninstrumente ihren druckvollen Sound behalten. Rhythmisch geht es weiter. Die Gitarren werden melodisch. Eine Sprecheinlage kommt hinzu. Bis zum Songende finden noch einige Gitarrenzupfer statt.

Fazit:
mit IV:LETVM präsentiert Depravation dem Hörer ein Album, dass vorwiegend Death Metal Strukturen beinhaltet, jedoch immer wieder mit Black Metal Einflüssen ergänzt wird. Sehr passend sind auch an der einen oder anderen Stelle Doompassagen eingebaut. Bedingt durch diesen Mix bekommt das Werk eine abwechslungsreiche Komponente, sodass auch bei mehrmaligem Hören keine Langeweile aufkommt. Herauszuheben ist das offensive Schlagzeugspiel in Verbindung mit den auffälligen, starken und stringenten Vocals. Die Saiteninstrumente spielen meist im Hintergrund und tragen dort zu einem ansprechenden Soundbild bei.
Insgesamt ist das Album ein Werk, dass das Trommelfell der Metalheads Ohren mit angenehmen Schwingungen versorgen sollte.
Erhältlich ist der Tonträger als CD und Vinyl LP oder wenn es sein muss, auch digital.

BandDepravation
AlbumIV:LETVM
Titel1. Nur einen Spalt
2. Vampire Burial
3. War Dreams Of Itself
4. Involuntary Violence
5. Im Schatten
6. Lessons Of Darkness
7. Certain Death
8. Suffering
9. Sadness
LabelLifeforce Records
GenreBlack / Death Metal mit Doom Einflüssen
StudioalbumNr. 3
Veröffentlicht17. Febr. 2023
HerkunftDeutschland / Hessen / Gießen
Gründung2011
Members

Verfasst im Februar 2023
von Roland Hesse

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